Motorsport

„Ein gutes Netzwerk ist erforderlich“

„Ein gutes Netzwerk ist erforderlich“

„Ein gutes Netzwerk ist erforderlich“

Mastrup/Marstrup
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In der Super GT-Serie wird viel überholt. Foto: Friesenbiker

Der Marstrupper Carsten Lorenzen fährt seit 2013 Rennen in der Super GT-Klasse

„Motorsport hat mich schon immer fasziniert“, erklärt der 42-jährige Rennfahrer Carsten Lorenzen auf die Frage, wie er zum Motorsport kam und ergänzt: „Seitdem mein Bruder seine ersten Runden im Go-Cart drehte, habe ich ihn immer zu Rennen begleitet. Irgendwann wollte ich das dann auch probieren.“ Das war im Jahr 2010 bei einem Legendcar-Rennen auf dem Ring Djursland bei Aarhus.

Ab dem Zeitpunkt ging alles ganz schnell. Schon 2013 feierte Lorenzen sein Debüt in der Super GT-Klasse. „Die größte Herausforderung war die Sponsorensuche“, erklärt Lorenzen. „Das kann echt zum Teil sehr zäh sein. Man braucht ein sehr gutes Netzwerk, um an finanzielle Mittel zu kommen“, so der Rennfahrer, der Glück hatte, dass er mal als Musiker gejobbt habe. „Dort baut man sich schon ein kleines Netzwerk auf. Einige Sponsoren habe ich dadurch gefunden“, sagt er.

Um die Herausforderung bei den Finanzen zu verdeutlichen berichtet Lorenzen, dass er von rund 2.000 verschickten Mails mit viel Aufwand vier Sponsoren findet, die seine Freizeitbeschäftigung finanzieren möchten. Und diese ist nicht gerade billig: „Eine Saison kostet rund 500.000 Kronen. Falls ich einen Unfall baue, dann kommen noch Mehrkosten hinzu“, erklärt er. Das geschah in der vergangenen Saison, als er einen kleinen Unfall hatte und das Auto für rund 100.000 Kronen repariert werden musste. „Das Geld musst du dann zusätzlich finden“, so der Rennfahrer.

Ihm zufolge fällt die Sponsorensuche einem Rennfahrer wie Jan Magnussen, der sich einen Namen in der Branche erkämpft hat, viel leichter als ihm selbst. „Ich muss mir erst noch einen Namen in dieser Sportart machen“, so Lorenzen. An ambitionierten Zielen fehle es den Rennfahrer aus Marstrup bei Hadersleben allerdings nicht. „Ich möchte im Jahr 2022 dänischer Meister werden. Ich denke, dass das schon machbar ist“, erklärt er. Doch die Rennfahrer in der Super GT-Klasse sind gut. „Am Anfang habe ich oft von hinten zugeschaut. Doch nach und nach läuft es besser. Aber schon beim kleinsten Fehler fällt man nach hinten zurück“, betont er.

Der Unterhaltungswert in der Super GT-Klasse sei ihm zufolge aus Sicht des Publikums sehr hoch. „Wir fahren mit kleineren Autos als in der DTC. Deshalb gibt es bei uns auch mehr Überholmanöver“, so Lorenzen. Die Karosserie seines Wagens ist mit einem Mercedes-Stern versehen. „Doch darunter steckt kein Mercedes, sondern japanische Technik“, gibt er schmunzelnd zu. Unter der Haube brummt ein 3.5 Liter V6 der Marke Nissan. Dieser bringt bei lediglich 900 Kilogramm Gewicht rund 330 PS auf die Rennstrecke. Von 0 bis 100 verstreichen Lorenzen zufolge zwischen drei und vier Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. „Doch auf eine solche Geschwindigkeit kommen wir auf den dänischen Rennstrecken nicht“, so der Rennfahrer.

Lorenzen lebt jedoch nicht vom Rennfahren. Nebenbei arbeitet er Vollzeit als Mentor in der Abteilung für Beschäftigung und Integration in der Kommune Kolding. „Dort dreht sich viel um Motivation und darum Chancen und Möglichkeiten zu erkennen. Diese Eigenschaften kann ich auf das Rennfahren übertragen“, so Lorenzen. Als Rennfahrer müsse man auch sein Team motivieren können. „Ich kann damit meinen Sport mit meiner Arbeit vereinen. Das ist schon toll“, erklärt Lorenzen, der sich auch froh schätzen kann, dass er ein solch engagiertes Team im Rennsport hinter sich hat. „Das ganze Team arbeitet freiwillig. Sie machen einen super Job“, so Lorenzen.

Saisonanfang der Super GT-Serie ist am 27. April im Padborg Park.

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