IM AUTO, FLIEGER ODER BUS

Unbeschwert in den Urlaub starten: Tipps gegen Reiseübelkeit

shz.de/Malin Lindenberg
Flensburg
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Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit: Urlaub und Ausflüge dienen der wohlverdienten Erholung des stressigen Alltags und sollten deshalb nicht durch die Reisekrankheit vermiest werden. Tipps gegen das lästige Unwohlsein.

Reiseübelkeit, auch Seekrankheit genannt, kann Jung und Alt treffen und tritt nicht nur auf Schiffen oder in Flugzeugen auf, sondern trifft häufig auch Reisende mit Bus oder Auto. Besonders Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren sind empfindlich, da ihr Gleichgewichtssinn noch nicht vollständig ausgeprägt ist. Deshalb sollte bei der Reise ein Sitzplatz gewählt werden, der die geringsten Bewegungsreize vermittelt: Auf Schiffen in der Schiffsmitte, im Flugzeug in Höhe der Tragflächen, im Bus hinter der Vorderachse und im Auto auf dem Beifahrersitz.

Medikamente frühzeitig einnehmen

Weiß man aus Erfahrung, dass man auf längeren Reisen anfällig ist für Reiseübelkeit, sollte man schon vor dem Startschuss aktiv werden. Wer mit Medikamenten oder alternativen Heilmitteln gegen die Reiseübelkeit kämpft, sollte diese deshalb nicht erst einnehmen, wenn die Übelkeit sich im Körper ausbreitet. Eine Stunde vor der Abfahrt eingenommen, haben die Mittel Zeit, im ganzen Körper ihre Wirkung zu entfalten und lassen es unter Umständen erst gar nicht zu einem großen Unwohlsein kommen.

Sollte die Urlaubsreise mit dem Auto angesetzt sein, ist eine gute Reiseplanung von großer Bedeutung: Die einzelnen Etappen sollten nicht zu lang sein und regelmäßige Pausen eingeplant werden. Im Idealfall wird alle zwei Stunden eine Tankstelle oder ein Rastplatz angesteuert, um sowohl den Fahrer als auch den Mitfahrern eine kleine Erholung zu gönnen.

Lesen kann eine große Herausforderung für den Gleichgewichtssinn darstellen. Deshalb sollten sich empfindliche Reisende zur Ablenkung lieber auf das Hören von Musik oder Hörbüchern berschränken.

Abruptes Beschleunigen und hektische Bewegungen vermeiden

Auch sollte der Fahrer sich ein paar Gedanken darüber machen, wie er den potentiellen Übelkeits-Kandidaten im Auto die Fahrt so angenehm wie möglich macht. Häufige Spurwechsel sowie heftige Geschwindigkeitsveränderungen durch schnelles Beschleunigen und abruptes Abbremsen sind deshalb natürlich eher konstruktiv und schlagen sich schneller in Reisekrankheit nieder als ein ruhiger Fahrstil.

Doch auch die Mitfahrer selbst können natürlich ihren Teil dazu beitragen, dass sie so lange wie möglich von einer Übelkeit verschont bleiben: Während einer Autofahrt sollten empfindliche Reisende nach vorne schauen und sich eher nicht mit einem Buch oder Spiel beschäftigen, sondern sich auf Dinge konzentrieren, die weiter entfernt liegen und sich bewegen, zum Beispiel ein langsam vorüberziehender Waldrand am Horizont. Wenn ein Kind auf etwas Unbewegliches blickt, etwa ein Nintendo DS oder ein Smartphone, senden seine Augen das Signal „keine Bewegung“, während das Gleichgewichtsorgan das Signal „Bewegung“ an das Gehirn schickt. Das verursache eine Art Orientierungslosigkeit, die Schwindel und Übelkeit auslöst.

Ein kühler Innenraum und Salzstangen

Unterwegs-Spiele wie „Ich packe meinen Koffer“ oder „ Ich sehe was, das du nicht siehst“ eignen sich übrigens ebenso gut für eine lange gemeinsame Autofahrt wie Hörbücher oder Musik. Auch hier gilt: Reiseplanung ist wichtig! Hörbücher müssen im Vorfeld ausgeliehen oder gekauft werden und auch bei der Musikauswahl sollten die verschiedenen Geschmäcker berücksichtigt werden.

Ebenso gilt: Je kühler das Auto-Innere, desto besser. Knallt die Sonne ins Auto, hilft ein Sonnenschutz an den Seitenfenstern, der gleichzeitig den Blick nach vorne kanalisiert und so besser hilft, Übelkeit zu vermeiden. Ist die Fahrt auf dem Rücksitz gar nicht mehr zu ertragen, sollte man mal wechseln und den Betroffenen auf den Beifahrersitz verfrachten. Außerdem können Salzstangen und Wasser gegen die Übelkeit helfen und beruhigend wirken.

Weitere Tipps für unterwegs:

  • Starke Gerüche wie Diesel, Essen oder Schmutzwasser vermeiden.
  • Keinen Alkohol, Kaffee oder Milchprodukte zu sich nehmen.
  • Den Magen durch leichte, kohlenhydrathaltige, fettarme Kost beruhigen (ein leerer Magen ist anfälliger für Reiseübelkeit): Obst, Gemüse, Kekse, Zwieback eignen sich gut als kleine Zwischenmahlzeit.
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