Verkehrssicherheit

Volvo hat die Gefahren des Touchscreens erkannt

Volvo hat die Gefahren des Touchscreens erkannt

Volvo hat die Gefahren des Touchscreens erkannt

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Über der linken Hand des Fahrers ist das Head-up-Display in der Windschutzscheibe zu sehen. Foto: Volvo

Mit einem zusätzlichen Head-up-Display können Autofahrer alle Informationen auf der Frontscheibe ablesen.

Das Bedienen eines Touchscreens während der Fahrt kann Autofahrer ablenken und zu gefährlichen Situationen sowie Unfällen führen.

Der schwedische Fahrzeughersteller Volvo ist für seine innovativen Sicherheitskonzepte weltbekannt, und „Der Nordschleswiger“ fragte bei Auto Lindvang, der Volvo-Vertretung in Apenrade, nach, ob sich die Schweden Gedanken über das Ausschalten von Ablenkungsmöglichkeiten gemacht haben.

Volvo-Händler: Fahrer muss Hände nicht vom Lenkrad nehmen

Autoverkäufer Jørgen Bie erläutert die zusätzliche Sicherheitseinrichtung: „Damit die Fahrer nicht den Blick vom Verkehr nehmen müssen, können alle Informationen, die über den Touchscreen eingestellt werden können, auf ein Head-up-Display in der unteren Hälfte der Frontscheibe eingespiegelt werden. Sollen die Einstellungen geändert werden, sind am Lenkrad zwei Kreuzwippen eingebaut, die dazu benutzt werden. Eigentlich muss der Fahrer seine Hände nicht vom Lenkrad nehmen, um den Touchscreen zu bedienen.“

Die Unfallstudie vom Verkehrssicherheitsrat „Rådet for Sikker Trafik“ ist Bie bekannt, doch die hohe Gefahren- und Unfallrate bei den 18- bis 35-Jährigen ist seiner Meinung nach eher auf das Bedienen eines Handys zurückzuführen.

„Moderne Autos haben Klimaanlagen, und normalerweise wird die Temperatur nicht geregelt“, sagt Bie. „Meist steht sie auf 22° C. Teilen mehrere Personen sich denselben Wagen und jeder hat seinen eigenen Schlüssel, kann dieser individuell programmiert werden, sodass sich das Auto beim Anlassen auf den jeweiligen Fahrer einstellt.“

Eltern können Autos den Fähigkeiten ihrer Kinder anpassen

Volvos totales Sicherheitskonzept geht so weit, dass Eltern das Auto vorprogrammieren können, damit andere Benutzer, zum Beispiel die eigenen Kinder, eine bestimmte Geschwindigkeit nicht überschreiten können. Ganz konkret werden alle neuen Volvos künftig außer mit Standardzündschlüsseln mit einem orangefarbenen „Care Key“ ausgeliefert, der den Fahrfähigkeiten angepasst werden kann.

Außerdem sieht das System mithilfe einer Kamera, ob der Fahrer seinen Blick auf den Verkehr gerichtet hat oder abgelenkt wird. Entdeckt das Sensorprogramm, dass der Fahrer abgelenkt ist, werden alle deaktivierten Sicherheitshilfen eingeschaltet. Über ein Signal wird der Fahrer aufmerksam gemacht, dass er sich in einer Gefahrensituation befindet.

Reagiert er nicht, bremst der Volvo sich selbst ab und kommt zum Stillstand. Gleichzeitig wird eine Alarmzentrale benachrichtigt, die sich mit dem Fahrer in Verbindung setzt und gegebenenfalls Hilfe schickt.

Volvo hat sich das Ziel gesetzt, dass Neufahrzeuge ab diesem Jahr ihre Insassen so intensiv schützen, dass sie bei einem Unfall nicht ums Leben kommen.

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