Mobilität

Achtung, Stau! So gelingt der entspannte Sommer-Urlaub mit dem Auto trotzdem

Achtung, Stau! So gelingt der entspannte Sommer-Urlaub mit dem Auto trotzdem

Achtung, Stau! So gelingt der entspannte Auto-Urlaub dennoch

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Apenrade/Aabenraa
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Am Wochenende beginnen in Dänemark und in Nordrhein-Westfalen die Schulferien. Das bedeutet Staus – in Dänemark, aber vor allem auch in Deutschland (Archivfoto). Foto: Karin Riggelsen

Die gute Nachricht: Reisen ist wieder (fast) uneingeschränkt möglich. Die schlechte: So viele Menschen wie nie wollen mit dem Auto in den Urlaub. Wir verraten, wie Baustellen und Staus in Deutschland umgangen werden können.

Nach zwei Sommern, die von der Corona-Krise geprägt waren, planen die Menschen in Dänemark wieder Urlaube im Ausland. Und wie der Tankstellen- und Erdgaskonzern OK in einer Pressemitteilung schreibt, wollen die meisten Europäerinnen und Europäer dieses Jahr mit dem Auto in den Urlaub fahren.

Zugleich sind im Reise- und Durchreiseland Deutschland etliche Autobahn-Baustellen angekündigt. Die logische Konsequenz: Stau.

Sommerferien in Dänemark

Dieses Jahr beginnen die Schulferien in Dänemark am Sonnabend, 25. Juni. Das neue Schuljahr beginnt dann, je nach Kommune, am 8., 9. oder 10. August.

Westdeutschland besonders verstopft

Laut ADAC-Sprecherin Melanie Mikulla werde besonders das Autobahnnetz im Westen Deutschlands unter Druck geraten, weil es dort derzeit zahlreiche Baustellen gibt.

Der ADAC sieht für das Wochenende 24. bis 26. Juni, an dem in Dänemark die Schulferien beginnen, volle Autobahnen vorher. Nicht nur in Dänemark – auch in Nordrhein-Westfalen mit seinen 18 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist Ferienbeginn.

Besonders heftig wird es demnach auf den Nord-Süd-Routen in Westdeutschland, auf der A1 und der A7 zwischen Flensburg und dem Alpenvorland.

Autofahren
Mit dem Auto in den Urlaub – das will dieses Jahr besonders gut geplant sein (Symbolfoto). Foto: Andy Art/Unsplash

Umweg über Berlin kann sich lohnen

Am wenigsten werde die Nord-Süd-Autobahn im dünner besiedelten Osten, die A9, belastet sein. Ein Abstecher nach Berlin könnte also auf dem Weg in den Süden vor stundenlangem Stau auf der A7 bewahren.

Denn Heimat- und Campingurlaub sind auch in Deutschland beliebt – und das Auto ist das liebste Verkehrsmittel der Menschen in Deutschland auch für Tages- und Kurzreisen. Hinzu kommt der G7-Gipfel im bayrischen Elmau vom 26. bis zum 28. Juni. Wegen der dortiogen Sicherheitsmaßnahmen wird es Kontrollen und Umleitungen geben.

„Wer in Österreich oder im nordöstlichen Italien Urlaub macht, zum Beispiel am Gardasee, der sollte sich überlegen, die A9 zu benutzen anstelle der A7, besonders Mitte Juli und danach“, sagt Rasmus Boserup, Pressesprecher bei OK. Zwar sei dies ein kleiner Umweg – die Reisezeit würde sich jedoch aller Voraussicht nach verkürzen.

So soll es auf dem „Hamburger Deckel“ in Altona bald aussehen. Die A7 verläuft bereits teilweise unterirdisch. Foto: Hamburg.de/moka-studio/arbos Freiraumplanung GmbH

Flaschenhals Hamburg fast aufgelöst

Nördlich Hamburgs hat es in den vergangenen Jahren massive Bauarbeiten gegeben, unter anderem wurden Teile der A7 überdacht. Diese Arbeiten sind bald abgeschlossen, doch nun droht südlich der Elbe Stau, wo es Brückenarbeiten gibt. Allerdings soll es laut ADAC nicht zu so drastischen Staus kommen wie dies mit bis zu sechs Stunden Wartezeit nördlich der Elbe der Fall war.

Der Tipp für Hamburg: Die Rushhour umgehen und frühmorgens oder am späteren Abend durch die Elbmetropole fahren, die nicht nur mit Stadt- und Urlaubsverkehr, sondern als Hafenstadt auch mit massivem Lkw-Verkehr zu kämpfen hat.

Die Regeln kennen – Staus vermeiden

Wer die wichtigen Regeln im Stau und an Baustellen beachtet – etwa das Reißverschlusssystem und die Rettungsgassen – der trägt selbst mit dazu bei, dass Staus vermieden werden oder sich schneller wieder lösen.

Rettungsgasse
Foto: ADAC

Rettungsgasse

Die Regeln dafür, wie auf mehrspurigen Straßen eine Rettungsgasse gebildet wird, sind einfach:

  • Autos auf der Überholspur ganz links weichen nach links aus, alle anderen nach rechts.
  • Der Standstreifen (rechts der Fahrbahn) muss ebenfalls freigehalten werden – außer, es besteht ansonsten kein Platz für eine Rettungsgasse.

