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Jan Pytlick: „Hätte lieber Kolding geschlagen als TTH“

Jan Pytlick: „Hätte lieber Kolding geschlagen als TTH“

Jan Pytlick: „Hätte lieber Kolding geschlagen als TTH“

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Kolding
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Trainer Jan Pytlick hat am Montagabend Qualität und Glück vermisst. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Nach der bitteren Niederlage gegen KIF Kolding ging die Suche nach den Gründen los. Die wurden recht schnell in der Abwehr gefunden, berichten Trainer Jan Pytlick und Topscorer Jon Lindencrone Andersen.

Die Enttäuschung war den Spielern und dem Trainerteam nach der 29:31-Niederlage gegen KIF Kolding deutlich anzusehen. Trainer Jan Pytlick hat Qualität und Glück vermisst.

„Am Anfang fällt es uns sehr leicht, Tore zu werfen. Aber dann beginnen wir plötzlich im Angriff langsam und sehr individuell in der Verteidigung zu spielen. Und das überträgt sich auf die Abwehr. Aus unserem fehlenden Rhythmus und überhasteten Abschlüssen entstehen Kontersituationen für KIF, die sie ausnutzen und uns so unter Druck setzen“, sagt Jan Pytlick.

Zwar lag sein Team zur Halbzeitpause schon mit fünf Treffern zurück, aber aufgegeben hatte es noch lange nicht.

„Wir haben über unsere Abwehr gesprochen und darüber, wie wir über Kompaktheit zurück ins Spiel kommen. Wir waren überzeugt, dass wenn wir den Rhythmus wiederfinden, dass wir hier noch etwas holen könnten. Wir hatten noch lange nicht aufgegeben. Wir wussten, dass wir eine Schippe drauflegen müssen, um zurückzukommen und das haben wir auch gemacht. 19 Tore in der zweiten Halbzeit ist gut, und eigentlich sollten 29 Tore gegen Kolding reichen. Aber es war letztendlich zu spät. Die Aufholjagd hätte früher anfangen müssen“, so der Trainer.

Mit sechs Punkten aus den ersten vier Spielen ist der Trainer zufrieden. Er hätte sie nur gerne anders verteilt.

„Wir haben gute Spiele gemacht und heute sind wir etwas ausgerutscht. Daran werden wir arbeiten. Mit dem Saisonstart bin ich nach wie vor zufrieden. Aber ich hätte lieber heute Kolding geschlagen als vorher TTH Holstebro oder Skjern, denn der Kampf um die Top 8 wird noch sehr eng werden, und die direkten Duelle sind wichtig“, so der Trainer.

Jon Andersen konnte trotz seiner neun Tore nichts als Frust aus Kolding mit nach Hause nehmen. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Es dauerte eine Weile, bis Jon Lindencrone Andersen in Worte fassen konnte, was bei der 29:31-Niederlage schiefgegangen war. Die Probleme sind aus vielen Kleinigkeiten entstanden, glaubt der Rückraumspieler.

„Wir haben noch viel zu große konzeptuelle Probleme in der Abwehr. Zu oft gehen zwei Spieler vor und der gegnerische Kreisläufer steht frei. Nachdem wir in Rückstand geraten sind, mussten wir nur noch hinterherlaufen. Und das haben wir heute nicht gut genug hinbekommen“, so Andersen.

„Hier ein Ball ins Seitenaus, dort ein Pass zum Gegenspieler: Es waren viele kleine Dinge, die in der Summe nicht passieren dürfen, wenn man einen Rückstand aufholen muss. Teilweise waren das Situationen, die einfach sitzen müssen. Wir sind zwar eine neue Truppe, aber wir müssen auch daran denken, hohe Anforderungen aneinander zu stellen“, sagt der neunfache Torschütze.

Wir viele Treffer auf seinem Konto stehen, interessiere ihn nicht sonderlich. Doch die vielen Gegentreffer ärgern ihn.

„Unsere 29 Tore waren heute anscheinend nicht genug. Aber eine Mannschaft wie Kolding sollte nicht mehr als 20 Tore gegen uns machen. 31 sind viel zu viele. Wir verlieren das Spiel heute in der Abwehr“, sagt Jon Andersen.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Voneinander lernen“