Welthundetag

Hund unterm Schreibtisch: Tipps für einen entspannten Büroalltag

shz.de/Malin Lindenberg
Flensburg
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Foto: dpa

Dass der Vierbeiner mit ins Büro kommt, ist in vielen Betrieben heutzutage keine Seltenheit mehr. Damit das stundenlange Zusammensein mit Mensch und Tier klappt, bedarf es einiger Vorbereitungen.

Viele Hundebesitzer wünschen sich, ihren Hund mit zur Arbeit zu nehmen, falls sich keine andere Möglichkeit bietet, ihn tagsüber zu betreuen. Wenn der Hund das Herrchen oder das Frauchen schließlich mit ins Büro begleitet, gelten grundsätzlich drei Dinge:

  • Die Fellnase sollte im Wesentlichen gehorsam sein.
  • Es sollte für ihn gewöhnlich sein, nicht fortlaufend beachtet zu werden.
  • Der Hund sollte sich prinzipiell ruhig verhalten können.

Wenn der Hund diese Voraussetzungen erfüllt, steht dem gemeinsamen Büroalltag nichts mehr im Weg. Dr. Barbara Schöning, Präsidentin der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie (GTVMT) und Fachtierärztin für Verhaltenskunde und Tierschutz gibt weitere wertvolle Tipps, wie Vierbeiner und Kollegen harmonisch und respektvoll miteinander auskommen.

  • Der Hund braucht seinen eigenen Rückzugsort

    Für den Hund ist es wichtig, dass er seinen eigenen festen Platz hat, an den er sich jederzeit zurückziehen kann. Hierfür eignen sich besonders gut ein gemütliches Körbchen oder auch die vertraute Lieblingsdecke, die er von zu Hause kennt. „An diesen Platz kann der Hund auch schon zu Hause gewöhnt werden“, rät Frau Dr. Schöning. „Sobald der Hund auf seinen zugewiesenen Platz geht, wird er mit Leckerlis und Streicheleinheiten belohnt.“ Sollten bei der Gewöhnung an den vertrauten Ruheort Schwierigkeiten auftreten, könnte das Lieblingsspielzeug von zu Hause hilfreich sein.

  • Probetage im Büro zur stetigen Eingewöhnung

    Damit der Hund am ersten Bürotag nicht mit der ungewohnten Situation überfordert wird, könnte man die Gewöhnung an die neue Umgebung bereits vorher zu Hause üben. Hierfür werden ein paar Freunde eingeladen, die der Hund vielleicht noch nicht kennt und mit denen der Büroalltag nachgestellt wird. Durch schnelle Schritte und Telefonklingeln bekommt die Fellnase einen ersten Eindruck der neuen Geräusche und sollte mit Leckerlis oder Steicheleinheiten belohnt werden, wenn sich das Tier ruhig und gelassen verhält. Im nächsten Schritt kann der Hund in den nächsten Tagen erst einmal für ein paar Stunden mit ins Büro gebracht werden, wo er die neuen Räumlichkeiten kennenlernen und die noch unbekannten Kollegen beschnuppern kann.

  • Routine und gewohnte Abläufe einbehalten

    Damit es dem Vierbeiner noch leichter fällt, sich im Büro wohlzufühlen und sich an den neuen Alltag zu gewöhnen, sollte viel Wert darauf gelegt werden, dass gewohnte Handlungsabläufe eingehalten werden. Hierzu zählen die Fütterungs- und Auslaufzeiten, die sich so weit es geht an geregelte Uhrzeiten richten sollten. Übrigens sollte der Hund auch jederzeit freien Zugang zu frischem Wasser haben.
  • Tipps gegen Langeweile

    Auch wenn der Hund sich gut an das Büro gewöhnt und sich ruhig und gelassen verhält, sollte nicht vergessen werden, dass das Tier nichtsdestotrotz regelmäßige Abwechslung und Bewegung bekommen sollte. Das heißt auch, dass das Gassigehen geregelt und Spielzeiten eingeplant werden sollten. Wenn die Zeit wegen Meetings oder Konferenzen beim Hundebesitzer mal knapp sein sollte, könnten auch die Kollegen um Hilfe gebeten werden. Denn so manch ein hundeloser Kollege freut sich vielleicht über eine Runde mit dem Hund im Freien und geht hinterher motivierter wieder zurück an die Arbeit.

    Damit der Hund genug Bewegung bekommt, gibt die Expertin noch einen Tipp: „Am besten vor dem Arbeitsbeginn mit dem Hund ausgiebig Spazieren gehen und am Nachmittag noch mal eine Runde drehen. Zudem sollten Hundefreunde ein bis zwei Spielzeiten à zehn Minuten in den Tag einbauen. Binden Sie auch hier Kollegen mit ein,“ rät Frau Dr. Schöning. Denn die Anwesenheit hat nachgewiesenermaßen eine beruhigende Wirkung auf alle, die im Büro sitzen. Die Kollegen können auch gut aufgefordert werden, den Hund zu streicheln, doch andersherum sollte der Halter im Vorfeld gefragt werden, ob das Tier gestreichelt oder mit einem Leckerli verwöhnt werden darf.

    Mit diesem Tipps steht einem gemeinsamen Miteinander zwischen Tier und Mensch nichts mehr im Weg. Vorausgesetzt natürlich, die Kollegen sind überhaupt einverstanden, einen vierbeinigen „neuen Kollegen“ bei sich zu begrüßen. Sonst helfen selbst die besten Tipps nicht.
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