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Trotz Corona: Nordschleswig eines der beliebtesten Ferienziele

Trotz Corona: Nordschleswig eines der beliebtesten Ferienziele

Nordschleswig eines der beliebtesten Ferienziele

Nordschleswig
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Flensburger Förde
Nordschleswig lockte in diesem Jahr viele dänische Touristen an. Foto: Cornelius von Tiedemann

Die Tourismusbranche in Nordschleswig hat sich nach dem teilweisen Shutdown im Frühjahr erholt. Dies ist vor allem den dänischen Touristen zu verdanken.

Im Zeitraum von Januar bis Juli 2020 konnten die drei nordschleswigschen Kommunen Sonderburg/Sønderborg, Apenrade/Aabenraa und Hadersleben/Haderslev 1.242.000 touristische Übernachtungen verzeichnen. Obwohl dies ein Rückgang von 16,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist, gibt es in der nordschleswigschen Tourismusbranche Grund zur Freude. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Tourismusverbandes Destination Sønderjylland hervor.

Alle Beteiligten hatten zunächst befürchtet, dass die Zahlen schlechter ausfallen würden. Im April ist die Anzahl der Übernachtungen in Nordschleswig um 76 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Der Rückgang in Nordschleswig mit 16,1 Prozent ist nun allerdings viel geringer als bei mehreren anderen dänischen Reisezielen, wo Wonderful Copenhagen (-58,9 Prozent), VisitHerning (-43,3 Prozent) und Destination Trekanten (-39,9 Prozent) am stärksten betroffen sind.

Dänen lernen Grenzland kennen

Die Erklärung, warum die Tourismusbranche in Nordschleswig relativ unversehrt geblieben ist, liegt für Karsten Justesen, Direktor bei Destination Sønderjylland, auf der Hand: Tausende Dänen sind in den Ferien zu Hause geblieben und haben sich entschieden, ihren Urlaub statt im Ausland in Nordschleswig zu verbringen.

Die Grenzschließung war für den nordschleswigschen Tourismus schwer, aber im Gegenzug pilgerten die dänischen Urlaubsgäste in einem Ausmaß nach Nordschleswig, wie wir es noch nicht erlebt haben.

Karsten Justesen, Direktor beim Tourismusverband Destination Sønderjylland

„Der Rückgang um 16,1 Prozent ist ausschließlich auf den Mangel an ausländischen Übernachtungen zurückzuführen. Die Grenzschließung war für den nordschleswigschen Tourismus schwer, aber im Gegenzug pilgerten die dänischen Urlaubsgäste in einem Ausmaß nach Nordschleswig, wie wir es noch nicht erlebt haben“, berichtet Justesen und fährt fort:

„Im Juli hatten wir zum Beispiel 134.000 Übernachtungen mehr als im Juli 2019, obwohl die ausländischen Besucher, die in der Regel rund 60 Prozent unserer Gäste ausmachen, wegfielen. Wir haben noch keine Zahlen für August und September, aber es gibt Anzeichen dafür, dass sich der positive Trend bis in die zweite Hälfte des Jahres 2020 fortgesetzt hat.“

Der Ansturm der dänischen Touristen hat dazu geführt, dass das Reiseziel Nordschleswig in der ersten Hälfte des Jahres 2020 das vierthäufigste Urlaubsziel des Landes ist.

Grenzjubiläum macht den Unterschied

Obwohl Nordschleswig insgesamt 500.000 Übernachtungen verloren hat und dies einem Verlust von 425 Millionen Kronen in der ersten Jahreshälfte entspricht, ist der nordschleswigsche Tourismusverband dennoch optimistisch.

„Wir können sehen, dass wir auch für dänische Urlaubsgäste attraktiv sind. Deshalb wollen wir unseren Marketingfokus erweitern. Was uns wirklich Aufwind gegeben hat, ist ohne Zweifel das Grenzjubiläum“, sagt Jakob Lei, Vorstandsvorsitzender von Destination Sønderjylland.

Das Grenzjubiläum hat dazu geführt, dass viele Dänen Nordschleswig als neues Urlaubsziel in Betracht gezogen haben.

Jakob Lei, Vorstandsvorsitzender von Destination Sønderjylland

Die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag der Grenzziehung begannen bereits zum Jahreswechsel. Dadurch erhielt die Grenzregion große mediale Aufmerksamkeit. Als die Dänen beschlossen, in den Ferien zu Hause zu bleiben, war Nordschleswig in den Köpfen bereits sehr präsent.

„Das Grenzjubiläum hat dazu geführt, dass viele Dänen Nordschleswig als neues Urlaubsziel in Betracht gezogen haben. Wir glauben, dass der zunehmende Inlandstourismus einer der Trends ist, der sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Dies ist eine besonders gute Nachricht für uns in Nordschleswig“, sagt Jakob Lei.

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