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Jugendliche fahren verstärkt auf Politik ab – SP im Trend

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Politik muss Jugendlichen immer wieder schmackhaft gemacht werden. Foto: Karin Riggelsen

Beteiligung der Erstwähler ist bei Regions- und Kommunalwahlen markant gestiegen

Die Beteiligung der jungen Wähler bei Kommunal- und Regionswahlen in Dänemark steigt stetig, nachdem in den vergangenen Jahren Kampagnen gefahren wurden, um den negativen Trend umzukehren. Dass dies offenbar geglückt ist, freut auch die Parteizentrale der Schleswigschen Partei im Haus Nordschleswig in Apenrade.

SP-Sekretärin und Wahlkampfmanagerin Ruth Candussi stellt ebenfalls fest, dass die Kampagnen offensichtlich die erwünschte Wirkung gehabt haben: „Das ist sehr erfreulich, denn es ist immens wichtig, dass sich die Jugendlichen genauso wie die etwas gesetzten Wähler an Wahlen beteiligen. Es ist wichtig, dass man sich wieder mehr für die traditionelle Demokratie interessiert und daran teilnimmt – nicht nur über Cyber.“

Parteifrau Candussi hat bei der Wahl 2017 erstmals selbst als Wahlkämpferin vor Ort miterlebt, was an Schulen und gar in Discos so alles getan wurde, um das Interesse der Jugendlichen für Politik und Wahlen zu wecken.
„Und wir als SP haben mit den jungen SPitzen wahrlich mehr als ein Pfund in der Hand. Im jüngsten Wahlkampf leisteten sie einen großen Einsatz und gingen mit auf die Straße – auch als Kandidaten“, so Ruth Candussi über die politische Jugend der deutschen Minderheit – und sie fügt hinzu: „Gerade wir wissen, wie wichtig es ist, die Jugend in die Prozesse einzubinden. Ich bin für die SP da ganz zuversichtlich.

Aktuell verweist Candussi auch auf den neuen Vorsitzenden der jungen SPitzen, Tobias Klindt. „Tobias hat aktuell angeregt, dass wir eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe gründen, die eine Jugendpolitik formulieren kann. Diese soll dann in das Richtlinienprogramm der Schleswigschen Partei aufgenommen werden. Diese Politik soll klar definiert werden u. a. im Hinblick darauf, was wir den Jugendlichen bieten können – auch um sie an den Landesteil zu binden“, so Ruth Candussi mit der Feststellung, dass die SP ja immer schon auch Politik für Jugendliche gemacht habe – aber klar definiert und festgeschrieben im Richtlinienprogramm der Partei sei diese bisher nicht gewesen.

„Wir wollen in dieser Ad-hoc-gruppe schneller etwas erarbeiten und zu Papier bringen“, so die SP-Sekretärin.

Rekord: Wahlbeteiligung junger Menschen spitze

Bei der jüngsten Kommunalwahl im Herbst 2017 war die Wahlbeteiligung der 18-Jährigen mit 75,1 Prozent rekordhoch. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als bei der Kommunalwahl 2013, wie eine neue Analyse des Wahlforschers und Professors Kasper Møller Hansen zeigt.

Es sind gar 17 Prozentpunkte mehr als bei der Regions- und Kommunalwahl 2009. „Als ich die Zahlen der Wahlbeteiligung sah, muss ich gestehen, dass ich selbst positiv überrascht war“, so der Forscher zur Tageszeitung Berlingske. Die Wahlbeteiligung der jungen Semester zwischen 19 und 29 Jahren ist generell gestiegen, nachdem nach der Wahl 2009 bei einer damaligen Beteiligung von weniger als 50 Prozentpunkten Alarm geschlagen wurde. Nun ist man in der Altersgruppe immerhin schon bei 60 Prozent angelangt mit klar steigender Tendenz.

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