Handball

Der Traum nach dem WM-Titel

Der Traum nach dem WM-Titel

Der Traum nach dem WM-Titel

Kopenhagen
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Auf dem Balkon stehen – Traum eines jeden Spielers Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Mit Trainer Nikolaj Jacobsen auf Vollzeit könnte eine rot-weiße Ära eingeläutet werden

Es ist jetzt drei Tage her, dass die dänischen Handballer den Weltmeister-Titel im eigenen Land holten. Trainer Nikolaj Jacobsen machte einen hervorragenden Job – und das als Teilzeit-Coach. Noch ist er auch Trainer der Rhein-Neckar Löwen. Doch ab Sommer steigt er voll und ganz als Nationaltrainer der dänischen Handballer ein, und das eröffnet neue Möglichkeiten.


„Ich hoffe, ich bekomme eine noch intensivere Zusammenarbeit mit den Spielern und einigen Vereins-Trainern. Und dass sie mir ihre Sichtweise der Dinge erläutern“, so Nikolaj Jacobsen.


Mit der organisatorischen und physischen Arbeit in der dänischen Liga ist er sehr zufrieden, und daher möchte er sich Inspiration im Ausland holen.
„Ich möchte gerne die großen Vereine besuchen und an der Seitenlinie stehen, um einiges aufzusaugen und mich damit als Trainer und Mensch weiterzuentwickeln und Erfahrungen zu sammeln.“


Morten Henriksen, Sportchef vom Dansk Håndbold Forbund (DHF), weiß um die Doppelbelastung von Nikolaj Jacobsen und freut sich über eine engere Zusammenarbeit.
„Für ihn wäre es hart, so weiterzumachen. Unsere Vereinbarung beinhaltet, dass er sich noch mehr um unsere Strategie und Talentförderung kümmern soll.“

Dänen-Ära

Mit der Vollzeit-Beschäftigung von Nikolaj Jacobsen und dem fast unerschöpflichen Pool von guten Spielern wäre eine neue skandinavische Handball-Zeitrechnung möglich: die Dänen-Ära.


In den 1990er Jahren gab es die Schweden-Ära. In den Jahren 1994 bis 2002 holten sie unzählige Medaillen, bei der EM, WM und den Olympischen Spielen. Auch Dänemark hat einige Medaillen sammeln können, zwar über einen längeren Zeitraum als die Schweden, aber der Traum einer dänischen Ära besteht.


„Ich bin mir sicher, wenn wir uns nächstes Mal treffen, dass wir darüber sprechen werden, noch mehr gewinnen zu wollen“, äußert sich Rasmus Lauge.


Doch Nikolaj Jacobsen mahnt dazu, sich zu besinnen. „Ich würde mir wünschen, solch eine Ära einzuleiten, aber ich glaube nicht, dass es sich auf die gleiche Art und Weise bewerkstelligen lässt. Die Breite in der Weltklasse ist dazu zu groß.“


Nach einem großen Titel folgt auch oft ein Boom in der jeweiligen Sportart auf nationaler Ebene, ob das auch in Dänemark geschieht, bleibt abzuwarten.
„Die zuletzt fallende Mitgliederzahl wurde durch unfassbar viele Ressourcen gebremst. Uns liegt aber keine Indikation vor, dass Medaillen automatisch mehr Mitglieder generieren“, meint Morten Stig Christensen, Direktor für den DHF.

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