Faustball-Meisterschaft in Deutschland

Team Denmark ist bereit für die EM

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
​​​​​​​Apenrade/Aabenraa
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Es kann losgehen: Thore Naujeck und Uffe Iwersen freuen sich auf die EM in Deutschland. Foto: dodo

Im August nehmen die Faustballer vom Team Nordschleswig – Æ Mannschaft als dänische Nationalmannschaft an der Europameisterschaft in Deutschland teil. Mitorganisator und Spieler Uffe Iwersen ruft bereits ein Minimalziel aus.

Was Eriksen, Schmeichel und Delaney im Juli nicht gelang, könnten Asmussen, Wittmann, Thulstrup und Co. im August nachholen: einen internationalen Titel nach Dänemark holen. Rein theoretisch zumindest.

Der Kader steht, die Trikots sind bedruckt, Bus und Unterkunft sind gebucht. Die Faustball-Europameisterschaft 2018 kann beginnen. Das Team Nordschleswig – Æ Mannschaft wird vom 22. bis 26. August als dänische Faustball-Nationalmannschaft (Team Denmark Faustball) nach Adelmannsfelden in Baden-Württemberg reisen und sich mit den größten Faustball-Nationen Europas messen.

Letztes Trainingslager

In einem finalen dreitägigen Trainingslager am kommenden Wochenende und einem Vorbereitungsturnier in Mildstedt (Nordfriesland) kurz vor der EM will die Mannschaft an den letzten Stellschrauben drehen, um bestmöglich vorbereitet zu sein. „Es sind so gut wie alle Spieler und auch das Trainerteam beim Trainingslager mit dabei. Wir haben zuletzt immer in unterschiedlichen Aufstellungen gespielt. Jetzt wollen wir unsere Formation finden, das Zusammenspiel verbessern und Abläufe einstudieren“, sagt Uffe Iwersen. Er fungiert neben Lasse Tästensen (Delegationsleiter) und Thore Naujeck (Team-Koordinator) als Mitorganisator der Reise und ist zudem auch als Spieler dabei. Iwersen glaubt daran, dass der Einzug ins Viertelfinale möglich ist: „Wir haben eine gute Mischung. Alte Hasen, die ihr Wissen und Können weitergeben, und junge Spritzer, die physisch sehr stark sind.“

Spieler von links nach rechts: Kurt Asmussen, Jasper ANdresen, Thore Naujeck, Kim Johannsen, Murat Hansen, Florian Wittmann, Torsten Lorentzen, Nik Thulstrup, Uffe Iwersen. Der Stab von oben nach unten: Lasse Tästensen (Delegationsleiter), Roland Schubert (Trainer), Sören Nissen (Trainer), Peter Feies (Betreuer), Riklef Merz (Physiotherapeut). Foto: Karin Riggelsen

Viel Wissen bringt auch das Trainerteam aus Roland Schubert und Sören Nissen mit. Schubert ist derzeit Trainer der deutschen U21-Faustball-Nationalmannschaft und Nissen aktiver Faustballspieler- und Trainer in Bredstedt.

Das Minimalziel

Insgesamt nehmen zehn Mannschaften in zwei Gruppen an der Europameisterschaft teil. Die vier stärksten Nationen (Deutschland, Schweiz, Österreich und Italien) bilden die erste Gruppe – alle sind für das Viertelfinale gesetzt. In Gruppe B kämpfen neben Dänemark noch Belgien, die Niederlande, Serbien, Tschechien und Polen um die ersten vier Plätze, die zum Einzug in die K.o.-Runde qualifizieren.

„Belgien und die Niederlande sind Neulinge bei der Faustball-EM. Unser Minimalziel ist es, gegen diese beiden Nationen zu gewinnen“, so Iwersen selbstbewusst. Dies würde dann wahrscheinlich auch den Einzug ins Viertelfinale bedeuten. Dort könnte dann Rekordweltmeister Deutschland warten. „Das wäre ein absoluter Traumgegner für uns als deutsche Nordschleswiger und natürlich auch für unseren deutschen Trainer“, sagt Uffe Iwersen. Und was wäre sportlich machbar gegen Deutschland? „Einen ganzen Satz zu gewinnen, wird vollkommen unmöglich sein. Etwas Paroli bieten wäre schön. Vielleicht schaffen wir es ja sogar, dass sie etwas schwitzen“, so der Kulturkonsulent des BDN lachend.

Trotz Sommerhitze: Uffe und Thore nutzen die Mittagspausen, um zu trainieren. Foto: dodo

Über das Viertelfinale will Thore Naujeck hingegen noch gar nicht sprechen: „Mein Ziel ist es, ein Spiel zu gewinnen. Wir sind physisch in einer guten Verfassung, aber uns fehlt noch etwas Routine. Ich will die Erwartungshaltung lieber etwas niedriger halten,“ so Naujeck, der ebenfalls als Spieler mit nach Baden-Württemberg reisen wird.

Nicht das erste große Turnier

Für eine nordschleswig-dänische Auswahl ist dies nicht die erste Teilnahme an einem internationalen Faustballturnier. Zwischen 1990 und 2007 nahmen dänische Mannschaften unter nordschleswigscher Führung an insgesamt sechs Weltmeisterschaften teil. Nun, mehr als zehn Jahre später, soll der Faustball in Nordschleswig/Dänemark wieder aus seinem Dornröschenschlaf erwachen und auch dauerhaft eine Konstante bleiben.

Neben Fußball und Handball soll Faustball die dritte große Sparte unter dem Dach von Team Nordschleswig – Æ Mannschaft werden, dessen Träger der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), der Dachverband der deutschen Minderheit in Dänemark, und der Deutsche Jugendverband für Nordschleswig sind. In der Vergangenheit kränkelte der Fortbestand der Sportart immer wieder am fehlenden Nachwuchs. Das soll sich künftig ändern. „Wir planen eine Zusammenarbeit mit den Schulen des DSSV (Deutscher Schul- und Sprachverein). Vielleicht ist es möglich, Faustball in den Sportunterricht zu integrieren oder Faustball AGs anzubieten, um so Kinder und Jugendliche früh für den Sport zu begeistern und den Faustball in Nordschleswig und Dänemark nachhaltig am Leben zu halten.

Das Logo von Team Denmark Faustball/ Team Nordschleswig – Æ Mannschaft. Foto: Iwersen

Team Nordschleswig und Team Denmark

Damit das Team Nordschleswig – Æ Mannschaft überhaupt als dänische Nationalmannschaft auf der internationalen Bühne auftreten darf, wird der Verein „Team Denmark Faustball“ gegründet. Dieser wird dann zwar von Mitgliedern des BDN geleitet, aber strukturell nicht an die Minderheit angegliedert sein. So ist es möglich, auf nationaler Ebene als Team Nordschleswig– Æ Mannschaft aufzutreten und auf internationaler Ebene als Nationalmannschaft Europa- und Weltmeistertitel für Dänemark zu gewinnen. Vielleicht ja schon diesen Sommer. Denn auch beim Faustball gilt: Die kochen auch nur mit Wasser!

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