Fussball

Keine Lust auf 1. Division

Keine Lust auf 1. Division

Keine Lust auf 1. Division

Hadersleben/Haderslev
Zuletzt aktualisiert um:
Der Einsatz von Alexander Bah gegen den FC St. Pauli ist fraglich. Foto: Karin Riggelsen

Als frisch gebackener Pokalsieger steigt Alexander Bah mit SønderjyskE wieder in den Abstiegskampf ein. Sein Fokus liegt voll auf den Klassenerhalt, doch der Traum ist ein Wechsel ins Ausland. Dieser bahnt sich langsam an.

Nicht einmal 72 Stunden nach dem Jubelrausch beim grandiosen Pokal-Triumph in Esbjerg wartet der brutale Abstiegskampf auf die SønderjyskE-Fußballer, wenn sie Sonnabend ab 18 Uhr OB zum letzten Heimspiel der Abstiegsrunde empfangen. Eine mentale Umstellung ist erforderlich.

„Wir haben viele gute Gespräche geführt. Die Umstellung ist nicht schwer gewesen, denn keiner hat Lust auf die 1. Division“, sagt Alexander Bah im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“: „Wir haben den Pokalsieg ein wenig gefeiert, hatten aber ständig im Hinterkopf, dass wir am Sonnabend ein wichtiges Spiel vor uns haben.“

SønderjyskE geht mit einem Vorsprung von drei Punkten und sechs Toren auf Lyngby in den vorletzten Spieltag und kennt bei Anpfiff auch das Ergebnis der Partie Silkeborg gegen Lyngby. Zu Beginn der Rückrunde waren es noch fünf Punkte Rückstand, doch drei Siege aus den ersten vier Spielen haben für eine Trendwende gesorgt.

Alexander Bah war zuletzt nur schwer zu bremsen. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

„Nicht zuletzt unser neues System mit Dreierkette hinten hat uns mehr Ruhe gegeben. Gleichzeitig haben sich viele Spieler steigern können. Im Pokalfinale waren AK und Victor die dominanten Spieler, aber typisch für SønderjyskE ist, dass das Kollektiv mehr bedeutet als die einzelnen Spieler, und das haben alle verstanden“, sagt der 22-Jährige, der mit einem dreifachen Punktgewinn gegen OB einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen will.

Für ihn könnte es im Falle eines vorzeitigen Klassenerhalts das letzte Heimspiel für SønderjyskE werden, denn eine Überraschung wäre es keineswegs, wenn der ehemalige U21-Nationalspieler im Sommer verkauft wird.

„Egal, ob es für mich hier oder woanders weitergeht, wäre es ein perfekter Saisonabschluss, wenn wir den Klassenerhalt schaffen, am liebsten bereits am Sonnabend. Das wäre dann eine perfekte Woche mit Pokalsieg und Klassenerhalt“, meint Alexander Bah: „Ich habe stets gesagt, dass ich irgendwann einmal gerne an einer größeren Adresse spielen möchte. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass dies in diesem Sommer passieren würde, aber ich könnte mir auch vorstellen, dass ich bei SønderjyskE bleibe, wo ich weiter das Gefühl habe, dass ich mich weiterentwickle. Europa in der kommenden Saison ist auch ein Anreiz, denn international zu spielen ist eines meiner Ziele, aber ich denke, dass der Klub auch gerne gutes Geld an mir verdienen will. Mein Traum ist es, im Ausland zu spielen.“

Nach dem Pokalsieg folgt die Umstellung auf den Abstiegskampf. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Alexander Bah war vor zwei Jahren für die höchste Ablösesumme der Vereinsgeschichte, zwei Millionen Kronen, von Erstdivisionär HB Køge gekommen und hatte bei SønderjyskE einen Fünfjahresvertrag bis zum Sommer 2023 unterschrieben. Bereits im vergangenen Sommer war er ein gefragter Mann gewesen, doch die Angebote, die nach Informationen des „Nordschleswigers“ zwischen vier und fünf Millionen Kronen gelegen haben sollen, waren dem Klub zu niedrig, und das Timing nicht das richtige.

Der 22-Jährige hatte im Herbst wie viele seiner Mannschaftskameraden ein Formtief, doch dies scheint überwunden. In dieser Halbserie ist er der beste SønderjyskE-Kicker gewesen.

„Ich spiele jetzt klar besser als im Herbst, wo ich abwechselnd auf der Außenbahn und als Außenverteidiger eingesetzt wurde. Ich hatte entweder das Gefühl, nicht richtig vorne zu sein, oder das Gefühl nicht richtig hinten zu sein. Ich hatte einige gute Gespräche mit Glen über meine Rolle in der Mannschaft und spiele jetzt auf der Außenbahn, wo meine erste Priorität ist, das eigene Tor zu verteidigen, aber dennoch ist eine Handvoll Torvorlagen herausgesprungen“, sagt Alexander Bah.

Mehr lesen