Bundestagswahl 2021

SSW räumt ordentlich ab im Wahlkreis 2: Das sagt Direktkandidatin Sybilla Nitsch

SSW: Das sagt Direktkandidatin Sybilla Nitsch

SSW: Das sagt Direktkandidatin Sybilla Nitsch

SHZ
Nordfriesland
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Zwar hat SSW-Kandidatin Sibylla Nitsch es nicht in den Bundestag geschafft, dennoch konnte sie für ihre Partei und sich selbst viele Stimmen in Nordfriesland / Dithmarschen Nord sammeln. Foto: Volkert Bandixen/shz.de

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Auf in den Landtag? Sibylla Nitsch hatte als Dritte auf der Landesliste keine Chance auf den Bundestag. Warum sie dennoch laut getrommelt hat und ihre Stimme gerade in Nordfriesland wichtig ist, erzählt sie hier.

„Ein Mandat scheint uns sicher, wir sind überglücklich darüber“, freute sich Sybilla Nitsch am Wahlabend für ihren Kollegen, den Flensburger Stefan Seidler. Diese konnte sich einen der 735 Mandate im Bundestag ergattern, denn die Minderheitenpartei ist von der 5-Prozent-Sperrklausel befreit.

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Heimlicher Wahlsieger in NF

Nitsch selber hatte nie eine Chance auf einen Sitz im Bundestag, dennoch entschied sie sich, für den SSW im Wahlkreis Nordfriesland/Dithmarschen Nord kräftig zu trommeln. Denn am Ende sei es um das Gesamtergebnis gegangen, weiß auch Nitsch. Und das konnte sich insbesondere im Wahlkreis Nordfriesland /Dithmarschen Nord sehen lassen. Hier war der SSW, der sich seit 60 Jahren zum ersten Mal wieder für den Bundestag hat aufstellen lassen, der heimliche Wahlsieger.

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In einigen Gemeinden holte die Partei gar ein zweistelliges Ergebnis. Die Partei der dänischen Minderheit kam in Bredstedt auf 8,9 Prozent Stimmenanteil. In Tönning waren es 9,6 Prozent, in Friedrichstadt wurde der SSW drittstärkste Kraft hinter SPD und CDU mit einem Anteil von 12,6 Prozent. Im Amtsbereich Südtondern kam der SSW auf 10 Prozent der Stimmen. In St. Peter-Ording allerdings nur auf 3,8 Prozent. In Mildstedt waren es glatt 6 Prozent.

Landtagswahl als Vergleich

Nitsch ist auch am Tag nach der Wahl überwältigt: „Wir hatten uns so rund 8000 Stimmen errechnet, wir haben ja als Vergleich nur die Landtagswahl.“ Am Ende holte Nitsch selbst 9396 der Erststimmen (6,5 Prozent), die Partei bekam insgesamt 9512 also 6,6 Prozent der Stimmen aus Nordfriesland / Dithmarschen Nord.

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Und jetzt? Was tun mit einem Sitz im Bundestag, der im Übrigen nicht von der Westküste, sondern aus Flensburg stammt? „Natürlich sind wir parlamentarisch nicht die größte Stimme, aber wir können ja unsere Themen anbringen“, so Nitsch. Und dabei helfe die Vernetzung in den Bundestag, die ja nun durch den Kollegen Stefan Seidler gegeben sei. „Wir können konkret schauen, welche Fördermittel wir hier brauchen, zum Beispiel für grenzüberschreitenden Verkehr, sozialen Wohnraum und natürlich die friesische Volkgruppe“, so Nitsch.

Mit Rückenwind in die Landtagswahl

Und dann ist da ja auch noch die anstehende Landtagswahl, hier steht Nitsch bereits auf Position vier der Landesliste bereit. Sollte der SSW ähnlich stark abschneiden, ist das kein aussichtsloser Platz. „Wir hoffen, dass wir den Wind jetzt mitnehmen können“, so Nitsch. Mit Lars Harms, Listenplatz 1, und ebenfalls Nordfriese, bilde sie ein gute Front. Der SSW stelle nicht gegeneinander auf, sondern arbeite zusammen, anders gehe das nicht mit so einem kleinen Trupp, erklärt die Husumerin.

Bisher war der SSW erst ein einziges Mal im Bundestag vertreten. Das war nach der allerersten Bundestagswahl 1949. Danach reichte es nicht mehr. Nach 1961 hatte die Partei die Bundespolitik aufgegeben und sich voll auf Landes- und Kommunalebene konzentriert.

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