Flensburgs Oberbürgermeisterin

Simone Lange will Partei- und Fraktionsvorsitz der Bundes-SPD trennen

dpa/shz.de
Berlin/Flensburg
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Simone Lange (SPD). Foto: Christian Charisius/shz.de

Flensburgs Oberbürgermeisterin startet eine Deutschlandtour – und reicht ihre Kandidatur für den Bundesvorsitz der SPD auch formell ein.

Die mit SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles um den SPD-Vorsitz konkurrierende Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange pocht auf eine Trennung von Partei- und Fraktionsvorsitz. „Die Partei braucht einen eigenen Kopf“, sagte die 41-Jährige. Die Posten müssten getrennt sein, um die SPD effektiv zu erneuern.

Lange will auf dem SPD-Sonderparteitag am 22. April in Wiesbaden gegen Nahles antreten. An diesem Freitag startet sie eine Deutschlandtour und reicht ihre Bewerbungsunterlagen offiziell im Berliner Willy-Brandt-Haus ein. Nach dem Rücktritt von Martin Schulz als Parteichef hatte die SPD-Spitze sich für die Bundestags-Fraktionschefin Nahles als Nachfolgerin ausgesprochen. Um den Eindruck zu vermeiden, es würden Fakten geschaffen, übernahm zunächst der stellvertretende Parteivorsitzende Olaf Scholz kommissarisch den Posten.

An der Basis kritisierten dennoch viele, dass der Parteivorsitz damit von oben herab bestimmt werde und die Mitglieder nicht mitreden dürften. Nach der historischen Niederlage der SPD bei der Bundestagswahl ist der Ruf nach mehr Mitsprache und Erneuerung in der Partei lauter geworden.

Lange fordert unter anderem, die SPD müsse sich für die unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) verabschiedete Agenda 2010, zu der die Einführung von Hartz IV gehörte, entschuldigen. Die Partei müsse für einen sozialen Fortschritt stehen, sagte sie. Im Interview mit shz.de erklärte Lange: „Ich möchte, dass die Parteimitglieder eine echte Auswahl haben.“

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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