Dänische Minderheit

Schwieriges Haushaltstreffen steht bevor

Schwieriges Haushaltstreffen steht bevor

Schwieriges Haushaltstreffen steht bevor

Rasmus Meyer, Flensborg Avis/az
Kopenhagen/Flensburg
Zuletzt aktualisiert um:
Årsmøde in Flensburg
Symbolbild Foto: Martin Ziemer/jv

Die Organisationen der dänischen Minderheit in Südschleswig fordern mehr Zuschüsse als das Finanzgesetz vorsieht.

Haushaltstreffen

Anfang November 2019 wird der Südschleswig-Ausschuss des dänischen Folketings ein Haushaltstreffen mit den Organisationen der dänischen Minderheit in Südschleswig veranstalten. Im Laufe des Dezembers sollen die Organisationen dann über die bewilligten Mittel für 2020 informiert werden.

Die Organisationen der dänischen Minderheit in Südschleswig müssen sich auf kreative Lösungen im Hinblick auf das Budget für 2020 einstellen. In den meisten Fällen dürften die Zuschuss-Wünsche der Organisationen vom Südschleswig-Ausschuss des dänischen Folketings nicht bewilligt werden, schreibt „Flensborg Avis“.

Denn das Finanzgesetz sieht gerade einmal eine Fortschreibung des 2019-Haushaltes von 1,2 Prozent für die Organisationen der Minderheit vor. Das Problem mit den diesjährigen Fortschreibungen ist jedoch, dass dies weniger ist als die Steigung in den Gehaltsanpassungen, die zum Teil bei drei Prozent liegen.

Herausforderung für Organisationen der Minderheit

Die dänische Zentralbibliothek hat eine Erhöhung ihrer Zuschüsse von etwa zwei Prozent beantragt, der Schulverein, Skoleforeningen, um die 1,7 Prozent. Die dänischen Jugendorganisationen in Südschleswig (Sydslesvigs danske Ungdomsforeninger; SdU) beantragen sogar Fortschreibungen in Höhe von drei Prozent.

Anders Kring, Direktor der SdU, erklärt im Interview mit „Flensborg Avis“ jedoch, dass die Jugendorganisation den Antrag bereits vor den Sommerferien eingereicht habe, also lange bevor der Ausschuss für Südschleswig die Erhöhungen von nur 1,2 Prozent bekannt gegeben hat.

„Wir bewerben uns nur für das, was wir auch tatsächlich brauchen. Der weitaus größte Teil unseres Budgets sind Löhne, und die sind stärker gestiegen als 1,2 Prozent“, sagt er.

Die Zeitung beantragt am meisten

Der prozentual größte Zuschuss mit vier Prozent wurde von „Flensborg Avis“ beantragt.

„Auf der Generalversammlung im Juni mussten wir leider einen Warnschuss abgeben, denn unsere Kostenentwicklung ist höher als das, was uns durch unseren eigenen Verdienst und die Zuschüsse aus Dänemark zur Verfügung steht“, erklärt Chefredakteur Jørgen Møllekær.

„Daher haben wir jetzt für einige Zeit mehrere unbesetzte Stellen in der Redaktion, bis wir das Budget für das kommende Jahr kennen.“ Wenn an dem derzeitigen Arbeitsniveau festgehalten werden soll, dann bedürfe es eben dieser Zuschuss-Erhöhung von vier Prozent, so Møllekær.

SSW und SSF liegen im Rahmen

Der Südschleswigsche Wählerverband (Sydslesvigsk Vælgerforening; SSW) und der Südschleswigsche Verein (Sydslesvigsk Forening; SSF) liegen trotz steigender Lohnkosten mit ihren Zuschuss-Forderungen von 1,0 beziehungsweise 1,2 Prozent genau im Rahmen der vom Südschleswig-Ausschuss bereitgestellten Zuschüsse.

Dies sei aber vor allem aufgrund der deutschen Bezuschussungen möglich, denn auch beim SSW liegen die Lohnsteigungen bei etwa drei Prozent, erklärt Martin Lorenzen im Gespräch mit „Flensborg Avis“.

Ähnlich verhält es sich für den Südschleswigschen Verein, aber man habe die Signale aus Kopenhagen berücksichtigt und daher den Haushalt angepasst, so Jens A. Christiansen, Generalsekretär des SSF.

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