Rasenmäher

Roboter können Igel töten

Marlies Wiedenhaupt
Marlies Wiedenhaupt Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Ein Igel.
Gartenroboter können für kleine Tiere gefährlich werden. Foto: dpa

Motorisierte Gartenhelfer sollten keineswegs nachts im Einsatz sein.

Motorisierte Gartenhelfer sollten keineswegs nachts im Einsatz sein.

Rasenmäher-Roboter werden in der Werbung häufig als wahre Alleskönner beschrieben, die selbst große Flächen im Alleingang bearbeiten. Doch die praktischen Gartenhelfer können leider auch tödlich sein. Zum Beispiel für Igel. „Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind sie besonders gefährdet“, teilt der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in verschiedenen deutschen Medien mit (z. B. Spiegel online, Deutschlandfunk, Bayerischer Rundfunk). So könnten die Tiere leicht vom Roboter verletzt werden, denn viele Geräte reagierten einfach zu spät auf Hindernisse. Das heißt, sie fahren über den Igel hinweg oder so nah an ihn heran, dass sie ihn verletzen oder gar töten.

Die Verletzungen betreffen meist die Schnauze des Igels. Beim Tierarzt oder in einer Igelstation könne geklärt werden, ob dem Tier noch zu helfen sei oder nicht.

In den Betriebsanleitungen der Mähroboter werde zwar ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Geräte zum Schutz von Kindern und Tieren nicht unbeaufsichtigt eingesetzt werden dürfen, aber dennoch ließen viele Gartenbesitzer die Roboter nachts arbeiten, so der LBV. Weil der Igel ein nachtaktives Tier ist, kriegt bei Gefahr niemand etwas mit, kann niemand eingreifen und retten.

Insekten als Nahrung werden auch zerhäckselt

Oft zerhäckseln die selbsttätigen Rasenmäher aber auch die Nahrung des Igels, Insekten beispielsweise. Um hier gegenzusteuern hilft es dem Tier, eine Ecke im Lebensraum Garten gar nicht zu mähen, einen Totholz- oder Steinhaufen liegen zu lassen oder das Laub in einer Ecke nicht wegzublasen.

Wer auf einen Mähroboter nicht verzichten will, sollte Igel-Experten zufolge also zuvor den Rasen absuchen und den Roboter tagsüber fahren lassen.

Nachts sind unter anderem auch Blindschleichen, Frösche und Kröten gefährdet. Und weil die Roboter sehr leise arbeiten, werden die Tiere oft von ihnen überrascht.

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