Handball-Bundesliga

Die SG Flensburg-Handewitt und der große Spaß am Handball

Die SG Flensburg-Handewitt und der große Spaß am Handball

Die SG Flensburg-Handewitt und der große Spaß am Handball

Jan Wrege/shz.de
Flensburg
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Es läuft bei der SG: Trainer Maik Machulla klatscht Mads Mensah nach einer gelungenen Aktion in Berlin ab. Foto: Ingrid Anderson-Jensen

Die SG trifft in der Bundesliga am Sonntag nach der Auswärtssiegesserie im ersten Heimspiel des Jahres auf Lemgo.

Gar nicht so einfach, bei solchen Leistungen auf dem Teppich zu bleiben. Brest, Hannover, Berlin – alle drei Auswärtsspiele nach der WM-Pause hat die SG Flensburg-Handewitt überzeugend gewonnen. „Wieder ein wahnsinnig guter Auswärtssieg meiner Mannschaft“, sagte Trainer Maik Machulla nach dem 33:29 im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga bei den Füchsen und es wirkte fast bemüht, als er Ansätze für Kritik suchte: „Wir hätten ein bisschen konsequenter und aggressiver in der Abwehr sein können und den Torhütern mehr helfen können. Dann hätten wir dieses Spiel früher entschieden.“

Kaum zu stoppen

Für die Konkurrenz muss das beängstigend klingen. Momentan scheint der Tabellenführer der Bundesliga trotz personeller Probleme, trotz beachtlicher Belastung durch die WM im Januar kaum zu stoppen zu sein. Am Sonntag (16 Uhr) versucht es der TBV Lemgo Lippe in der Flens-Arena. Wenn die SG wieder so auftritt wie in Berlin, sieht es nicht gut aus für die Ostwestfalen, die ihr erstes Pflichtspiel in diesem Jahr bestreiten.

Füchse-Nationalspieler Fabian Wiede rätselte, was seinem Team am Donnerstag widerfahren war: „Wir haben uns in der zweiten Hälfte in der Abwehr eigentlich ganz gut angestellt. Wir haben die Lücken gut geschlossen und gut verteidigt.“ Es sei schwer zu sagen, was nicht funktioniert hat. „Dumme Fouls und dumme Strafen“ machte Wiede dann noch als Ursache für Gegentore aus.

Wannes Lob für Johannes Golla

Hampus Wanne, mit 12/8 Toren der beste Werfer der Partie, erklärte den Ausgang so:

Es war ein überragender Tag für uns. Die Spielertypen, die wir aktuell in unserer Mannschaft haben, passen sehr gut zusammen. Es macht derzeit viel Spaß, in Flensburg Handball zu spielen.

SG-Linksaußen Hampus Wanne

Einen Kameraden würdigte der Linksaußen besonders. „Man kann sagen, dass Johannes Golla kein normaler Mensch ist. Er ist unglaublich fit und sehr professionell“, sagte Wanne über den Kreisläufer und Abwehrstrategen, der WM-Strapazen und anschließende Corona-Infektion wie ein durchgeschwitztes Jersey einfach abgestreift hat.

Vorne und hinten stark: SG-Kreisläufer Johannes Golla, der hier zwischen den Berlinern Fabian Wiede (re.) und Mijajlo Marsenic (li.) zum Wurf kommt. Golla erzielte in der Hauptstadt fünf Tore. Foto: Ingrid Anderson-Jensen

Fokus aufs eigene Team

Diese Haltung und das Miteinander machte Trainer Machulla als Erfolgsgaranten aus: „Wir haben eine Philosophie vom Spiel, in der sich alle wohlfühlen.“ Mit jedem Sieg wachse das Selbstvertrauen. So soll es gegen Lemgo weitergehen. „Wir sollten gar nicht so viel darauf gucken, was der Gegner macht, sondern uns ganz auf uns konzentrieren“, sagte der Coach.

Was nicht bedeutet, dass er keinen Respekt vor den Gästen hat. „Es ist immer gefährlich gegen Lemgo. Das ist eine Mannschaft, die leidenschaftlich verteidigt und in Gedeon Guardiola einen erfahrenen Mann dazubekommen hat, der die Abwehr gut steuert.“ Überdies schätzt Machulla den Schweden Jonathan Carlsbogard, der an der Seite von Jim Gottfridsson eine überragende WM gespielt hat.

Dass Lemgo viel Ruhe und Zeit hatte, sich auf das Spiel vorzubereiten, sieht Machulla nicht als gravierenden Nachteil. „Ich finde es gut, dass wir im Rhythmus sind und genau wissen, wo wir stehen“, sagte der SG-Trainer, der wieder auf alle Akteure zurückgreifen kann, die in Berlin gespielt haben.

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