Deutsche Minderheit

„Weiterentwicklung der Minderheit wird unsere Hauptaufgabe sein“

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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(V. l.) Olav Hansen, Marion Petersen und Hinrich Jürgensen. Foto: Harro Hallmann

Hinrich Jürgensen steht für weitere vier Jahre an der Spitze des Bundes Deutscher Nordschleswiger. Er wurde von der Delegiertenversammlung in seinem Amt als Hauptvorsitzender mit 103 Ja-Stimmen bestätigt.

BDN-Spitze: Delegierte bestätigten alle drei

Hinrich Jürgensen wurde von der Delegiertenversammlung des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) in seinem Amt als Hauptvorsitzender mit 103 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und einem ungültigen Stimmzettel bestätigt. Jürgensen steht seit 2007 an der Spitze des BDN.

Olav Hansen, der stellvertretende BDN-Hauptvorsitzende, wurde bei 88-Ja-Stimmen, vier Gegenstimmen und 13 Enthaltungen in seinem Amt bestätigt. Marion Petersen, Vorsitzende des BDN-Kulturausschusses, wurde von den Delegierten mit 102 Ja-Stimmen, zwei Gegenstimmen bei einer Enthaltung in ihrem Amt bestätigt.

Der Nordschleswiger hat Hinrich Jürgensen nach seiner vierten Wahl zum Hauptvorsitzenden des Bundes Deutscher Nordschleswiger zu Zielen und Schwerpunkten während der kommenden Jahre befragt.

„Eine wichtige Aufgabe wird es für mich weiterhin sein, die finanzielle Basis der Verbände und Einrichtungen der deutschen Nordschleswiger abzusichern“, so Jürgensen. „Die Weiterentwicklung der Minderheit wird unsere Hauptaufgabe sein“, so der Hauptvorsitzende und nannte als aktuelles Beispiel den Erhalt des Nordschleswigers als Medium der Minderheit. „Es geht natürlich nicht darum, die Zeitung abzuschaffen. Schaffte man sofort die Papierzeitung ab, dann würden wir viele Leser verlieren, aber aus Rücksicht auf die nächsten Generationen müssen wir auf Web umstellen. Wir wollen mehr Leser gewinnen“, so Jürgensen.

Die Aktivitäten der Minderheit sind oft gesellig-sozialer Art mit ehrenamtlichem Einsatz. Wird die Minderheit ein digitales soziales Medium? „Das glaube ich nicht. Wir sehen, dass viele, vor allem jüngere Menschen im Café schweigend sitzen und auf ihr Smartphone starren. Den menschlichen, direkten Kontakt kann man nicht ersetzen. Da bietet gerade die Minderheit eine Alternative.

Das Jubiläum 2020 ist ein wichtiges Thema ... „Das ist für uns als deutsche Minderheit die Möglichkeit zu zeigen, dass es 1920 nicht Begeisterung über Abstimmungen und neue Grenze gab. Familien wurden zerrissen und es gab Verlierer. Nicht nur die deutsche Minderheit in Nordschleswig, sondern auch die dänischen Südschleswiger“, so Jürgensen und nannte den Ausbau des deutschen Museums in Sonderburg und die Herausgabe eines deutsch-dänischen Geschichtsbuches als Teil der 2020-Würdigung, die vor allem auch eine Positivbilanz des Erreichten beinhalten sollte. Jürgensen: „Ich halte es gerade auch angesichts von einzelner Kritik an der Minderheit, z. B. beim Thema Flüchtlinge, für nötig, dass wir zu unseren Werten stehen. Wir mussten lange für Anerkennung und Gleichberechtigung kämpfen. Deshalb gehört unsere Unterstützung verfolgten und bedrohten Menschen.“

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