Einhandregatta „Silverrudder“

Nachts bei Wind und Wellen: Drei Fahrdorfer Segler haben Fünen umrundet – und zwar jeweils allein

Drei Fahrdorfer Segler haben Fünen umrundet

Drei Fahrdorfer Segler haben Fünen umrundet

SHZ
Fahrdorf
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Erfolgreiche Finisher: (v.l.) Jürgen Assmussen, Roger Kaufmann sowie Daniel Hein blieben weit unter der Zeitvorgabe von 48 Stunden. Foto: Privat/shz.de

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Jürgen Assmussen, Roger Kauffmann und Daniel Hein nahmen an einer legendären Regatta teil. Fast zwei Tage lang war jeder von ihnen unterwegs – auch nachts.

„Warum mache ich das überhaupt?“, ist einer der Sätze, die sich Jürgen Assmussen (40), Roger Kauffmann (59) sowie Daniel Hein (40) aus dem Fahrdorfer Segelverein im Laufe der Einhandregatta „Silverrudder“ am vergangenen Wochenende immer wieder stellten. 138 Seemeilen ging es für die Familienväter um die dänische Insel Fünen, alleine an Bord und mit dem Ziel, die Umrundung trotz Widrigkeiten innerhalb der maximalen Zeitvorgabe von 48 Stunden zu schaffen.

358 Teilnehmer gingen an den Start

Im voll belegten Hafen von Svendborg hatten 358 Teilnehmer zeitversetzt nach Bootsklassen die Segel gesetzt und starteten mit Rückenwind. Sie segelten entlang der naturbelassenen Küste der drittgrößten Insel Dänemarks unterhalb der großen und kleinen Beltbrücke, vorbei an Middelfahrt und zum Ausgangspunkt zurück. „Alleine ist man nie, denn um einen herum sind ja immerzu andere Boote“, erzählte Assmussen.

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Obwohl die Vorhersagen eine gelungene Veranstaltung versprachen, blieb es anstrengend für die drei Hobbysegler. Denn meterhohe Wellen und entgegengesetzte Strömungen mit Windstärken bis zu 6 Beaufort forderten eine anhaltende Konzentration – auch nachts. „Unter normalen Bedingungen fährt man da nicht raus", gibt Hein zu bedenken, der seine Diva 35,5 „Freier Vogel" erst seit einem Jahr besitzt und nun die Grenzen des Bootes austestete. „Zum Kennenlernen“, wie der Vereinsvorsitzende mit einem Grinsen verriet.


Sein Mitstreiter Jürgen Assmussen fuhr bereits das fünfte Mal bei der Einhandregatta mit. Dieses Mal konnte er mit seiner Fabola Diva 39 „Offlein" seinen persönlichen Rekord knacken und nach 21 Stunden und 45 Minuten als 29. seiner Bootsklasse über die Ziellinie fahren. „Hier geht es nicht ums Gewinnen. Es ist das Abenteuer, es überhaupt zu schaffen“, sagt der Fahrdorfer, der sich mit lauter Musik wach hielt. Bei so viel Wind und Welle gab es zudem immer was zu tun, der Müdigkeit zum Trotz.

Im nächsten Jahr wieder dabei

Was blieb, war Muskelkater und Zufriedenheit über die gelungene Teilnahme. Auch Roger Kauffmann als erfahrener Segler war erleichtert, nach dem Abenteuer wieder mit seiner H35 „Smilla" in seinem Heimathafen an der Schlei angelangt zu sein: „Je älter man wird, um so schwerer wird es, wach zu bleiben." Dankbar zeigen sich die Fahrdorfer Finisher für die Unterstützung der Familien, Freunde und Vereinsmitglieder während der ganzen Zeit. Auf diese hoffen sie auch wieder bei ihrer nächsten Teilnahme.

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