Handball

„Der Trainerjob ist ein Lebensstil“

Sven Sörensen Sportredaktion
Tondern/Tønder
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Für Torben Sørensen ist das Taktik-Brett von großer Bedeutung. Foto: Sven Sörensen

Torben Sørensen ist Trainer mit Leib und Seele. Dies ist der zweite und letzte Teil des Interviews mit dem TM Tønder-Trainer.

Beobachtet man die unzähligen Trainer im Sport, so wirkt es für den Außenstehenden oft als ein Job, der sehr stressig und belastend für die Psyche ist. Wieso suchen einige ihr Glück in einem stark am Erfolg gemessenen Job überhaupt? TM-Tønder-Trainer Torben Sørensen hat dazu seine ganz eigene Meinung.


„Zuerst habe ich eigentlich Fußball gespielt. Doch schnell war meine Neugierde für den Handball-Sport geweckt. Die Thematik, wie man den Handball entwickeln kann, wurde schnell zur Herzensangelegenheit und ist es bis heute.“

Der Werkzeugkasten

Ob Profi- oder Amateur-Team, ein jeder möchte sich in seinem Sport verbessern.
„Natürlich haben wir immer Sachen, an denen wir feilen und mit denen wir experimentieren. Es gibt nichts, was schnurgerade ist. Ein Team ist ein ewig fließender Prozess. Zu Beginn hat man einem Werkzeugkasten. Dann schaut man, ob man den Hammer oder eher den Schraubenzieher benötigt. Es geht darum, verschiedene Module zusammenzufügen. Wir sind nur so stark wie das schwächste Modul“, erklärt er fast philosophisch.

Philosophie

Es heißt ja oft, dass ein jeder Trainer seine ganz eigene Trainer-Philosophie hat. Torben Sørensen ist da keine Ausnahme.
„Ich bin ein Handball-Nerd, vielleicht auch etwas verrückt. Ich möchte unbedingt, dass wir uns von den anderen Teams in der 1. Division unterscheiden. Und ich werde mein Team nicht mit Profilen besetzen, die nicht hundertprozentig zu uns passen.“
Genau wie Trainer eine eigene Philosophie haben, so hat wohl jeder Trainer einige Lieblings-Spiel-Variationen, die er spielen lässt.

Taktische Vorlieben

„Ich lasse die Defensive sehr gerne eine 6:0-Abwehr spielen. Im Angriff ist es etwas schwieriger, denn da müssen wir uns sehr schnell und oftmals spontan auf die Abwehr der Gegner einstellen. Ich lasse diese Saison meistens einen festen Stamm spielen. Dieser ist dann sehr eingespielt, was natürlich vorteilhaft ist, bei plötzlichen Ausfällen kann diese Spielweise sich aber auch schnell negativ auswirken.“

Der Trainer gibt die Richtung vor Foto: Sven Sörensen

Ab dem 10. Januar findet die Handball-Weltmeisterschaft in Dänemark und Deutschland statt.
Ein Turnier, das sich Torben Sørensen natürlich auch gerne mal anschaut. Wenn, dann im Kreis seiner Familie. Seine Frau und seine drei Kinder, von denen zwei Handball spielen, wissen um seine Handball-Verrücktheit.


„Trainer zu sein, ist ein Lebensstil. Die Wochenenden sind da etwas fließend, da wir oft Punktspiele haben. Auch die 75-minütige Fahrzeit zum Training und den Spielen von Fünen nach Tondern ist Zeit, die ich nicht mit der Familie verbringe. Wenn es spät wird, übernachte ich dann auch mal in Tondern.“

Die Mannschaft

Die gute Stimmung im und um das Team erleichtert seine Arbeit.
„Wenn alle immer mit einer Gier und voller Energie zum Training kommen, wird es ein gutes Training. Und so ist es meistens. Natürlich ist es immer leichter nach einem Sieg. Eine Niederlage nehmen wir als Herausforderung, damit wir uns weiterentwickeln.“
Seine Vorhersage für das Handballjahr 2019 spricht voller Zuversicht.


„Ich weiß, dass wir uns richtig gut präsentieren werden. Insbesondere mit unseren Werten und durch unser Training. Dem Grundpfeiler dafür, dass es auch richtig gut in der Tabelle für uns laufen wird“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Abschalten

Zwischen Weihnachten und Neujahr hatten die TMT-Spieler noch zwei Trainings zu absolvieren und danach ging es in die Pause. Hier fordern Trainer und Verein natürlich eine große Portion Selbst-Disziplin in Sachen eigenes Training der Spieler ein.
Für den Trainer steht während der Pause Familien-Zeit an oberster Stelle. Doch ganz abschalten vom Trainer-Dasein kann Torben Sørensen sicherlich nicht. Er wird sich schon über die nächste Saison den Kopf zerbrechen.

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