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Sonderburger Viertel wieder als Parallelgesellschaft klassifiziert

Sonderburger Viertel wieder als Parallelgesellschaft klassifiziert

Sonderburger Viertel wieder "Parallelgesellschaft"

Ritzau/ml
Kopenhagen
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Nørager in Sonderburg Foto: Karin Riggelsen

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Das Ministerium für Wohnen hat am Mittwoch die neue Liste mit Vierteln veröffentlicht, die als Parallelgesellschaft klassifiziert werden. Die früher als „Ghetto-Liste“ bezeichnete Auflistung schrumpft in diesem Jahr von zwölf auf zehn Wohngebiete.

Im dritten Jahr in Folge ist die Zahl der Parallelgemeinden auf der jährlichen Liste der Regierung zurückgegangen. Dabei handelt es sich um die Liste, die früher als „Ghetto-Liste“ betitelt wurde.

Die Zahl der als Parallelgemeinden eingestuften Wohngebiete schrumpft von zwölf im Jahr 2021 auf zehn im Jahr 2022. Dies schreibt das Ministerium für Inneres und Wohnungswesen in einer Pressemitteilung.

Die Sonderburger Viertel Nørager und Søstjernevej sind weiterhin auf der Liste zu finden.

Drei Gebiete haben es von der Liste geschafft

Drei Wohngebiete werden aus der Liste der Parallelgemeinden gestrichen, während eins hinzukommt. Aldersrogade in Kopenhagen (København), Agervang in Holbæk und Tingbjerg/Utterslevhuse in Kopenhagen sind nicht mehr vertreten. Dafür ist Askerød in Greve neu hinzugekommen.

Auch die Zahl der gefährdeten Wohngebiete und der Konversionsflächen ist rückläufig. Ein Konversionsgebiet ist ein Wohngebiet, das in den vergangenen fünf Jahren die Bedingungen einer Parallelgemeinde erfüllt hat. Die Liste der Konversionsgebiete hat die frühere Liste der „harten Ghettogebiete“ ersetzt.

In diesem Jahr ist die Liste von zwölf auf zehn Wohngebiete zurückgegangen, während die Zahl der benachteiligten Wohngebiete von 20 auf 17 gesunken ist.

Solveig Råberg Tingey, stellvertretende Geschäftsführerin von BL – Danmarks Almene Boliger, freut sich, dass auch in diesem Jahr die Zahl der Wohngebiete auf den drei Listen zurückgegangen ist. „Die positive Entwicklung ist das Ergebnis einer langen, harten Arbeit vor Ort, wo seit mehreren Jahren Anstrengungen in Bezug auf Beschäftigungs- und Bildungsinitiativen sowie soziale Wohnungsbauinitiativen unternommen wurden“, sagt sie. Es sei wichtig, dass diese Bemühungen auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.

Der amtierende Wohnungsbauminister Christian Rabjerg Madsen (Soz.) möchte sich nicht zu den neuen Listen äußern und argumentiert, dass die Regierung nach der Wahl ein Verwalterministerium sei.

Die allererste „Ghetto-Liste“ wurde 2010 vorgelegt.

Warum werden diese Listen erstellt?

Es war eine Reihe von Ministern von Venstre und den Konservativen in der Regierung von Anders Fogh Rasmussen (Venstre), die das erste politische Ghetto-Paket mit der Bezeichnung „Ghettoen tilbage til samfundet“ (Ghetto zurück in die Gesellschaft) vorlegten. Im Jahr 2018 wurde das sogenannte „Ghetto-Paket“ verabschiedet – ein Plan gegen Parallelgesellschaften.

Der Plan sah Milliardeninvestitionen vor, unter anderem für den Abriss von Sozialwohnungen. Ziel ist es, die sogenannten Ghettos in normale Wohngebiete mit einem geringeren Maß an sozialen Problemen, Arbeitslosigkeit und Kriminalität zu verwandeln.

Die Listen der Wohngebiete werden jedes Jahr am 1. Dezember veröffentlicht.

Das ist die aktuelle Liste der sogenannten Parallelgemeinden

  • Mjølnerparken, København
  • Tåstrupgård, Høje-Taastrup
  • Vollsmose, Odense
  • Askerød, Greve
  • Nørager/Søstjernevej, Sønderborg
  • Stengårdsvej, Esbjerg
  • Sundparken, Horsens
  • Skovvejen/Skovparken, Kolding
  • Bispehaven, Aarhus
  • Gellerupparken/Toveshøj, Aarhus

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