Bericht vorgelegt

Trotz kühler Sommerwochen wieder Sauerstoffschwund

Trotz kühler Sommerwochen wieder Sauerstoffschwund

Trotz kühler Sommerwochen wieder Sauerstoffschwund

Aarhus/Apenrade
Zuletzt aktualisiert um:
Im Bereich des Kleinen Belts mit angrenzenden Buchten und Förden wie bei Kalö wurde besonders starker Sauerstoffmangel festgestellt. Foto: Volker Heesch

Nationales Center für Umwelt und Energie (DCE) legt ersten Bericht vor. Relativ warmes Frühjahr hat Sauerstoffzehrung vor Ostküste verstärkt .

In diesem Jahr hatten die Umweltbehörden angesichts des relativ kühlen Wetters in den Sommermonaten mit einer besseren Sauerstoffversorgung der Küstengewässer gerechnet. Doch nun zeigt der erste Bericht des Nationalen Centers für Umwelt (DCE) zum Sauerstoffschwund, dassauch in diesem Jahr wieder zahlreiche Küstengewässer, besonders im Bereich der nordschleswigschen Ostküste, unter Sauerstoffschwund mit schlimmen Folgen für die im Boden lebende Tierwelt, aber auch die Fischbestände leiden. DCU meldet, dass die relativ hohen Wassertemperaturen im vergangenen Frühjahr eine Durchmischung des Wassers verhindert hat, weshalb es teilweise schon Sauerstoffmangel im Februar im Inselmeer vor Südfünen bzw. in der Flensburger Förde gegeben hat. In kaltem Wasser löst sich mehr Sauerstoff als im warmen. Es ist offenbar auch weniger sauerstoffgesättigtes Nordseewasser bis in den Bereich des Kleinen Belts gelangt, um das vom starkem Sauerstoffschwund 2016 in den Belten und Förden geprägte Wasser zu ersetzen.

Laut Umweltforschern war das Wasser auch so nährstoffreich, dass sich eine Massenvermehrung von Planktonalgen im Frühjahr einstellen könnte. Die nach einigen Wochen absterbenden und zu Boden sinkenden Planktonalgen zersetzen sich jetzt im Bereich des Meeresgrundes unter Verbrauch des gelösten Sauerstoffs. Ergebnis sind teilweise sauerstofffreie Todeszonen vor allem in tieferen Bereichen vor der Ostseeküste.

Besser sah es bei den Wasseranalysen in flacheren Gewässern aus, dort sorgten die häufigen stärkeren Winde in den Sommermonaten für Belüftung mit Sauerstoff. Laut DCE hatte es im Frühsommer Sauerstoffschwund gegeben, dort besserte sich die Situation im Laufe des August. Dass die Situation der Unterversorgung mit Sauerstoff sich dramatisch zugespitzt hat, belegt die Angabe der Umweltanalytiker, dass sich die Fläche in den Seegebieten mit Sauerstoffschwund im August auf 2.000 Quadratkilomter belief. Sehr starker Sauerstoffschwund herrschte im Juli erst in 22 Prozent dieser betroffenen Seegebiete, im August waren es bereits 43 Prozent.

Zufuhr von Nährstoffen in Küstengebieten

Die Forschungseinrichtung DCE, die der Universität Aarhus angeschlossen ist, weist darauf hin, dass Ursache der Sauerstoffprobleme weiterhin die zu hohe Zufuhr von Nährstoffen in die Küstengebiete ist, die die Massenvermehrung von Planktonalgen anregen. Auch die Niederschlagsmengen sind ein wichtiger Faktor, denn sie führen zu einer mehr oder weniger starken Einschwemmung von Nährstoffen vom angrenzenden Land. Seit April hatte es überdurchschnittlich hohe Niederschläge gegeben, besonders im Juni und Juli, was mehr Nährstoffe von Feldern geschwemmt haben dürfte, auf denen seit Jahrzehnten im Rahmen des Gewässerschutzes die Ausbringung von Düngemitteln nach politischen Vorgaben und Ratschlägen der Wissenschaft reguliert wird.

In Nordschleswig herrschte im Juli bereits Sauerstoffschwund im Bereich der Gjenner Bucht. Ebenso in der Apenrader Förde. In der Apenrader Förde, die teilweise über 20 Meter tief ist, waren Bereiche in Bodennähe ab August vielfach sauerstofffrei. Für Fische ist Überleben nicht möglich. Nicht viel besser sind die Verhältnisse im Kleinen Belt. Besonders in seinem Südteil und in den Gewässern um Alsen herrschte Sauerstoffmangel. In tiefsten Bereichen wurde Schwefelwasserstoff freigesetzt, was Fischsterben auslöst. Die Flensburger Innenförde war ebenfalls stark von Sauerstoffmangel geprägt. Als sauerstofffrei erwies sich auch die gesamte Sonderburger Bucht. Auch in den Gewässern um Fünen war kaum noch Sauerstoff im Tiefenwasser.

Mehr lesen