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Karriere hängt an einem seidenen Faden

Karriere hängt an einem seidenen Faden

Karriere hängt an einem seidenen Faden

Aarhus
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Maja Alm ist siebenfache Weltmeisterin im Orientierungslaufen. Foto: DN-Archiv

Maja Alm denkt nach der Verschiebung der Olympischen Spiele von Tokio über das Karriereende nach. Einfach ein Jahr dranzuhängen, ist für die 31-Jährige nicht so einfach, wie es sich anhören mag.

Die Olympischen Spiele in Tokio hätten der Abschluss einer beeindruckenden Karriere sein sollen, doch nach der Verschiebung aufs nächste Jahr stellt sich bei Maja Alm die Frage, ob es überhaupt einen weiteren Höhepunkt in ihrer sportlichen Laufbahn geben wird. Ein sofortiges Karriereende ist für die 31-Jährige aus Rothenkrug/Rødekro eine Option.

„Es ist super ärgerlich, dass die Olympischen Spiele verschoben werden. Es ist die richtige Entscheidung. Einige Dinge sind größer und wichtiger als der Sport, aber für mich ändert die Entscheidung sehr viel. Ich hatte vor, nach Olympia andere Prioritäten zu setzen, und muss mir jetzt überlegen, ob meine Karriere jetzt endet oder ob ich noch ein Jahr dranhänge. Bislang habe ich lediglich den Entschluss gefasst, dass ich nach Ostern einen Entschluss fasse, wie es weitergeht“, sagt Maja Alm zum „Nordschleswiger“.

Höhepunkt im Doppelpack

Die siebenfache Weltmeisterin im Orientierungslaufen hatte sich vor knapp zwei Jahren neu orientiert, um sich ihren olympischen Traum zu erfüllen. Die Rothenkrugerin war in die Leichtathletik gewechselt und wollte in Tokio über die 5.000 Meter starten, nur wenige Wochen nach den Weltmeisterschaften im Orientierungslaufen, die für den 6. bis 11. Juli 2020 in Kolding, Fredericia und Vejle vorgesehen sind.

„Ich habe lange davon geträumt, im selben Sommer an den Olympischen Spielen und an der WM im Orientierungslaufen teilzunehmen. Das wäre die letzte große Herausforderung meiner Karriere gewesen“, so Maja Alm und weist darauf hin, dass es nicht so einfach ist, ein Jahr dranzuhängen: „Alle meine Verträge laufen in diesem Sommer aus. Ich hatte vor, dass ich wieder mehr als Zahnärztin arbeiten wollte, wir wollten ein Haus kaufen und viele anderen Dingen höhere Priorität geben. Ich muss mir jetzt überlegen, ob ich wieder ein halbes bis ganzes Jahr aus dem Kalender reißen kann. In den vergangenen Jahren haben viele Sachen dem Sport weichen müssen, und vieles ist noch voller Ungewissheit, aber eines ist klar: Ich werde keine halben Sachen machen.“

Olympia-Norm ist zu packen

Absolute Weltklasse wie im Orientierungslaufen ist sie in der Leichtathletik nicht, aber an die Olympia-Norm für die 5.000 Meter hatte sich die in Aarhus lebende Rothenkrugerin immer näher herangepirscht.

„In der Rangliste stehe ich ein paar Plätze außerhalb der Olympia-Qualifikation, aber es war meiner Ansicht recht realistisch, dass ich es schaffen würde“, meint Maja Alm, die sich zeitgleich mit ihrer sportlichen Karriere in Aarhus zur Odontologin ausgebildet hat.

Die dänische Sporthilfe hat mehrfach Maja Alm als Musterbeispiel hervorgehoben.

„Maja ist ein Musterbeispiel für eine Athletin, die sich in ihrer Sportart zur Nummer eins in der Welt entwickelt hat, gleichzeitig mit ihrem Studium zur Zahnärztin an der Universität in Aarhus“, sagt die Direktorin von Team Danmark, Lone Hansen, als Maja Alm 2018 eine Spende in Höhe von 240.000 Kronen von „Salling Fonden“ bekam, der ihr den Weg zu Olympia 2020 in Tokio ebnen sollte.

Die 31-Jährige muss sich aber auf die Jagd nach neuen Geldgebern machen, wenn im Jahr 2021 aus dem Traum Wirklichkeit werden soll.

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