Handball

Kantersieg und eine harte Linie

Ritzau/svs
Kopenhagen
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Nikolaj Øris Nielsen freut sich über mehr Spielzeit. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Der 39:16 Sieg der dänischen Handball-Nationalmannschaft war der Wunschstart gegen einen dankbaren und einen in allen Facetten unterlegenen Gegner.

Die 12.500 Zuschauer in der Royal Arena feierten ihre Spieler nach dem Spiel. Trainer Nikolaj Jacobsen war sichtlich beeindruckt von der Kulisse. „Es war völlig verrückt, in die Halle zu kommen und die rot-weiße Mauer um uns herum zu sehen.“

Schiedsrichter suchen ihre Linie

Wie schon im vorangegangen WM-Eröffnungsspiel von Deutschland gegen Korea war zu beobachten, dass die Schiedsrichter bei der Weltmeisterschaft eine harte Linie verfolgten und somit doch zweifelhafte Zeitstrafen an die Teams verteilten. Dänemark erhielt fünf Zeitstrafen im Spiel gegen Chile.


Der erfahrene Kreisläufer René Toft Hansen sieht diese Schiedsrichter-Linie dennoch gelassen.
„Die Schiedsrichter müssen erst ihre Linie finden. Es war fast so, als hätten sie Mitleid mit den Chilenen gehabt. Aber es ist normal in den ersten Spielen, bevor wir wieder nach den normalen Regeln spielen werden. Einfach mal abwarten“, so René Toft Hansen.


Auch Coach Nikolaj Jacobsen lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. „Sowohl die Schiedsrichter als auch die Spieler müssen sich erst einmal im Turnier zurechtfinden.

Schlussrunden-Debüt

Nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Niclas Kirkeløkke schon ein paar Wochen vor Beginn der WM, fällt jetzt dem rechten Rückraumspieler Nikolaj Øris Nielsen eine Schlüsselrolle zu. Der 32-Jährige hatte 2010 sein Debüt im Nationalteam. Für ihn ist es aber dennoch die erste Schlussrunde bei einem großen Turnier.


„Ich habe einiges zu beweisen, nachdem ich im Schatten von Niclas stand, der die meisten Spielminuten im Team ergatterte. Jetzt habe ich eine andere Rolle im Team, und das ist sehr motivierend“, so Nikolaj Øris Nielsen.
Er erzielte gegen Chile ein Tor bei seiner Schlussrunden-Premiere.


„Davon träumt man. Nachdem ich oft in der Team-Peripherie gestanden hatte, ist es wirklich toll, jetzt hier zu stehen. Und das mit einer großen Verantwortung. Ich bin froh, 32 und nicht mehr 22 Jahre alt zu sein. In großen dänischen Arenen mit der Nationalmannschaft zu spielen, ist wirklich das Größte.“

Rekord bleibt bestehen

Der achtfache Torschütze vom Chile-Spiel, Casper U. Mortensen, durfte in der zweiten Halbzeit auf der Bank Platz nehmen. Natürlich um ihn für die nächsten Aufgaben zu schonen.
Aber im dänischen Team gibt es auch eine andere Erklärung: eine der etwas kuriosen Art. Mit seiner Herausnahme konnte er damit nicht versuchen, den Rekord seines Trainers Nikolaj Jacobsen von 15 Toren in einem Spiel zu brechen.


„Da ich ja der Trainer bin, muss ich ja auch nicht nervös sein. Ich kann das alles selbst steuern, wann und wer meinen Rekord einstellt“, äußert sich Nikolaj Jacobsen mit einem Lächeln.


Im heutigen Spiel geht es ab 20.15 Uhr in Herning gegen Tunesien.

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