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Claus Lyngsøe ist trotz Gegenwind in Flensburg angekommen

Claus Lyngsøe ist trotz Gegenwind in Flensburg angekommen

Claus Lyngsøe ist trotz Gegenwind in Flensburg angekommen

Flensburg/Flensborg
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Claus Lyngsøe trainierte früher TM Tønder und SønderjyskE in der dänischen Handballliga und hat jetzt im Minderheitenklub DHK Flensborg das Sagen. Foto: Tim Riediger, Flensborg Avis

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Claus Lyngsøe fühlt sich in Flensburg wohl. Dort trainiert er seit dieser Saison den Minderheitenklub DHK. Welche Unterschiede er zwischen dem dänischen und deutschen Handball festgestellt hat, erzählt er hier.

Er ist zwar von Fünen im Herzen Dänemarks, aber irgendwie doch ein „Kind des Grenzlandes”: Claus Lyngsøe spielte Handball in Gravenstein (Gråsten), Fußball in Flensburg, trainierte in Tondern (Tønder) und Sonderburg (Sønderborg) und hat derzeit als Trainer das Kommando beim dänischen Minderheitenklub DHK Flensburg.

Der 56-jährige Wahl-Sonderburger freut sich jeden Tag auf seine Arbeit – auch wenn der DHK gerade viel Gegenwind in den Hallen hat.

„Es sind tolle Jungs und ich liebe es, wieder auf der Platte zu stehen“, sagt der gewiefte Taktiker, der als Trainer Erfolge mit SønderjyskE und TM Tondern in der dänischen Handballliga feierte.

Sieben Niederlagen in Folge

Taktisch ist derzeit allerdings nicht viel zu machen: Die Flensburger standen vor Saisonbeginn bereits vor einer schwierigen Spielzeit, und jetzt sind laut Lyngsøe auch noch fünf Rückraumspieler verletzt. Im Rückraum sind nun Kreis- und Außenspieler eingesetzt, und auch Manager Tjark Desler musste reaktiviert werden.

„Ich bin schon etwas überrascht darüber, wie weit wir leistungsmäßig hinterher sind“, sagt Lyngsøe, der erst nach Weihnachten mit der Rückkehr einiger Spieler hoffen darf. „Ich hoffe, dass der Zug dann nicht schon abgefahren ist, denn mit einer verstärkten Mannschaft müssen wir in der Rückrunde punkten.“

Am Wochenende droht zunächst aber die achte Niederlage in Folge für die punktlosen Flensburger, denn Gegner ist diesmal die unbesiegte Spitzenmannschaft des TuS Vinnhorst.

Claus Lyngsøe trainierte bereits SønderjyskE und TM Tønder in der dänischen Handballliga. Foto: Karin Riggelsen

3. Liga gleich 1. Division

„Die Top-Mannschaft der 3. deutschen Liga würden in Dänemark in der 1. Division ganz oben stehen“, sagt Lyngsøe zum hohen Niveau der Liga. „Es ist schon beeindruckend, wie gut die Top-Teams aufgestellt sind, mit erfahrenen 28- bis 32-jährigen Spielern, die mehrere hundert Spiele auf diesem oder höheren Niveau im Gepäck haben.“

Claus Lyngsøe hatte nach seinem Ausscheiden 2019 aus SønderjyskE mehrere Angebote, doch „es passte nicht richtig“, so seine Formulierung. In der Zwischenzeit hat er den zivilen Job gewechselt und ist heute Produktionschef bei der Firma Signode (Lachenmeier) in Sonderburg.

Lyngsøe hatte sich bereits mit der neuen Situation abgefunden, als er vom DHK Flensburg umworben wurde.

Lange Fahrten durch Deutschland

„Ich habe früher mit dem DHK gesprochen, aber es hatte bisher nicht geklappt“, sagt Claus Lyngsøe über seinen Weg nach Flensburg.

Zwischendurch wird der Vollzeitjob kombiniert mit einem vollen Handball-Programm stressig, zumal die Fahrten in der 3. Liga in Deutschland genauso weit, wenn nicht sogar noch weiter sind, als in der dänischen Handballliga.

„Die Abstände sind fast schon grenzwertig. Allerdings trainieren wir bei DHK nur abends – und nicht tagsüber wie im Profigeschäft bei SønderjyskE“, erklärt der Trainer.

Hallen lassen manchmal zu wünschen übrig

Es gibt auch andere Unterschiede im Vergleich zum dänischen Handball. Zum Beispiel waren die Spieler es gewohnt, früher viel im Freien zu laufen. „Ich habe immer daran festgehalten, das Konditionstraining in die Halle zu verlegen."

Laut Lyngsøe involvieren sich außerdem sehr viele Menschen im Verein.

„Das ganze Drumherum um das Team stimmt, und es wird von vielen ein großer Einsatz geleistet“, sagt Claus Lyngsøe. „Dafür spielen wir oft in Hallen, die viel zu wünschen übrig lassen. Da können wir uns in Dänemark schon glücklich über den Zustand unserer Sporthallen schätzen“, meint Lyngsøe.

Noch kein Karriereende in Sicht

Mit 56 Jahren sieht er sich keineswegs am Ende seiner Trainerkarriere. „Es gibt so einiges, dass ich gerne noch einmal probieren möchte. Aber derzeit habe ich einen sehr guten Job und mir geht es hier gut“ sagt Claus Lyngsøe, der eine zweite Rückkehr zu SønderjyskE auch nicht ausschließt, sollte sich die Möglichkeit in Zukunft wieder einmal bieten.

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