Handball

Malte ist seinem Ziel zwei Schritte näher

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Bülderup/Flensburg
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Malte Schnoor wechselte vor dieser Saison von SINE zur SG Flensburg-Handewitt, wo er U18 und 3. Liga spielt. Foto: Claus Thorsted, JydskeVestysten

Der Bülderuper Handballer Malte Schnoor ging vor dieser Saison zu seinem Traumklub SG Flensburg-Handewitt.

Der junge Handballer Malte Schnoor ist seinem Ziel zwei Schritte näher gekommen: Der 17-Jährige wechselte vor dieser Saison zu seinem Traumklub SG Flensburg-Handewitt. Zunächst noch in die U18-Mannschaft, doch der Bülderuper durfte auch schon Liga-Luft bei den Erwachsenen schnuppern. Malte kommt aus einer Handballfamilie. Wie der Vater und Onkel spielte er in den Jugendjahren bei BBI/Saxburg. In der neunten Klasse wechselte er zur Nachschule SINE und spielte dort Handball, bevor er nach Flensburg wechselte.

„Der Kontakt zu Flensburg bestand schon vorher, weil wir mit Saxburg/BBI dort ein Trainingsspiel absolviert hatten und ich danach gemeinsam mit einem Teamkameraden zum Probetraining eingeladen wurde. Das war schon vor meinem Nachschul-Aufenthalt und daher war der Schritt für mich ganz natürlich“, erzählt Malte Schnoor. Kurz vor Saisonbeginn in Flensburg verletzte sich Schnoor an der Schulter und stieg somit fast drei Monate später ins Spielgeschehen ein. Ein großer Sprung für den Spielmacher und Rückraumspieler, doch inzwischen ist er in der Mannschaft eingespielt.

Und nicht nur das. Weil im 3.-Liga-Team der Flensburger öfter Spieler fehlen, kam Malte Schnoor dort auch schon zu fünf Einsätzen. Am Wochenende machte er bei den Erwachsenen sein bisher bestes Spiel und erzielte drei Tore. Während der Handball-Weltmeisterschaften trainierten die Spieler der U18 und 3. Liga außerdem gemeinsam mit dem restlichen Bundesliga-Kader. „Von der dänischen U16 direkt in die deutsche U18-Liga und dann noch in die 3. Liga, das ist schon ein riesiger Unterschied“, sagt Schnoor.

Große Kerle und lange Fahrten

„In Deutschland sind die Spieler größer, und es wird viel härter angepackt, aber an die blauen Flecken habe ich mich gewöhnt, und ich lerne die ganze Zeit dazu“, sagt der junge Däne, der sich auch an die langen Anfahrten gewöhnen musste. Während die meisten Spiele in Dänemark in ein bis zwei Stunden erreichbar sind, fährt er mit der SG Flensburg durch halb Deutschland. „Dann dauert ein Handballtag von früh morgens bis spät abends“, erzählt Malte, der „nebenbei“ an der Aabenraa Statsskole sein Abitur macht.

Sportlich kann sich Malte Schnoor darüber freuen, dass seine U18-Mannschaft den ersten Platz vor den Füchsen Berlin und Magdeburg belegt. „Wir haben beide Teams im Hinspiel bequem geschlagen“, sagt Schnoor, der somit nach dem Meisterschaftstitel greift. Wie es bei der SG weitergeht, ist aber noch nicht entschieden. Er hat keinen Vertrag mit dem Klub, sondern ist ganz gewöhnliches Mitglied wie früher in seinem alten Verein. „Allerdings merkt man hier schon, dass man in einem Profiklub gelandet ist. Alles ist viel besser organisiert, und die Rahmenbedingungen stimmen“, sagt Schnoor, der davon ausgeht, dass er sich in den kommenden Monaten mit der Klubführung treffen wird, um über die Zukunft zu reden.

Nicht nur die SG hat das Talent aus Bülderup entdeckt. Malte war in Dänemark schon mehrfach zum Auswahltraining und absolvierte auch schon ein Länderspiel gegen die Niederlande. „Vor vier Monaten wurde ich wieder eingeladen, aber dann kam die Schulterverletzung dazwischen. Ich denke aber schon, dass ich noch dem Kader angehöre“, sagt Malte Schnoor, der weiterhin von einer Profi- und Nationalmannschaftskarriere träumt. Die ersten wichtigen Schritte hat er schon gemacht.

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