Deutsche Minderheit

Warum ist das Laternelaufen so populär?

Warum ist das Laternelaufen so populär?

Warum ist das Laternelaufen so populär?

Sonderburg/Sønderborg
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V.l. Vater Sylvester, Mutter Christina und Selena Iversen Foto: Karin Riggelsen

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In der Deutschen Schule Sonderburg hatten sich viele Eltern und Großeltern ein paar Stunden Zeit für das kreative Basteln von Lampen genommen. Alle freuen sich auf den abendlichen Lauf durch die Sonderburger Innenstadt.

Am 3. November wird in der Deutschen Schule Sonderburg den vermutlich wieder sehr zahlreichen Teilnehmern um 17 Uhr zuerst eine warme Tasse Kakao gereicht. Um 18 Uhr geht es dann los: Über die Fußgängerzone wandern Hunderte von Menschen mit leuchtenden, selbst gebastelten Lampen durch die Innenstadt.

Unterwegs werden zum deutschen Brauch passende Lieder, unter anderem auch „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“, gesungen. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 470 Personen an der festen Tradition.

Viele kamen zum Basteln in die Schule

Dieser herbstliche deutsche Brauch ist für alle eine sehr beliebte Veranstaltung, wie sich beim reich frequentierten Laternebasteln in der Schule herausstellte. Die Klassenlehrerin der 0. Klasse, Elisabeth Sørensen Samsøe, ist seit 28 Jahren bei der Bastelaktion voll bei der Sache. Kindergarten und Schule sprechen vorab ab, wie das Grundmuster der Laternen in diesem Jahr aussehen sollte.

Anna Mathilde (M.) mit ihren Großeltern Christel (r.) und Carl Jürgen Bock. Foto: Karin Riggelsen
Meliá hatte ihre Mutter Jannie Schlott dabei. Foto: Karin Riggelsen
Sune Jessen Foto: Karin Riggelsen

Eltern, Großeltern und die Kinder der Klassen 0 bis 2 halten sich an die Vorlage an der Tafel, dürfen aber auch selbst kreativ werden und bestimmen. In den jungen Klassen wurde überall sehr konzentriert geschnippelt, geleimt, diskutiert. Und zwischendurch auch gelacht.

Karin Backen, die Klassenlehrerin der ersten Klasse, freute sich ebenfalls. „Es ist immer etwas ganz Besonderes, wenn auch die Großeltern dabei sind. Sie bringen immer ganz viel Gelassenheit mit. Eltern sind ja mehr mittendrin. Das ist so toll“, stellte sie fest.

Alle halfen beim Basteln

Mutter Jannie Schlott half ihrer Tochter Meliá sehr gewissenhaft beim Basteln. Es ist nicht der erste Laternelauf der Sonderburgerin. „Ich kannte es nicht vorher. Aber jetzt in der deutschen Schule war ich auch in der 0. Klasse schon dabei. Das ist unglaublich ’hyggeligt’“, erklärte die Mutter.

Der achtjährige Sune Jessen hatte sich selbst an das Lampion-Projekt herangemacht. „Das gefällt mir. Aber ich bekomme auch ein wenig Hilfe“, gab er zu.

Die Kinder der 0. Klasse durften sich zuerst einige Leckereien in dem von den Eltern mitgebrachten Büfett holen. Foto: Karin Riggelsen
Das Büfett hatten die Eltern geliefert. Foto: Karin Riggelsen
Beim Laternebasteln wurden Kinder wie Eltern hungrig. Foto: Karin Riggelsen

Ich kannte es nicht vorher. Aber jetzt in der deutschen Schule war ich auch in der 0. Klasse schon dabei. Das ist unglaublich hyggeligt.

Jannie Schlott, Mutter von Meliá

Die sechs Jahre alte Selena Iversen hatte ihre Mutter Selena und ihren Vater Sylvester mit in die Schule genommen. „Das verpflichtet doch, wenn man Kinder hat“, so Sylvester Iversen lächelnd. Der Vater bastelte und kreierte die Lampe seiner Tochter. „Aber die Mama ist die Direktorin“, so sein Kommentar.

Knackwurst die Belohnung

Anna Mathilde (8) bekam Hilfe von ihren Großeltern Christel und Carl Jürgen Bock. Für die Oma war es eine Aufgabe der anderen Art: „Es ist gar nicht so einfach. Aber Anna macht alles“, so der stolze Kommentar von Christel Bock.

Carl Jürgen Bock ist am 3. November beim Lauf dabei: „Ich freu mich drauf. Weil es Knackwurst gibt.“

So sahen die Laterne in dem einen Jahr aus Foto: Karin Riggelsen
Eine Gans kann auch zu einer Laterne werden. Foto: Karin Riggelsen
Eine Birne wurde auch mal ein Lampion. Foto: Karin Riggelsen
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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Minderheit mit Mut zur Zukunft“