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Es brummt in Stevning

Es brummt in Stevning

Es brummt in Stevning

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Stevning
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Um die 50 Motorräder wurden ebenfalls zur Schau gestellt. Foto: Ruth Nielsen

Zum fünften Mal lockten spezielle Fahrzeuge über 500 Motorenthusiasten in die Ortschaft Stevning. Einzige Vorgabe für die Vehikel auf zwei und vier Rädern: Sie müssen besonders sein.

Mit einem rostigen Motor eines Fischkutters von 1972 fing etwas an, das sich in diesen fünf Jahren zu einem kleinen Volksfest in der Ortschaft entwickelt hat, das sich steigender Popularität erfreut und das nur durch Werbung bei Facebook oder Mund-zu-Mund-Propaganda. „Det brummer i Stevning“ hat Initiator Gunnar Frederiksen seine Veranstaltung für Autonarren genannt. Das wird Anfang Juli auf dem Gelände seiner Firma GF-Bussser ausgetragen.

„Als ich den Motor gekauft habe, haben alle gemeint, den kriegst du nie zum Laufen. Das hat mich angestachelt. Ich habe es geschafft. So fing es an“, erzählt Frederiksen, Inhaber von Oldtimern wie dem Ford A.

Alle Halter können ihr altes oder neues Fahrzeug ausstellen, wenn sie eine Bedingung erfüllen: Sie müssen besonders sein. Dazu gehörte am Mittwoch sicherlich der rote Ferrari, ein wahrer Hingucker, Baujahr 2008, 4,2 Millionen Kronen teuer.

Ein viel fotografiertes Objekt: der knallrote Ferrari. Foto: Ruth Nielsen

Auch Bernhard Thingvad aus Hörup lockte die Schaulustigen an mit seinem Dodge WC 1942 an, ein Militärfahrzeug, das er aus Norwegen gekauft hat. „Ich interessiere mich einfach für den Zweiten Weltkrieg. Ich kann neun Personen mitnehmen. Wir haben vier Kinder, da ist es kein Problem, auch wenn damals die Wagen ohne Gurt gebaut wurden“, sagt der Projekt Manager zum Dodge, der bis 1992 im Einsatz war.

Bernhard Thingvad hat das Militärfahrzeug von 1942 mit einem Maschinengewehr ergänzt. Foto: Ruth Nielsen

Ergänzt hat er den Mannschaftswagen mit einem Browning-Maschinengewehr. „Das ist nicht üblich, aber mit der Geschichte, die das Fahrzeug hat, kann ich das schon machen.“ Bernhard Thingvad ist oft mit dem Dodge unterwegs, wie zur Veranstaltung „åben hede“ in Oxbüll, wo 2018 bis zu 40.000 Besucher kamen. Oder er fährt zu militärischen Treffen in die Niederlande und Frankreich. Und manchmal trägt er auch Uniform, wie 2018 in Hanstholm.

Einen Ford Coupe 5, Baujahr 1936, hat sich Jens Petersen von Nordalsen 2018 aus den USA besorgt, sein dritter Oldtimer. „Ich habe das Auto nach einem Foto gekauft. Das war schon ein Lotteriespiel, aber es hat geklappt“, sagt er zum Oldtimer, den er so übernehmen konnte. Das war anders bei seinem Ford A, Baujahr 1929, den er von Grund auf zusammengebaut hat, ohne Fachkenntnisse. „Du fängst an und weißt du nicht weiter, gibt es immer jemanden, den du fragen kannst“, sagt der Maschinenarbeiter, der sich schon immer für alte Autos interessiert hat.

Jens Petersen zeigt den„Schwiegermuttersitz“ seines Ford A. Foto: Ruth Nielsen

Beim Ford A hat er sogar das Polstern gelernt. „Du bist kreativ. Das ist ja das Spannende und Faszinierende, du probierst immer was Neues aus“. Wenn er mit seinen Oldtimern unterwegs ist, er mit 70km/h über die Straßen fährt, kann er sich der Aufmerksamkeit der Passanten sicher sein: „Das tolle ist, du triffst nur Leute mit einem Lachen im Gesicht.“

Seine Erfahrung wurde auch beim Treffen deutlich. Über 500 Autofans waren gekommen, die sich über 50 alte und neue Motorräder, alte Traktoren und bis zu 50 Fahrzeuge mit Sondermerkmal anschauen konnten.

Wer zwischendurch Stärkung brauchte, konnte sich mit Würstchen und Bier versorgen. „So eine Aktivität stärkt den Zusammenhalt im Ort. An so einem Abend wächst der Ort enorm. Du triffst viele und tauschst dich mit ihnen aus. Was will man mehr?“, so Gunnar Frederiksen. Ihm ist es übrigens wieder geglückt, mithilfe von Freunden, den Motor zum fünften Mal anzuwerfen, unter Beifall der Zuschauer. Auch das gehört zum Angebot „det brummer i Stevning“.

Foto: Ruth Nielsen
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