Museumsprojekt

Mit Pickelhaube und Vorderlader über die Grenze

Mit Pickelhaube und Vorderlader über die Grenze

Mit Pickelhaube und Vorderlader über die Grenze

Sonderburg/Sønderborg
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Die Pickelhaube des ehemaligen Kriegsministers von Schleswig-Holstein aus den Jahren um 1848 Foto: Sara Wasmund

Mit Uniform und Degen über die Grenze: Museumsleiter Hauke Grella hatte am Freitag wertvolle Ausstellungsstücke mit im Gepäck, als er von Kiel zurück nach Sonderburg fuhr. Die Exponate werden im neuen deutschen Museum ausgestellt.

Um 7.45 Uhr machte sich Museumsleiter Hauke Grella am Freitagmorgen auf den Weg nach Kiel. Wenige Stunden später passierte er mit Pickelhaube und Vorderlader im Gepäck die deutsch-dänische Grenze in Richtung Sonderburg.

Exponate aus Kiel erreichen Sonderburg

Um kurz nach 13 Uhr war es dann soweit: Die ersten Exponate kamen im neuen deutschen Museum am Rönhofplatz an. Im Mitarbeitersaal im Dachgeschoss des renovierten Hauses inspizierte Hauke Grella die sicher in Plastikluftpolster verpackten Ausstellungsstücke.

Museumsleiter Hauke Grella beim Auspacken der Exponate im Dachgeschoss des Museums Foto: Sara Wasmund

Mit weißen Stoffhandschuhen ausgestattet, hielt Grella kurz darauf die Geschichte des Landesteils buchstäblich in den Händen. Eine original schleswig-holsteinische Pickelhaube aus dem Jahr 1848, beispielsweise.

Eine Kopfbedeckung, die vor 172 Jahren nicht weniger als den Prinzen von Noer behütete, dem damaligen Kriegsminister der provisorischen schleswig-holsteinischen Regierung. Damals auf des Prinzen Haupthaar, heute im deutschen Museum Sonderburg.

Preußische Pickelhauben gibt es ja wie Sand am Meer, aber eine schleswig-holsteinische und dann noch mit den Wappenfarben darauf, die ist eher selten.

Hauke Grella, Museumsleiter



„Preußische Pickelhauben gibt es ja wie Sand am Meer, aber eine schleswig-holsteinische und dann noch mit den Wappenfarben darauf, die ist eher selten“, sagt der Museumsleiter.

Alle Gegenstände aus Kiel stammen aus dem Archiv des Landesmuseum Schleswig-Holstein, das deutsche Museum für Nordschleswig darf die Leihgaben in seine Dauerausstellung einbauen.

Eine seltene schleswig-holsteinische Pickelhaube hält Hauke Grella hier in den Händen. Foto: Sara Wasmund

Wahlplakate von 1920 bis 1948, die Uniform eines Auxiliarleutnants der schleswig-holsteinischen Marineflottille 1849/51, eine hölzerne Feldflasche, Degen und Pulverhorn, einen Vorderlader, der dem dänischen Militär auf der Festung zu Rendsburg von deutschgesinnten Schleswig-Holsteiner abgenommen wurde – die Exponate sind faszinierende Zeitzeugen, die im Museum ihre eigene Geschichte und somit die des Landesteils erzählen werden.

„Hände weg!“ – auch im Jahr 1948 war der Ton im deutsch-dänischen Grenzland noch scharf. Diese Plakate sind von einem Zusammenschluss verschiedener deutscher Grenzvereine zur Kommunalwahl in Südschleswig herausgegeben worden. Foto: Sara Wasmund

Am Montag werden im Museumskomplex die ersten Vitrinen installiert, übernächste Woche sollen dann die ersten Exponate platziert werden.

Auch wenn die große Eröffnungsfeier des Museums am 11. Juli coronabedingt abgesagt werden musste, wird an der „Deadline“ für die Fertigstellung am 10. Juli festgehalten.

Das Alarmsystem ist installiert, und so geht das Museum mit Pickelhaube und Vorderlader unter dem Dach in die Endphase der Fertigstellung.

In dieser Mappe wurden die Wahlplakate transportiert. In Zusammenarbeit mit Landesbibliothek, Abteilung „Landesgeschichtliche Sammlung“, darf sich das deutsche Museum in Sonderburg der Ausstellungsstücke bedienen. Foto: Sara Wasmund
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