Landwirtschaft

Vestager in Aggerschau: Brexit könnte dänische Landwirte teuer zu stehen kommen

cvt/jv.dk
Aggerschau/Agerskov
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Margethe Vestager
Margethe Vestager Foto: Sønderjysk Landboforening

Die Wettbewerbskommissarin der EU, Margrethe Vestager, hat beim Neujahrsempfang von Sønderjysk Landboforening über die Zukunft der EU gesprochen – und ist besonders auf die Folgen des Brexits eingegangen. Die Einsparungen könnten auch Dänemarks Landwirte treffen, sagte sie.

Am Montagabend war die dänische EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager (Radikale Venstre) Hauptrednerin beim Neujahrsempfang von Sønderjysk Landbofrening in Aggerschau. Und sie hatte schlechte Nachrichten aus Brüssel für die rund 1.000 Landwirte im Gepäck. Sollte der Brexit, der Austritt Großbritanniens aus der EU, Realität werden, könnte dies für die Landwirte in ganz Europa spürbare Folgen haben, sagte sie laut JydskeVestkysten.

„Wenn die Briten gehen, nehmen sie ihr Kontingent mit. Und das kann man ihnen nicht verübeln. Aber wenn man 15 Prozent seiner verfügbaren Mittel verliert, ändert man nicht einfach nur das Freitagsmenü“, sagte Vestager. „Ganz sicher wird der Blick auch auf die Landwirtschaftssubventionen gerichtet. Und ihr alle kennt ja die Worte ,reformieren' und ,effektivieren'. Das bedeutet alles weniger“, so Vestager weiter.

Weil mit dem Ausscheiden der Briten aus der EU auch ein Großteil des dänischen Lebensmittelexportes in Gefahr ist, wurde Vestager eingeladen, die als Wettbewerbskommissarin als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der europäischen Politik gilt.

Vestager: EU nicht Schuld an komplizierten Gesetzen

„Wir wollen dich und die EU auf unserer Seite haben, wenn wir dafür arbeiten, dass die Landwirtschaft eine größere Rolle im Dänemark der Zukunft spielt“, sagte Christian Lund, Vorsitzender von Sønderjysk Landboforening, an die ehemalige Ministerin gewandt. „Häufig haben wir Landwirte das Gefühl, dass die EU und Brüssel weit weg sind und die EU gleichbedeutend ist mit komplexen Regeln und Zuschüssen, die uns Landwirte in der Bevölkerung unbeliebt machen“, so Lund weiter.

Vestager stritt diesen Zusammenhang ab. Es sei nicht Schuld der EU, wenn das System kompliziert sei, sagte sie laut JydskeVestkysten. Schuld seien hingegen dänische Politiker, die zu viel an der EU-Gesetzgebung herumbastelten. „In Dänemark schmücken wir das, was in der EU verabschiedet wurde, wie einen Weihnachtsbaum. Und wir schmücken nicht in einer Farbe. Die einen wollen blauen, die anderen roten Schmuck. Und so landen wir in einer Situation mit neuer Gesetzgebung, wo nur der Kern noch dem entspricht, was wir gemeinsam beschlossen haben“, sagte Vestager.

Zur künftigen Finanzierung der Landwirtschaft sagte sie, dass derzeit Modelle geprüft würden, in denen Landwirte sich Garantien kaufen und gegen zum Beispiel schlechtes Wetter versichert sind. Sie forderte die Landwirte auf, sich in die Debatte um die Zukunft der Landwirtschaftssubventionen zeitig einzumischen.

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