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SønderjyskE-Kicker setzen zur Aufholjagd an

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Hadersleben/Haderslev
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Mittelfeldspieler Eggert Jonsson muss gegen FC Nordsjælland möglicherweise in der Innenverteidigung aushelfen. Foto: Karin Riggelsen

Die Hoffnung auf ein Erreichen der Meisterschafts-Endrunde ist bei den Hellblauen noch nicht erloschen.

Die Superliga-Fußballer von SønderjyskE müssen das Feld von hinten aufrollen, wenn sie sich noch den Traum von der zweiten Endrunden-Teilnahme in Folge erfüllen wollen.

Sieben Spiele stehen aus, um den Rückstand von fünf Punkten auf Titelverteidiger FCK auf Tabellenplatz sechs wettzumachen. Sechs Punkte sind es auf AC Horsens und Hobro IK, was schon eher machbar erscheint.

„Es ist schwer zu sagen, wie viele Punkte erforderlich sind, aber ich denke mal, dass wir mindestens vier Siege brauchen, wenn nicht sogar fünf. Vieles hängt auch davon ab, was die anderen machen und gegen welche Gegner wir unsere Siege holen“, lautet die Einschätzung von SønderjyskE-Trainer Claus Nørgaard.

Die Niederlage am letzten Spieltag vor der Winterpause tut immer noch weh. Der direkte Konkurrent, AC Horsens, machte aus einem 0:1-Rückstand einen 2:1-Sieg und verpasste den Hellblauen einen herben Dämpfer.

„Das Horsens-Spiel hat vieles geändert, alles hat einen negativen Dreh bekommen. Mit einem Sieg in Horsens hätte alles rosig ausgesehen, stattdessen haben wir jetzt einiges aufzuholen“, so Nørgaard vor der ersten Aufgabe der zweiten Saisonhälfte am Sonntag ab 16 Uhr in Hadersleben gegen den Tabellendritten FC Nordsjælland. Danach heißen die Gegner AGF (A), Silkeborg IF (H), AaB (H), FC Helsingør (A), Lyngby (H) und FC Midtjylland (A). Ein vernünftiges Programm für eine Aufholjagd.

„Wir bewegen uns immer noch im Bereich unserer sportlichen Zielsetzung, aber es ist kein Geheimnis, dass ich mir schon ein wenig mehr Punkte erhofft hatte. Das übergeordnete Saisonziel ist und bleibt der Klassenerhalt. Das ist allesentscheidend, aber solange es möglich ist, werden wir einer Top-6-Platzierung hinterherjagen“, sagt der Cheftrainer.

Vier bis fünf der letzten sieben Spiele müssen laut Claus Nørgaard gewonnen werden, um die Endrunde zu packen. Foto: Karin Riggelsen

Seit einem Jahr ist Claus Nørgaard im Amt. In seinem ersten Halbjahr führte er SønderjyskE in die Meisterschafts-Endrunde, doch nach einem unterm Strich doch etwas enttäuschend verlaufenen zweiten Halbjahr ist die Kritik aus dem Umfeld lauter geworden – weder an Ergebnissen noch an Popularitätswerten gemessen kommt er an seinen Vorgänger Jakob Michelsen heran, doch einen besonderen Druck spürt er nicht.

„Ich habe im Verlauf der Hinrunde schon einen gewissen Druck verspürt, aber das war, weil wir selbst höhere Erwartungen hatten und mit der verzwickten Lage zu kämpfen hatten, aus der langen Serie mit zehn Spielen ohne Sieg wieder rauszukommen. Aber Druck durch unzufriedene Fans verspüre ich nicht. Alle dürfen ihre Meinung haben. Wenn man damit nicht umgehen kann, ist man in dieser Branche fehl am Platz“, meint der 38-Jährige: „Ich spüre, dass die Erwartungen nach den Erfolgen der vergangenen Jahre gestiegen sind, aber letzten Endes ist es eine Frage von Ressourcen. Ich bin mit meinem Sportchef und meinem Vorstandsvorsitzenden auf einer Linie, und wir bewegen uns rein sportlich im Bereich unserer Zielsetzung.“

Nørgaard musste während der langen Serie ohne Sieg in den sozialen Medien heftige Kritik einstecken und entschied sich vor einiger Zeit dazu, seinen Facebook-Account ruhen zu lassen.

„Ich habe mich dazu entschieden, meine Energie im Alltag anders zu gewichten und möchte nicht Teil der Debatten in den sozialen Medien sein“, sagt Nørgaard, der von der Kritik im eigentlich recht beschaulichen Nordschleswig nicht überrascht ist: „Ich denke mal, das ist mittlerweile überall so, und ich bin aus meiner Zeit in Brøndby auch einiges gewohnt. Fußball ist Gefühle. Da ist alles schwarz oder weiß. Damit muss man umgehen können.“

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