Rettung der Hotelbranche

Kopenhagener Bürgermeister will Airbnb auf 60 Tage begrenzen

tw/ritzau
Kopenhagen
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Über drei Millionen Menschen buchten im letzten Jahr eine Übernachtung über die Onlineplattform Airbnb in Dänemark. Foto: Scanpix

Der Kopenhagener Bürgermeister Frank Jensen plant die Stärkung der Hotellerie durch eine stärkere Regulierung des Onlinedienstes Airbnb. Sein Vorschlag für ein 60 Tage Modell stammt aus den Niederlanden.

Der Kopenhagener Bürgermeister Frank Jensen plant die Stärkung der Hotellerie durch eine stärkere Regulierung des Onlinedienstes Airbnb. Sein Vorschlag für ein 60 Tage Modell stammt aus den Niederlanden.

In Kopenhagen nimmt die Anzahl der Buchungen über das Onlineportal Airbnb in den letzten Jahren stetig zu. Allein vergangenes Jahr hatte der amerikanische Onlinedienst mehr als drei Millionen Übernachtungsbuchungen in ganz Dänemark. Dieser rasante Anstieg führte zu vermehrten Forderungen nach einer politischen Regulierung von Airbnb. Ein Grund dafür sind die starken Einbußen der Hotelbranche. Nach langen Überlegungen der Parteien in Kopenhagen wurde nun entschieden, dass man sich an dem Modell der niederländischen Hauptstadt Amsterdam orientieren möchte. Dort gilt ein Vertrag der zwischen Airbnb und der Stadt geschlossen wurde. Dieser besagt, dass Nutzer die ihre Wohnungen vermieten wollen, dies nur für 60 Tage im Kalenderjahr tun dürfen. Nach 60 vermieteten Tagen wird die Wohnung von der Plattform entfernt. Diese Maßnahme reguliert den Markt stärker und sorgt für eine bessere Kontrolle des Gewerbes.

Dänischer Hotelverband Horesta erleichtert

Die politische Vertreterin der Horesta (dem Verband für Hotel, Gastronomie und Tourismus), Kirsten Munch Andersen, ist zufrieden mit der Planung von Jensen. Andresen betont jedoch auch, dass Horesta Airbnb gegenüber immer offen war. Airbnb schaffe Wettbewerb und dieser belebt die Branche. Nur müsse dieser Wettbewerb zu gleichen Bedingungen stattfinden. Kopenhagens Bürgermeister Jensen sieht sein Vorgehen optimistisch: "Wir müssen verhindern, dass eine Plattform wie Airbnb den Markt so stark beeinflussen kann." Zu dem sieht Jensen eine Gefahr für den Immobiliensektor der Hauptstadt. Jensen will durch seine neue Regulierung Immobilienspekulanten abschrecken. In letzter Zeit kauften viele Immobilienspekulanten vermehrt Wohnungen in Kopenhagen, um diese ganzjährig auf Airbnb zur Vermietung online zustellen. Die Tagespreise für eine kleine Wohnung im Herzen der Hauptstadt belaufen sich auf 600-800 dänische Kronen. Würde man seine Wohnung ganzjährig vermieten, würde man als Vermieter ca. 216 000 dänische Kronen verdienen. Solche Immobilienspekulationen hatten auch einen großen Einfluss auf den Wohnungsmarkt in Kopenhagen.

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