Kulturerbe

Cross-Motorradfahrer zerstören Teile des Danewerks

Cross-Motorradfahrer zerstören Teile des Danewerks

Cross-Motorradfahrer zerstören Teile des Danewerks

Christina Weiß, SHZ
Dannewerk
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Bürgermeisterin Anke Gosch bildet sich einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörungen. Foto: Christina Weiss, SHZ

Vermummte Männer haben mit Motorrädern ihr Unwesen auf dem Danewerk getrieben.

Entsetzen in Dannewerk: Offensichtlich nicht zum ersten Mal haben zwei bislang unbekannte Motorrad-Fahrer mit ihren Cross-Maschinen den Margarethenwall, Teil des Unesco-Welterbes Danewerk (Danevirke) als Übungsstrecke missbraucht – und dort tiefe Furchen hinterlassen.

Auf seiner täglichen Hunde-Runde traf der Schleswiger Jim Morris Ende vergangener Woche auf die beiden jungen Männer, die vermummt und in Tarnanzügen gekleidet mit ihren Geländemaschinen den Wall im hohem Tempo ansteuerten. Nummernschilder konnte er leider nicht erkennen. Der gebürtige Engländer zeigte sich von dem Verhalten der Krad-Fahrer entsetzt. „Die zerstören ja den Wall, den Ort der Geschichte, der vor 1000 Jahren in der Wikingerzeit errichtet wurde. Wenn die so weiter machen, hält das Welterbe keine zehn weiteren Jahre Stand“, meint Morris.

Auch Dannewerks Bürgermeisterin Anke Gosch zeigt sich bei einem Ortstermin am Margarethenwall von dem entstandenen Schaden entsetzt. „Alle nehmen Rücksicht, insbesondere die Landwirte, damit das Denkmal erhalten bleibt. Jeder leistet seinen Beitrag für das Welterbe. Es gibt Einschränkungen, die festgelegt wurden, um das Denkmal zu schützen. Dafür haben wir etwas ganz Wertvolles, das es zu erhalten gilt“, sagt sie. Das Befahren des Danewerks mit Motorrädern, Quads und anderen Geländefahrzeugen sei keinesfalls erlaubt. „Ich bitte darum, im Interesse aller, das Danewerk als Welterbe zu schützen und solche mutwilligen Zerstörungen in Zukunft zu lassen “, sagt Anke Gosch.

Die Bürgermeisterin bittet deshalb die Anwohner, aufmerksam zu sein, und zukünftig bei Hinweisen sofort die Polizei zu verständigen.

Auch Welterbe-Beauftragte Astrid Hummel zeigt sich über die Nachricht und die Bilder der Zerstörung verärgert. „Es ist traurig, dass so wenig Verständnis gezeigt wird, für so viel schöne Erde, für unser Welterbe, das damit zerstört wird“. Der Tatbestand wurde nun aufgenommen. Gemeinsam mit Matthias Maluck, Welterbe-Projektleiter des Archäologischen Landesamtes, wird Astrid Hummel in den kommenden Tagen eine Ortsbegehung vornehmen. Danach wird entschieden, welche weiteren Schritte notwendig sind.

Hinweise nimmt das Ordnungsamt in Haddeby oder die Polizei in Busdorf entgegen unter Telefon 04621/4228200.

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