Landwirtschaft

Wonnemonat Mai droht zur Dürre auszuarten

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Tingleff/Apenrade
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Dürre droht nicht nur auf diesem Feld in Fischbek, wo die spärliche Winter- notgedrungen mit Sommersaat komplettiert wurde. Foto: Karin Riggelsen

Regen flutete im Herbst, Winter und im zeitigen Frühjahr die Felder Nordschleswigs und die Feldfrüchte nahmen Schaden. Nun droht diesen erneut Gefahr: Es ist zu trocken.

Vor einigen Wochen flehten Bauern und Gartenbesitzer noch: Wann hört der viele Regen endlich auf. Nun drohen hier und da schon die ersten Dürreschäden auf den Feldern und in den Gärten nach einem Mai mit rekordniedrigen Niederschlag und viel Sonne. Und ein Ende des trockenen Wetters ist nicht abzusehen.

Dabei gab es bisher weniger als ein Fünftel des normalen Niederschlags – und der Mai 2018 schickt sich an, der wärmste in 130 Jahren zu werden, so die Meteorologen von DMI, die von einem erhöhten Dürre-Risiko sprechen und auch vor der daraus folgenden Brandgefahr warnen. Von Tag zu Tag wird es schlimmer. Kommt vor dem Juni kein Regen, wird es extrem kritisch, so die DMI-Experten, die für diesen Monat insgesamt nur mit 13 mm Niederschlag rechnen. Das Normale sind 49 mm.

„Wer wässern kann, soll wässern"

„Ja, wer wässern kann, soll wässern – und viele tun das schon“, so der Pflanzenbauchef des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig, Hans Henrik Post, auf Anfrage zur Lage auf den Feldern Nordschleswigs: „Auf den leichten Böden können wir aktuell schon von Dürre sprechen – und nichts deutet darauf hin, dass bald Regen kommen wird. Hier und da gibt es schon kleinere Schäden, und die breiten sich aus wie Ringe im Wasser.“

Experte Post stellt fest, dass die relativ vielen Bauern, die sehr spät gesät haben, noch nicht die großen Probleme haben. Aber die Saat, die früh eingebracht wurde im Frühjahr, und die Wintersaat leiden schon extrem unter dem Wassermangel. „Wir befinden uns dicht an der Alarmsituation“, so Hans Henrik Post über die sich anbahnende Notlage auf den Äckern.

Positiv bei der aktuellen Wetterlage sei laut Post zu vermerken, dass es kaum Pilzbefall gibt. Denn Pilze mögen Trockenheit gar nicht. Eines ist aber jetzt schon sicher, so Hans Henrik Post: „Auf vielen Feldern mit Wintersaat musste wegen der Nässeschäden nachgesät werden. Auf den Feldern wird es keine Rekordernte geben.“

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