Tipps von der Tierärztin

So kommen Tiere durch den Sommer

Marlies Wiedenhaupt
Marlies Wiedenhaupt Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Auch spielerisch können Hundehalter ihre – möglicherweise trinkfaulen – Vierbeiner zum Wassertrinken animieren. Foto: Karin Riggelsen

Wie können Hunde, Katzen, Kaninchen und Co. große Wärme gut überstehen? Tierärztin Ellen Hommelhoff gibt Tipps.

Sollte es im kommenden Sommer tatsächlich richtig heiß werden, ist es gut zu wissen, wie man seinen Haustieren durch diese Zeit helfen kann. Denn in gewisser Weise sind Hunde und Katzen, Kaninchen und Ziervögel  ja „auch nur Menschen“ und ähnlich wie wir auf gewisse Maßnahmen angewiesen, wenn die Hitze den Körper belastet.

1. Frisches Wasser:

Seinen Haustieren sollte man stets den Zugang zu frischem Wasser ermöglichen. „Katzen trinken so gut wie nicht,  und  Hunde können sogar vergessen, genügend zu trinken“,  berichtet Ellen Hommelhoff, selbstständige Tierärztin im Skjern Dyrehospital, dem Nordschleswiger. „Bei Hitze müssen  Hunde   viel hecheln, und dabei  wiederum verdampft   auch viel Flüssigkeit.“

Manche Katzen- und Hundehalter schwören auf einen kleinen Trick, um ihre trinkfaulen Vierbeiner zu mehr Flüssigkeitsaufnahme zu animieren: Sie geben einen Schuss Rinder- oder Hühnerbrühe in den Trinknapf. Ellen Hommelhoff  sagt dazu: „Das  Salz  in der Brühe ist natürlich gut, dennoch  muss man aufpassen, dass  die Menge sich  in Maßen hält.“
Sie selbst empfiehlt, Hunde und Katzen auch durch Ballspiele mit  dem Wasser in Kontakt zu bringen.   Beim Toben unter dem kleinen Garten-Wasserfall, beim Spritzen mit  dem Gartenschlauch   oder    am    Springbrunnen ließen sich Planschen und Trinken leicht verbinden.

„Damit Katzen ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, kann man ihr Futter mit Wasser verdünnen“, rät Ellen Hommelhoff, „bei Dosenfutter lässt sich das sehr gut machen. Trinken Katzen und Hunde  zu wenig, besteht die Gefahr, dass sie Blasen- oder Nierensteine bekommen.“

2. Kühles Plätzchen ohne Zugluft:

Während sich Katzen und Hunde selbst instinktiv einen kühlen, schattigen Platz suchen, wenn es ihnen zu heiß wird, ist bei Tieren, die vor allem  im Käfig leben, der Mensch gefragt, sich um sie zu kümmern – seien es  Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen oder  Ziervögel. Die Käfige sollten auf keinen Fall in der prallen Sonne stehen, und auch Zugluft sollte vermieden werden. „Zugluft  ist gefährlich und  kann die Tiere krank machen“, so die 63-jährige Tierärztin, die in der deutschen Minderheit im nordschleswigschen  Maugstrupskov aufgewachsen ist. „Über kleine Käfige, die drinnen stehen, lassen sich gut feuchte Tücher hängen. Das kühlt.“

Kaninchen, die  ja meist draußen  gehalten werden,  sollten unbedingt einen Platz  im Schatten bekommen. „Für gute Kühlung kann man sorgen, indem man den Käfig  zum Beispiel  mit Rhabarberblättern abdeckt – sie sind luftdurchlässig und geben trotzdem eine  gute Kühlung. Sie sind auch besser als ein Brett, denn  darunter  staut sich die Wärme viel mehr. Und  auch wer Ziervögel  in einer Voliere hält,  sollte dafür sorgen, dass die Tiere  Zuflucht in kühlem Schatten finden können. Manchmal ziehen sie sich dann in  Löchern in der Wand zurück“,  so Ellen Hommelhoff.

3. Hitzschlag und Sonnenstich

Katzen und Hunde können einen Sonnenstich erleiden oder einen Hitzschlag bekommen, wenn sie zu hohen Temperaturen ausgesetzt sind. „Das kann sogar  im Schatten passieren“, berichtet die Tierärztin. „Einen Sonnenstich erkennt man daran, dass sie apathisch herumliegen, schwer Luft bekommen oder Gleichgewichtsstörungen haben.“ Bei solchen Warnsignalen helfe es, ihre  Pfoten in kühles Wasser zu halten, und ihnen ein  kühles, „aber nicht eiskaltes“, Handtuch über den Kopf zu legen. „Wenn man unsicher ist, ob die Maßnahmen greifen, dann sollte  der Hunde- oder Katzenhalter aber besser den  Tierarzt aufsuchen. Dem Vierbeiner  wird dann Flüssigkeit direkt in die Vene gespritzt.“

4. Tiere nicht im Auto lassen

Auch unterwegs kann es gefährlich werden für die  Haustiere. „Sie sollten  nicht im Auto zurückgelassen werden, auch nicht im Schatten. Bei starker Hitze können zehn Minuten  schon lebensgefährlich sein“, versichert die Tierärztin, „und das ist früher, als die meisten erwarten.“

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