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Sonderburgs Sommerrevue-Show ist im Grenzland gelandet

Sonderburgs Sommerrevue-Show ist im Grenzland gelandet

Sonderburgs Sommerrevue-Show ist im Grenzland gelandet

Sonderburg/Sønderborg
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Der erste Sketch im ersten Akt nach der Sturmflut: „Während wir noch Boden unter den Füßen haben" Foto: Sønderborg Sommer Revy

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Jeanne Boel und ihr Team 2024 überzeugten bei der Premiere das Publikum mit ihren 22 wahnsinnig witzigen, klassischen und auch eher ernsteren Revue-Themen. Diesmal sind auch mehrere lokale Winkel des Grenzlands dabei.

Während die eingeladenen Gäste bei der Revue-Premiere am Sonntag im sonnigen Eingangsbereich mit einem Glas Gin-Tonic in der Hand stehen, war plötzlich der Knatter-Sound von diversen Puch Maxis zu hören. Die alten Zweiräder bildeten die Vortruppe für einen großen weißen Cadillac Fleetwood 60 Special aus dem Jahre 1959. 

In diesem Wagen wurde das diesjährige Revue-Team auf dem Parkplatz vor dem Theater-Eingang inmitten der vielen Gäste und der von anderen Teilen Dänemarks angereisten Prominenz abgeliefert. Zu den prominenten Gästen zählten in diesem Jahr wieder Hilda und Kjeld Heick, Anders Brandt, Charlotte Bøvring, Amalie Dollerup, Richard Ragnvald und Dennis Knudsen. 

Dann begann das sehr unterhaltsame Treiben im Theatersaal. Eines muss die Journalistin des „Nordschleswigers“ nach den zwei Akten im Theatersaal zugeben: Die Vorstellung hat ihre kühnsten Erwartungen übertroffen.

Die Puch Maxis rollten wie der Cadillac vor das Hotel Sønderborg Strand Foto: Ilse Marie Jacobsen
In diesem Cadillac kamen die Akteure auf der Bühne zum Theatersaal. Foto: Ilse Marie Jacobsen
Amalie Dollerup hat zehn Jahre in der Fernsehserie „Badehotellet" mitgewirkt: „Das war eine sehr intensive Periode. Aber jetzt stehen bei mir andere Aufgaben an.“ Die Schauspielerin aus Kopenhagen war schon mehrere Male bei veschiedenen Auftritten in Sonderburg. Foto: Ilse Marie Jacobsen

Die Revue-Direktorin Jeanne Boel hat musikalisch und gesangsmäßig immer sehr hohe Anforderungen an die Akteure auf der Bühne gestellt. Das tat sie auch in diesem Jahr. Die Shows waren atemberaubend. Aber eines fehlte dem von Leif Maibom wohl ziemlich verwöhnten alsischen Volk in den vergangenen Jahren: der lokale Winkel. 

Der lokale Winkel

Diesen Wunsch hat das Team in diesem Jahr auf eine sehr elegante Weise gelöst. Schon der dritte Sketsch war auf den Nachbarort Gravenstein (Gråsten) gemünzt. „Uns fehlt Margrethe jeden Tag“, sangen die beiden Rentner Jesper Lundgaard und Sara Gadborg auf einer Bank hockend. Die Freude über die baldige Ankunft des Königs Frederik und seiner Familie endete mit einem frechen Kommentar: „Wir hoffen nicht, dass er eine Rede hält – die seine Frau dann erläutern muss.“

Jesper Lundgaard und Sara Gadborg als gespanntes Ehepaar in Gravenstein Foto: Ilse Marie Jacobsen
Eine schwitzende Versicherungskundin (Jeanne Boel) beim entsetzten Versicherungsmitarbeiter (Kasper Gattrup) Foto: Ilse Marie Jacobsen
Jesper Koch ist einer der prominenten Bewohner in Sonderburg, die den Ort attraktiver machen. Foto: Ilse Marie Jacobsen

Nichts ist dem Sonderburger Team heilig – das Publikum bog sich vor Lachen, und es wurde immer wieder abrupt applaudiert. Durch den Kakao gezogen wurde im ersten Akt unter anderem die Sendung „Badehotellet“, der mittelalterliche Blues, Landwirte, die schweißtreibenden Wechseljahre – der Sonderburger Hypnotiseur Jan Hellesøe – oder auch ein rockender König Frederik. 

Großes Lob für die Revue

In der Pause konnte der Sonderburger Trompeter Per Nielsen seine Begeisterung nicht verbergen. „Jesper (Lundgaard, Anm. Redaktion) ist einfach einzigartig“, meinte er. Auch das Orchester von Thomas Pakula, der in diesem Jahr übrigens seit 25 Jahren bei der Sonderburger Revue dabei ist, erhielt von dem professionellen Trompeter von „Sønderjyllands Symfoniorkester“ das größte Lob.

Jesper Lundgren, Kasper Gattrup und Teit Samsøe beim Sketsch über den maskulinen Tanz in der Schlachterei Blans. Foto: Sønderborg Sommer Revy
Per Nielsen und sein Freund Ole Knudsen aus New Jersey in Amerika Foto: Ilse Marie Jacobsen
Auch hoch ausgebildete Menschen können zu guten Sosu-Mitarbeitern werden, so Jeanne Boel. Foto: Sønderborg Sommer Revy

Langweilig – wie in Apenrade

Im zweiten Akt ging es unter anderem um Jobrotation von Akademikerinnen und Akademikern, Jesper Lundgaard als schwerhöriger Verkäufer in einem Hörapparat-Laden, Blind Date, ein Reserve-Lager für schwere Zeiten und Heines Tanzschule an der Schlachterei in Blans. Prominente geben Sonderburg einen besonderen Glanz. In dem Sketch gab es einen Seitenhieb für Apenrade (Aabenraa): „Es war mal sehr langweilig hier in Sonderburg – wie in Apenrade.“

Der Hippie Jesper Lundgaard - mit Joint und gestrickter Weste Foto: Sønderborg Sommer Revy
König Frederik (Teit Samsø) steht immer noch auf Rock n˚Roll Foto: Ilse Marie Jacobsen
Prebens Survival Supply mit Teit Samsø und Kasper Gattrup Foto: Ilse Marie Jacobsen

Eine Glanznummer im zweiten Akt war Jesper Lundgaard als Hippie der Siebzigerjahre. Ungepflegt, mit gehäkelter Weste, langen Haaren und einem qualmenden Joint in der einen Hand erzählt er von seiner Marianne (er nannte sie Marijuana), die er einst in Thy-Lejren kennenlernte. Nach vielen Jahren traf er sie in Flensburg wieder, wo das Cannabis nun erlaubt ist. Er und Marianne machten übrigens einen Podcast, wie er stolz erklärte: „Aber bei uns heißt der Potcast.“

Sechs Wochen lang Revue

Wer sich etwas Gutes, und nicht zuletzt einen gesunden Schuss gute Laune gönnen möchte, der sollte sich eine Karte für die diesjährige Sonderburger Sommer Revue Show buchen. Es stehen Vorstellungen in den kommenden sechs Wochen auf dem Programm. 

https://sommerrevy.dk/ 

Das große Finale nach dem zweiten Akt. Foto: Ilse Marie Jacobsen
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