Austausch

Ein Staat sucht gute Beispiele

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Apenrade/Aabenraa
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Die Besucher im Haus Nordschleswig stellten einige Fragen an die Vortragenden Hinrich Jürgensen, Uwe Jessen und Harro Hallmann Foto: Helge Möller

19 ukrainische Beamte haben am Donnerstagnachmittag das Haus Nordschleswig besucht. Sie fanden nach eigenen Aussagen einen „Edelstein im Königreich".

„Es sind das gegenseitige Vertrauen, die Identifikation und der Zusammenhalt der Gesellschaft, die mich beeindrucken.“ Für Vasyl Polishchuk, Leiter des Verwaltungszentrums Rivne in der Ukraine, ist die Studienreise ein Gewinn. Er ist einer von 19 ukrainischen Staatsbediensteten mit ökonomischer oder juristischer Ausbildung, die im Rahmen einer sechstägigen Informationsreise am Donnerstagnachmittag die deutsche Minderheit in Apenrade besuchten. Grund der Studienreise: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich über kommunale Selbstverwaltung in Deutschland und Dänemark.

Für Vasyl Polishchuk ist sowohl der Umgang mit Minderheiten in Deutschland und Dänemark von großem Interesse als auch die Art und Weise, wie Kommunen ihre Verwaltungsaufgaben wahrnehmen. Er sagt: „Die Ukraine ist ein junges Land, viele Völker siedelten auf seinem heutigen Staatsgebiet, deshalb gibt es auch viele Minderheiten: Ungarn, Polen, Tartaren, Weißrussen.“ Und das Zusammenleben ist konfliktbelastet. „Wir sind ein junger Staat“, gibt Polishchuk zu bedenken, wir suchen Wege, unser Gemeinwesen optimal zu gestalten.“ Für ihn ist es deshalb „sehr hilfreich“ zu sehen, wie die Minderheiten in Dänemark und Deutschland in der Gesellschaft verankert sind und wie sie sich organisieren – unter anderem mit einem eigenen Schulsystem. Am Ende gab es auch vom Delegationsleiter ein großes Lob: „Ihre Minderheit ist wie ein Edelstein, möge er wie ein Diamant im Königreich funkeln“, sagte am Ende der Leiter der ukrainischen Delegation.

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