Venstre-Zoff

Irene Holk Lund steigt nicht wieder ins Venstre-Boot

Irene Holk Lund steigt nicht wieder ins Venstre-Boot

Irene Holk Lund steigt nicht wieder ins Venstre-Boot

Tondern/Tønder
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Irene Holk Lund (l.) an ihrem damaligen Arbeitsplatz bei der Einweihung der kommunalen Zahnklinik in Bredebro im August vor zwei Jahren (Archivfoto) Foto: Elise Rahbek

Die Stadtratspolitikerin aus Lügumkloster hat kein Vertrauen zu den neuen Venstre-Kräften, die sie als „trumpische Protestpartei" tituliert. Die 55-Jährige hat sich noch nicht entschieden, ob es ihr endgültiger Abschied aus der Politik ist.

Wenn die Partei Venstre Kurs auf die Kommunalwahl im November 2021 nimmt, wird Stadtratspolitikerin Irene Holk Lund (V), Lügumkloster/Løgumkloster, nicht erneut für diese Partei kandidieren.

Damit ist die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses die Dritte aus der 14-köpfigen Venstre-Fraktion, die nach dem internen Absägen von Bürgermeister Henrik Frandsen als Spitzenkandidat der Partei den Rücken kehrt.

Frandsen unterlag Mitte Juni knapp seinem Herausforderer Martin Iversen bei einer Drive-in-Wahl der Partei auf einem Feld in Aggerschau/Agerskov.

Die Dritte, die Venstre den Rücken kehrt

Irene Holk Lund, die seit 17 Jahren in der Venstre-Politik mitmischt, ist als Ausschussvorsitzende die Dritte in einer führenden Position, die nicht wieder für Venstre kandidieren will.

Nach dem Vorsitzenden des Technischen Ausschusses, Bo Jessen, hatte auch René Andersen, Vorsitzender des Ausschusses für Freizeit- und Kultur, angekündigt, nicht wieder für Venstre zur Verfügung zu stehen.

Irene Holk Lund begründet ihren Schritt damit, dass sie kein Vertrauen zu den neuen Venstre-Kräften hat.

„Die Sichtweise, mit der Venstres neuer Bürgermeisterkandidat, der Kommunalverein und einige Mitglieder im Umfeld des neuen Bürgermeisterkandidaten auf die Kommune Tondern blicken, kann ich nicht wiedererkennen. Sie meinen, dass es eine schlecht geführte Kommune ist, und dass mehr Mitarbeiter gefeuert werden müssen“, so Irene Holk Lund in einer Pressemitteilung.

„Kein Vertrauen"

„Diese Sichtweise halte ich weder für richtig, noch für fair oder besonders konstruktiv. Ich habe kein Vertrauen, und daraus ziehe ich die Konsequenz. Von ihrer Seite hat es viele unfeine Sachen gegeben“, so der Vorwurf der 55-jährigen Stadtratspolitikerin.

„Daher werde ich nicht auf der Liste von Venstre zur Kommunalwahl 2021 zu finden sein“.

Zur Frage des „Nordschleswigers“, ob es sich dabei um einen endgültigen Abschied aus der Politik handeln würde, antwortet sie: „Es ist ein endgültiger Abschied von der Politik zum jetzigen Zeitpunkt und dazu, für die neuen Venstre-Kräfte zu kandidieren."

Und wie schaut es mit einer Kandidatur auf einer anderen Liste aus?

„Man hat in anderen Orten gesehen, dass ein Aufbruch den Nährboden für etwas Neues bilden kann. Dazu habe ich aber noch nicht Stellung bezogen“, so Irene Holk Lund, deren politische Karriere im damaligen Stadtrat in Lügumkloster anfing.

Nach einer Periode und einem Übergangsjahr während der Kommunalreform dort ist sie inzwischen bei ihrer dritten Legislaturperiode im Kommunalrat in Tondern angelangt.

Die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Irene Holk Lund, und der Vorsitzende des Ausschusses für Freizeit und Kultur, René Andersen, bei der Verleihung des Vereinspreises 2018. Die beiden Politiker wollen nicht wieder für Venstre ins Rennen gehen. (Archiv) Foto: Elise Rahbek

„Venstre ist dabei, sich zu einer trumpischen Protestpartei zu entwickeln“, hält sich Irene Holk Lund, die Bürgermeister Henrik Frandsen voll und ganz unterstützt, nicht mit ihrem Urteil zurück.

Ich weiß, dass sehr viele Venstre-Wähler verzweifelt sind, und ich kann sie verstehen. Ich glaube, dass Venstre bei der kommenden Kommunalwahl die Bürgermeisterkette verlieren wird, da mehrere Stimmenschlucker 2021 nicht auf der Liste sein werden.

Irene Holk Lund, Vorsitzende des Gesundheitsausschusses

„Ich weiß, dass sehr viele Venstre-Wähler verzweifelt sind, und ich kann sie verstehen. Ich glaube, dass Venstre bei der kommenden Kommunalwahl die Bürgermeisterkette verlieren wird, da mehrere Stimmenschlucker 2021 nicht auf der Liste sein werden. Die meisten Wähler stimmen bei der Kommunalwahl persönlich. Daher wird die Wahl 2021 auch einen Zacken extra spannend“, so die Politikerin, die seit nahezu acht Jahren an der Spitze des Gesundheitsausschusses steht.

Meinungsverschiedenheiten mit dem Parteivorstand in Lügumkloster führten Ende November 2019 dazu, dass Irene Holk Lund zum Wählerverband nach Hoyer/Højer wechselte.

Persönliche Stimmen

Mit 453 persönlichen Stimmen platzierte sich Irene Holk Lund bei der Kommunalwahl 2017 auf Platz fünf in der Top-Fünf-Hitliste mit den meisten Stimmen. Absoluter Stimmenmagnet war Henrik Frandsen mit 2.647 Stimmen, gefolgt von Peter Christensen (Soz.), 955, und Jørgen Popp Petersen (SP), 629 Stimmen. Der vierte Platz ging mit 457 Stimmen an die junge Venstrepolitikerin Mette Bossen Linnet.

René Andersen erzielte 377 und Bo Jessen 319 Stimmen.

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