Schleswig-Holstein & Hamburg

Norden fördert Regional- und Minderheitensprachen

Norden fördert Regional- und Minderheitensprachen

Norden fördert Regional- und Minderheitensprachen

dpa
Kiel (dpa/lno) -
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Zum Internationalen Tag der Muttersprache an diesem Sonntag hat Schleswig-Holsteins Landesregierung die Bedeutung der Regional- und Minderheitensprachen hervorgehoben. «Niederdeutsch, Dänisch, Friesisch und Romanes gehören zur kulturellen Vielfalt unseres Landes», erklärte am Freitag der Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten, Johannes Callsen. «Sie bedeuten Identität und prägen das minderheitenpolitische Profil Schleswig-Holsteins.» Modellschulen für solche Sprachen würden weiter ausgebaut.

Für den Gebrauch gibt es höchstens Schätzungen. In der aktuellsten repräsentativen Umfrage von 2016 hätten 24,5 Prozent der Befragten angegeben, sehr gut oder gut Niederdeutsch zu sprechen, sagte der Sprachwissenschaftler Professor Michael Elmentaler von der Universität Kiel der Deutschen Presse-Agentur. Hochgerechnet auf die Einwohnerzahl wären das 700 000 Schleswig-Holsteiner. Doch es sei offen, was die Befragten genau damit meinten, gut Platt zu sprechen.

Der dänischen Minderheit werden rund 50 000 Menschen zugerechnet. Da die Zugehörigkeit aber ein Bekenntnis ist, kann man daraus nicht ableiten, wie viele Menschen tatsächlich Dänisch sprechen. Auch das dänische Generalsekretariat in Flensburg wagte keine Schätzung. Friesisch sprechen nach Schätzungen des Friesenrates und des Nordfriesischen Instituts an die 10 000 Schleswig-Holsteiner.

Laut Regierung ermöglichen viele Angebote Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die Sprachen zu erlernen und anzuwenden. Zentren in Leck für den Landesteil Schleswig und in Mölln für Holstein kümmern sich besonders um die Vermittlung niederdeutscher Sprache und Kultur. Das Land fördert seit 2017 mit einer halben Million Euro pro Jahr Sprachangebote in Kitas für Dänisch, Friesisch und Niederdeutsch. Seit 2020 bündelt die neue Friesenstiftung die Förderung des Bundes und des Landes für die friesische Volksgruppe.

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