Wahlbarometer

Sozialdemokraten noch schlechter als 2015 – Aufwind für Venstre

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Kopenhagen
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Im Rennen um die Regierungsmacht nähern sich sowohl Mette Frederiksen (l.) als auch Lars Løkke Rasmussen dem Ziel im Schleichgang. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Nach Mandaten liegt der rote Block weiter klar vorne – doch in der Wählergunst verlieren vor allem die Sozialdemokraten und die Alternative an Zustimmung. In Prozenten liegt der blaue Block hauchdünn vorne.

Bei der letzten Kabinettsumbildung („Minister-Rochade“) hat Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) in Jakob Ellemann-Jensen einen neuen Umwelt- und Nahrungsmittelminister präsentiert, der sich weniger für konventionelle Landwirtschaft und mehr für Umweltschutz einsetzen will.

Kurze Zeit später versprach Løkke am Europatag eine Abkehr von der EU-pessimistischen Haltung. Beides Nachrichten, die vor allem die städtischen Wähler ansprechen sollte, die Venstre nach eigener Analyse nach umstrittenen Maßnahmen wie der Dezentralisierung, der knallharten Ausländerpolitik und dem Skandal um das Landwirtschaftspaket nicht mehr ausreichend ansprach.

Nun kann Løkke offenbar erste Ergebnisse dieser Kursanpassung ernten. Die rechtskonservative Partei Venstre liegt mit derzeit 20,5 Prozent der Stimmen wieder über dem Wahlergebnis von 2015 – zugleich fallen die Sozialdemokraten auf 25,3 Prozent zurück und liegen damit unter dem Ergebnis der Wahl.

Den heftigsten Rückgang bei den großen Parteien muss jedoch die nationalkonservative Dänische Volkspartei (DF) hinnehmen. Derzeit noch die zweitgrößte Fraktion im Folketing, würde derzeit auf den dritten Rang und 18,3 Prozent fallen.

Die Einheitsliste und SF legen links weiter zu, die Alternative landet deutlich unterm Wahlresultat. Rechtsaußen kommt die Neue Bürgerliche nurmehr auf 1,5 Prozent, was dem „blauen“ Mitte-rechts-Block Mandate kostet. Die Hürde für den Einzug ins Folketing liegt bei 3 Prozent der Stimmen.

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