Deutsche Schulen

Überzeugungsarbeit in der Volksschule leisten: DGN-Schüler als Botschafter deutscher Sprache

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Botschafter-Aspiranten vor dem Diesterweg Gymnasium in Berlin Wedding . Foto: Privat

Die Gymnasiasten sollen mit Besuchen in Volksschulen dafür sorgen, dass mehr Gymnasiasten das Fach Deutsch wählen. Anregungen bekamen sie unter anderem beim Goethe-Institut in Berlin.

Dänischen Schülern deutlich machen, wie wichtig die deutsche Sprache ist. So lautet der Auftrag der Sprachbotschafter. Sechs davon kommen vom Deutschen Gymnasium für Nordschleswig in Apenrade (DGN). Immer weniger Schüler wählen im Gymnasium Deutsch als zweite Fremdsprache, und diese Entwicklung setzt sich auch an den Universitäten fort. Dabei ist die Sprache des Nachbarlandes von immenser Wichtigkeit, denn so ist Deutschland unter anderem der größte Handelspartner Dänemarks. Doch auch in der persönlichen Entwicklung kann die Sprache von großer Bedeutung sein, denn Deutschland bietet eine Vielzahl beruflicher Möglichkeiten, angefangen von Praktikumsstellen bis hin zur Selbstständigkeit.

Das war auch Ilse Friis, Leiterin des DGN, bewusst. Auf einer Schulleiterkonferenz mit den Rektoren anderer dänischer Gymnasien, kam es zur Idee, Sprachbotschafter auszusenden, die für Deutsch werben sollten. Ein ähnliches Projekt gibt es schon. Dabei bringen Gymnasiasten die deutsch-dänische Minderheit und das Grenzland nahe. Auch bei diesem Projekt sind DGN-Schüler dabei. Nach dem gleichen Prinzip, so die Idee von Ilse Friis, sollte auch die deutsche Sprache an die dänischen Schüler gebracht werden. Allerdings nicht erst in den Gymnasien, sondern schon früher, denn spätestens in den neunten Klassen entscheiden sich die Volksschüler, welche Fächer sie am Gymnasium wählen wollen.

Weichen gestellt

Vor den Sommerferien wurden die letzten Weichen für das Projekt gestellt. Zuständige Lehrer von Gymnasien aus Tondern, Middelfart, Sorø und DGN trafen sich und arbeiteten ein erstes Programm zur Ausbildung der Schülerbotschafter aus. Kürzlich waren nun 23 Gymnasiasten unterwegs auf einem viertägigen Kursus in Berlin. Dort waren die Schüler unter anderem beim Goethe-Institiut, „um sich zum einen selbst bewusst zu werden über die Vorteile, die deutsche Sprache zu können, aber auch um Methoden kennenzulernen, das an andere weiterzuvermitteln“, wie Kiruba Bala, Lehrerin am DGN und zuständig für das Sprachbotschafter-Projekt berichtet.

Eine dieser Methoden stellt zum Beispiel dar, wie ähnlich sich die Sprachen sind. „So merken die Schüler, dass Deutsch letztlich gar keine so schwere Sprache ist“, erklärt sie weiter. Neben dem Goethe-Institut stand ein Besuch bei dem dänischen Unternehmer Rune Hugo N. Pedersen auf dem Programm. „Der erzählte, welche Schwierigkeiten er anfangs mit dem Deutschen hatte, doch dass er hier in Deutschland viel mehr Möglichkeiten hat als auf dem dänischen Markt“, sagt die DGN-Lehrerin.

Besuch in der Botschaft

Daneben wurde die dänische Botschaft in der Bundeshauptstadt besucht. Kiruba Bala hat inzwischen viele dänische Volksschulen angeschrieben und einen Besuch der Deutsch-Botschafter angeboten. Die DGN-Schüler sind schon am 27. Oktober an der Schule in Hohee Kolstrup in Apenrade zu ihrem ersten Einsatz eingeladen. „Doch vorher trainieren wir noch und machen es jedem Botschafter möglich, seine persönliche Präsentation vorzubereiten“, erklärt Bala.

Als Sprachbotschafter kommen nur Schüler infrage, die zum einen die dänische Sprache beherrschen und zum anderen zuverlässig sind und gute Note mitbringen. „Denn sie müssen die Fehlzeiten für ihre Einsätze kompensieren können“, so die Lehrerin.

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