FUSSBALL

Hjulmand setzt sich für Verbot von Glücksspielwerbung ein

Hjulmand setzt sich für Verbot von Glücksspielwerbung ein

Hjulmand setzt sich für Verbot von Glücksspielwerbung ein

Ritzau/hdj
Kopenhagen/Apenrade
Zuletzt aktualisiert um:
Kasper Hjulmand freut sich auf seine ersten Spiele als Nationaltrainer. Foto: Niels Christian Vilmann/Ritzau Scanpix

Der dänische Nationaltrainer spricht sich offen gegen Glücksspielwerbung aus – und somit gegen einen der Hauptsponsoren seines Arbeitgebers.

Der Wettanbieter „Danske Spil“ ist einer der Geldgeber der dänischen Fußball-Nationalmannschaft. Doch Werbung für Glücksspiele gehöre eigentlich verboten, sagt Nationaltrainer Kasper Hjulmand jetzt in einem Interview mit „Radio4“.

„Das ist meine ganz persönliche Meinung, zu der ich unter allen Umständen berechtigt bin“, so der Nationalcoach. „Ich möchte niemanden dazu auffordern, an Wetten oder anderen Glücksspielen teilzunehmen und damit jemandem vermitteln, dass das eine gute Sache sein könnte“, sagt Kasper Hjulmand.

Vom Hobby zur Sucht

Er habe als Trainer schon viele Spieler getroffen, die den Verlockungen des Glücksspiels nicht widerstehen konnten – teilweise mit gravierenden Folgen. Als Beispiel nennt Kasper Hjulmand den Superligaspieler Patrick da Silva, mit dem er als Trainer von FC Nordsjælland zusammengearbeitet hat.

„Patrick war einer von ihnen, aber es gab noch sehr viele andere Beispiele. Auch große Stars, die wir alle kennen und die durch ihre Spielsucht ihr ganzes Geld verloren haben. Unsere Branche sollte sich nicht daran beteiligen, zu so etwas aufzufordern. Das finde ich sehr bedenklich“, sagt Kasper Hjulmand. Obwohl mit dem Sponsorengeld viele gute Dinge gemacht würden, sei das nicht der richtige Weg, so der dänische Nationaltrainer.

Der Kommunikationschef des dänischen Fußballverbandes, Jakob Høyer betont, dass die Kritik nicht gegen das Unternehmen „Danske Spil“ gerichtet sei, sondern gegen die Glücksspielindustrie im Allgemeinen.

Er freue sich, dass „wir einen Nationaltrainer haben, der sich für die Welt um ihn herum interessiert“ und betont weiterhin, dass sich „Danske Spil“ dafür einsetzt, Glücksspielsucht vorzubeugen. Eine Beendigung der Zusammenarbeit kommt für ihn nicht infrage. „Ich respektiere es, wenn andere dieser Meinung sind. Doch für uns ist das nicht die Antwort“, so Jakob Høyer.

Der Leiter der dänischen Spielsuchthilfe „Center for ludomani“ begrüßt die Aussagen des neuen dänischen Nationaltrainers. „Übermäßiges Glücksspiel ist gefährlich und kann zu einer Abhängigkeit führen“, sagt Michael Bay Jørsel. „Sollte die dänische Fußball-Nationalmannschaft für so etwas werben? Das finde ich nicht.“

Mehr lesen