Handball

Fahrtrichtung: Auswärtssieg

Sven Sörensen Sportredaktion
Sonderburg/Sønderborg
Zuletzt aktualisiert um:
Die SønderjyskE-Handballer schwören sich auf das Spiel ein. Foto: Karin Riggelsen

Ein Einblick in den Tag der SønderjyskE-Handballer vor und nach einem Punktspiel. Bis in die Haarspitzen motiviert und gierig nach den nächsten Punkten, so sehen Fans und Zuschauer ihre Handball-Stars auf dem Feld.

Doch was vor und nach einem Spiel passiert, wissen wohl die wenigsten.
Die SønderjyskE-Handballer haben natürlich ihre Routinen und vorausgeplanten Abläufe. Aber eines erscheint nach einem Gespräch mit SønderjyskE-Trainer Kasper Christensen von immens wichtiger Bedeutung zu sein: ein Zufluchtsort vor und nach einem Spiel. Ein Ort, wo sich die einzelnen Spieler zurückziehen können und den Kopf frei bekommen. Diese Oase ist der Mannschaftsbus.

Wohlfühlen im Mannschaftsbus

Vor einem Auswärtsspiel trifft sich die Mannschaft an der Skansen Arena in Sonderburg und steigt gemeinsam in den Bus. „Während der Fahrt schwinge ich jetzt nicht die großen Taktik-Reden, das haben wir schon alles vorab besprochen. Für mich ist es wichtig, dass sich die Spieler mental auf das Spiel vorbereiten“, so Kasper Christensen.
Im SønderjyskE-Bus machen die Spieler es sich gemütlich und versuchen zu entspannen. Sie spielen Karten, schauen Filme auf dem Computer oder hören Musik. Einige nehmen sich auch die Hausaufgaben von ihrem Studium oder ihren Ausbildungen mit. Natürlich wird bei längeren Fahrten auch für das leibliche Wohl gesorgt. „Da halten wir auch mal an und essen eine Kleinigkeit unterwegs.“

Frühzeitiges Ankommen

Das Team versucht gerne zwei Stunden vor Spielanfang an der gegnerischen Arena anzukommen.
„Nach dem langen Sitzen im Bus gehen wir dann ein kleines Stückchen an der frischen Luft und versuchen uns, so langsam aufs Spiel zu fokussieren.“
Danach geht es für das gesamte Team in die Umkleideräume, und das Handball-Outfit wird angezogen. Einige der Spieler bekommen auch eine kleine Massage-Einheit oder werden von den Physiotherapeuten getapet. Etwa eine Stunde vor Spielbeginn gibt es ein letztes Taktik-Briefing.

Gemeinsames Aufwärmen

„Wir versuchen dann 40 Minuten vor Spielstart, wenn es der Gegner erlaubt, uns in der Halle gemeinsam aufzuwärmen. Diese Einheit dauert gut 30 Minuten, und viele haben ihre ganz individuellen Einheiten, die sie beim Warmmachen ausüben.“
Haben sich die SønderjyskE-Spieler ausreichend gedehnt und warmgemacht, geht es wieder in die Umkleidekabine, wo sich die Spieler das Trikot überstreifen. Die Trainer geben noch ein paar kurze Anweisungen, denn so kurz vor Spielbeginn befinden sich die Spieler fast schon mental auf dem Feld.
„Die Stimmung ist dann auf ihrem Höhepunkt, und einige nehmen das Wort und rufen etwas Motivierendes zu ihren Team-Kollegen. Andere gehen noch mal kurz in sich“, erzählt der Trainer.


Nach den ersten gespielten 30 Minuten geht es in die Pause. Hier stecken Trainer, Co- und Torwarttrainer noch mal die Köpfe zusammen und diskutieren über etwaige Änderungen im Spielsystem. Währenddessen streifen sich die Spieler ein frisches Trikot über und versuchen, die erste Hälfte mental zu verarbeiten.

Langsam Runterkommen

„Nach einem Spiel, ganz gleich, ob wir gewonnen oder verloren haben, ist der Adrenalinpegel noch sehr hoch, und wir gehen zusammen in die Umkleidekabine. Hier tun die Spieler ihre verschiedene Auffassungen vom Spielverlauf kund, und der Puls geht langsam runter.“ In der Halle warten schon kurz nach Spiel-Abpfiff Fans, Familie und natürlich die Presse.
Gut anderthalb Stunden nach dem Spiel sitzen die SønderjyskE-Handballer wieder im Bus, wo meistens das mitgebrachte Essen aus der Skansen-Kantine verspeist und dazu ein kühles Bier getrunken wird.

Respekt vor dem Gegner

So könnte auch der Sonnabend verlaufen, wenn die SønderjyskE-Handballer sich zum Auswärtsspiel zum TMS Ringsted aufmachen. Ein Gegner, den Trainer Kasper Christensen wahrlich nicht unterschätzt.
„Wir freuen uns wahnsinnig auf das Spiel. Es ist ein Team mit respektablen Heim-Ergebnissen. Sie wechseln oft zwischen verschiedenen Abwehr- und Angriffsvarianten. Aber wenn wir unser Niveau erreichen, dann gewinnen wir auch das Spiel“, so der optimistische Trainer.

Mehr lesen