Reißverschlusssystem

Verengt sich eine Fahrbahn um eine Spur, ist das Reißverschlusssystem anzuwenden. Das ist keine Höflichkeit – sondern gesetzlich geregelt.

Wichtigste Regeln:

  • Der Spurwechsel soll erst unmittelbar vor der Engstelle erfolgen.
  • Autofahrerinnen und Autofahrer, die auf der linken Spur bis zur Verengung vorfahren, verhalten sich korrekt.
  • Wer früher einfädelt, verursacht Verzögerungen und somit möglicherweise einen Stau.
  • Das Reißverschlusssystem gilt auch dann, wenn es nicht ausdrücklich durch Schilder angezeigt wird.
  • Am besten funktioniert das System, wenn jedes Fahrzeug auf der rechten von zwei Spuren jeweils ein Fahrzeug von der linken Spur sich einordnen lässt.
  • Wichtig: Beim Auffahren auf die Autobahn gilt das Reißverschlussverfahren nicht! Autos, die bereits auf der Autobahn fahren, haben Vorfahrt.

Rechtsfahrgebot

In Deutschland, Österreich und anderen Ländern gilt, wie auch in Dänemark, das Rechtsfahrgebot. Das bedeutet, dass außerhalb von Ortschaften auf mehrspurigen Straßen wie Autobahnen in der Regel die rechte Spur zu nutzen ist.

Die Regeln kurz erklärt:

  • Fahrzeuge müssen in der rechten Spur fahren. Die Verkehrslage kann es gestatten, zum Überholen die Spur zu wechseln.
  • In Deutschland gilt Gerichtsurteilen zufolge, dass wenn man den rechten Fahrstreifen deutlich länger als 20 Sekunden benutzen kann, das Rechtsfahrgebot befolgt werden sollte.
  • Im Stau oder bei stockendem Verkehr darf auch vorsichtig rechts überholt werden.
  • Autofahrende dürfen bei einer drei- oder mehrspurigen Straße den mittleren Fahrstreifen bzw. den zweiten Fahrstreifen von rechts durchgängig befahren, wenn rechts hin und wieder Fahrzeuge unterwegs sind.

    Quellen: ADAC, Zeit.de

Stress vermeiden – Zeitpolster einplanen

Generelle Tipps für den Urlaub mit dem Auto

  • Möglichst außerhalb der Stoßzeiten reisen. Am besten die Wochenenden vermeiden.
  • Der Verkehr in Deutschland soll in den Wochen 29 bis 33 am dichtesten sein.
  • Stau an den Grenzen: Bei der Rückreise nach Dänemark ist für die Zeiträume 10 bis 18 Uhr wegen der dänischen Kontrollen mit Staus an den deutsch-dänischen Grenzübergängen zu rechnen.
  • Wer in Dänemark unterwegs ist: Die Internetseiten von der Straßenbehörde (Vejdirektoratet) bieten neben dem Verkehrsfunk („DR P4“) einen Überblick über die Verkehrslage.
  • In Deutschland informiert unter anderem der ADAC auf seiner Internetseite, aber auch Kartenanbieter wie Google Maps und Apple Maps zeigen die Verkehrslage an. In Österreich informiert unter anderem der ÖAMTC über den Verkehr.
  • Die Strecke vorplanen und Pausen einlegen um Stress und Müdigkeit zu vermeiden.
Ein Ölwechsel vor Reisebeginn könnte eine gute Idee sein. Foto: Tim Mossholder/Unsplash


Ist das Auto fit für den Urlaub?

Bevor es überhaupt in den Urlaub, egal ob in den Süden oder in den Norden, geht, sollte feststehen, dass das Auto die Reise auch mitmacht.

„Die meisten Auslandseinsätze haben wir jedes Jahr in Deutschland. Das Land ist groß und die vielen Fahrtkilometer, vollbeladen und mit Klimaanlage und elektrischen Geräten im Dauerbetrieb setzen das Auto maximal unter Druck“, sagt Anette Bjørn Juncher von der Pannenhilfe SOS International in einer Pressemitteilung.

Ein Termin bei der Werkstatt, um das Auto vor der Fahrt durchchecken zu lassen, ist also zu empfehlen.

Das Auto richtig packen

Nicht zu unterschätzen sind auch die Verkehrsrisiken und der Stress, die ein schlecht gepacktes Auto verursachen kann.

  • Schwere Dinge nach unten im Kofferraum und so nah wie möglich an der Rückseite der Rückbank packen.
  • Wer eine Dachbox benutzt, sollte die leichtesten Gegenstände dort einpacken.
  • Lose Gegenstände können zu Geschossen werden – und verloren gehen. Deshalb sind Aufbewahrungstaschen an den Rücksichten ein heißer Tipp.
  • Getränke und Nahrung sollten griffbereit, aber sicher verstaut sein. Fahrende sollten sich nicht umdrehen oder strecken müssen. Doch Achtung: Lieber Essenspausen einlegen, als hinterm Lenkrad zu essen!
  • Eine Gute Idee ist es auch, ein Reserverad einzupacken. So macht man sich unabhängig von den Öffnungszeiten, Lieferzeiten und Aufpreisen örtlicher Werkstätten und kommt schnell von unangenehmen und unsicheren Haltepunkten am Straßenrand wieder weg.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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