Genesung

Was Sportler nach einer Corona-Infektion beachten müssen

Was Sportler nach einer Corona-Infektion beachten müssen

Was Sportler nach einer Corona-Infektion beachten müssen

Jannik Schappert, shz.de
Kiel/Flensburg
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Foto: Imago/NurPhoto

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Sportmedizinerin rät zu Geduld und Vernunft. Vor allem Athleten, die sich lange auf Wettkämpfe vorbereitet haben, sollten sich den Risiken bei einem verfrühten Wiedereinstieg ins Training bewusst sein.

Es ist der Albtraum eines jeden Sportlers. Kurz vor einem Wettkampf, auf den man Monate oder sogar Jahre hingearbeitet hat, fällt der Corona-Test positiv aus – im schlimmsten Fall begleitet von Symptomen wie Fieber, Husten und allgemeinem Krankheitsgefühl.

Die Verlockung, die Signale des Körpers kleinzureden oder sogar über sie hinwegzusehen, ist vor einem Highlight, wie es zum Beispiel am Sonntag, den 7. August 2022, der Ostseeman-Triathlon in Glücksburg ist, besonders groß. Ebenso die Gefahr, sich zu übernehmen.

Keine 14 Tage mehr Pause

„In solch einem Wettkampf ignoriert man gerne mal alle Warnsignale“, weiß Dr. Jutta Noffz. Die am Institut für Sportwissenschaft der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) tätige Fachärztin für Pädiatrie und Sportmedizin rät davon ab, „aus einer Infektion direkt in einen Wettkampf zu gehen“.

Die alte Empfehlung, nach einer ausgestandenen Infektion mindestens 14 Tage mit Sport auszusetzen und sich in jedem Fall ärztlich durchchecken zu lassen, gelte zwar nicht mehr. Dennoch sei je nach Stärke der Symptome Vorsicht geboten, betont Noffz.

Langsam wieder mit Training anfangen

Die Sportmedizin spreche von milden Symptomen, wenn das Fieber 38,5 Grad nicht übersteigt, der Husten nur leicht ausfällt und das Krankheitsgefühl nach drei Tagen verschwindet. „Sobald man negativ und ohne Symptome ist, sollte man noch drei Tage Trainingspause machen. Dann kann man langsam wieder anfangen“, erklärt Noffz.

Langsam heißt: Lieber einmal mehr trainieren und dafür kürzer, dann die Länge des Trainings steigern und erst dann die Intensität.

Ärztlicher Check-up nach schwerem Verlauf

Bei starken Symptomen wie Fieber über 38,5 Grad, starkem Husten und Gliederschmerzen können Lunge und Herz belastet werden. Vor einer Herzmuskelentzündung, die eine lange Zwangspause nach sich zieht, fürchten sich viele Sportler – und die Gefahr ist reell.

Deshalb empfehle die Sportmedizin nach einem schweren Verlauf einen ärztlichen Check-up mit Ruhe-EKG und einer gründlichen körperlichen Untersuchung, so Noffz. Aber auch wenn der Arzt anschließend grünes Licht gebe, sei das „kein Freibrief“, speziell beim Triathlon nicht. Noffz sagt:

Herzfrequenz unter Ruhe und Belastung als Indikator

Geduld und Vernunft seien unabdingbar. „Nach Corona sollte man sich nicht durch einen Wettkampf durchbeißen, weil man eine Zeit einhalten will. Lieber einen Gang runterschalten“, meint die Sportmedizinerin.

Einen guten Hinweis, ob noch eine Beeinträchtigung vorliegt, gebe die Herzfrequenz unter Ruhe und Belastung. „Mehr als fünf Schläge über dem üblichen Wert sind ein Zeichen“, sagt Noffz. Ebenso „Herzstolpern und eine frühere Erschöpfung als üblich“.

So groß die Enttäuschung auch sein mag, ein lange verfolgtes Ziel aufzugeben oder zu verschieben. „Wer im Training merkt, dass er nicht in Form ist, sollte auf einen Triathlon-Wettkampf verzichten“, rät Noffz.

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