Verkehr

Jeder vierte fährt 100 km/h auf der Landstraße

Jeder vierte fährt 100 km/h auf der Landstraße

Jeder vierte fährt 100 km/h auf der Landstraße

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Die neue Kampagne der Verkehrsorganisation Foto: Rådet for Sikker Trafik

Eine neue Analyse zeigt, dass zu viele Autofahrer auf den dänischen Landstraßen einen Bleifuß haben. Eine neue Kampagne soll nun für niedrigere Geschwindigkeiten sorgen.

Bleifuß: Die fünf meistverwendeten Entschuldigungen

  1. Ich folge den Verkehrsfluss
  2. Der Straßenverlauf lädt zu erhöhten Geschwindigkeiten ein
  3. Es waren keine anderen Verkehrsteilnehmer
  4. Ich vergesse es auf meine Geschwindigkeit zu achten
  5. Ich bemerke nicht, dass ich zu schnell fahre

„Ich bin zu spät losgekommen und fuhr deshalb ein wenig schneller“, oder „Ich bin die Strecke schon 100 Mal gefahren. Hier passiert nichts.“ Ein Großteil der Autofahrer kennt beim zu schnell fahren Ausreden wie diese. Aber selbst kleinste Geschwindigkeitsüberschreitungen können dazu führen, dass bei einem Unfall schlimmeres passiert, berichtet die Verkehrssicherheits-Organisation Rådet for Sikker Trafik in einer Pressemitteilung.

In einer neuen Geschwindigkeit-Kampagne der Organisation „Sænk farten – bare lidt“ (Fahr langsamer – nur ein wenig) werden die vielen Entschuldigungen von Rasern kritisch bewertet. Die Kampagne fokussiert insbesondere auf die Landstraßen des Landes, die aufgrund von erhöhter Geschwindigkeit zu den unfallreichsten Straßen Dänemarks gehören.

In einer neuen Analyse des Analyseinstitutes Promonitor unter 2.354 Autofahrern erklären 56 Prozent, dass sie sehr oft oder des Öfteren 90 Kilometer pro Stunde oder mehr auf der Landstraße fahren. 23 Prozent geben gar an, dass sie mehr als 100 km/h fahren.

„Es mag ja sein, dass kleine Geschwindigkeitsüberschreitungen ungefährlich erscheinen. Aber selbst kleinste Überschreitungen sind jährlich Schuld daran, dass Menschen im Straßenverkehr sterben oder schwer verletzt werden“, erklärt die Abteilungsleiterin bei Rådet for Sikker Trafik, Michelle Laviolette. Bei erhöhter Geschwindigkeit werde der Bremsweg um mehrere Meter verlängert.

Durchschnittsgeschwindigkeit gefallen

Obwohl die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dänischen Straßen im Laufe der Jahre gefallen sei, verursachen erhöhte Geschwindigkeiten weiterhin die Hälfte aller Unfälle mit Todesfolge, wie eine Statistik der Straßenbehörde Vejdirektoratet belegt. Insbesondere die Landstraßen sind betroffen, wo sechs von zehn Verkehrstoten ums Leben kommen. In vielen Fällen sind es nicht einmal deutliche Geschwindigkeitsüberschreitungen, die für einen Todes-Unfall verantwortlich sind. In 62 Prozent der Unfälle wurde die Geschwindigkeitsbeschränkung mit 20 oder weniger km/h überschritten.

Um herauszufinden warum Personen zu schnell fahren, hat die Organisation im August eine Umfrage unter 1.000 Autofahrern durchgeführt. Dabei kamen viele Erklärungen für einen Bleifuß auf den Tisch. Die meisten seien der Meinung, dass sie ledig den Verkehrsfluss folgen würden und dass die Straße schnellere Geschwindigkeiten verkraften könne.
„Du bist vielleicht der Meinung, dass du eine gute Entschuldigung für deinen Bleifuß hast. Aber das hilft herzlich wenig, wenn plötzlich etwas unerwartet auftaucht und du bremsen musst. Das ist die Botschaft unserer Kampagne“, so Laviolette.

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