Deutsche Minderheit

Sportanlagen der deutschen Vereine in Ordnung

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Miguel Puig/Unsplash

Die Vorsitzenden aus den deutschen Vereinen zeigen sich zufrieden mit den Zuständen in den Hallen. Im Rest des Landes gibt es immer mehr Klagen über verwahrloste Sportanlagen.

Zu klein, zu alt, zu kaputt – so lautet oftmals die Meinung von Bürgern über Sporthallen und -anlagen im Land, und sie betreiben deshalb keinen Vereinssport. Auch nordschleswigsche Vereinsvorsitzende können sich vorstellen, dass das ein Grund für die weniger werdenden Vereinsmitglieder ist, finden jedoch die Hallen, die die Vereine nutzen, zumeist in Ordnung. Allerdings sagen sie auch, dass es Verbesserungsmöglichkeiten gebe.

„Ich denke, der Zustand in den Hallen, die wir nutzen, ist ganz ordentlich. Was jedoch verbessert werden könnte, ist die Ausstattung dort, die zum Teil doch überholt und veraltet ist“, sagt Gösta Toft, Vorsitzender des MTV Apenrade. „In Apenrade sehe ich jedoch keinen Grund für die Menschen, nicht am Vereinssport teilzunehmen. Das sieht in anderen Teilen Dänemarks anders aus“, berichtet Toft aus seinen Erfahrungen.

Ähnlich sieht es auch Hauke Grella, Vorsitzender der SG West. „In meinen Augen sind die Hallen zwar nicht auf dem neuesten Stand, jedoch sauber und ordentlich. Allerdings finde ich, dass die Ansprüche der Menschen gestiegen sind und sie deshalb nicht an den Angeboten der Vereine teilnehmen, sondern eher individuelle Sportangebote nutzen“, sagt er.

Christian Hansen, Vorsitzender des TS Sonderburg, beklagt jedoch fehlende Sporthallen. „In Sonderburg gibt es für die Vereine zu wenig Hallenzeiten, deshalb sollte es mehr Sporthallen geben“, findet er.

BDN: Vereine auch selbst in der Verantwortung

Beim Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) werde die Situation der Tingleffer Sporthalle und des angeschlossenen Schwimmbads aufmerksam verfolgt, erklärt BDN-Generalsekretär Uwe Jessen. „Dort ist Nachholbedarf festgestellt worden, und nun wird dort investiert, damit die Menschen auch in Zukunft dort unter moderneren Bedingungen am Sport im Verein teilnehmen können“, so Uwe Jessen.

Er findet jedoch, dass die Vereine auch selbst in der Verantwortung stehen, wenn es um Modernisierung und Renovierung geht. Als positive Beispiele dafür nennt er die deutschen Rudervereine in Apenrade und Hadersleben sowie den SV Tingleff, die Gelder für den Bau eines Fitnessraums zum Teil selbst organisiert hätten.

Für die Sporthallen und -stätten sind im Allgemeinen die Kommunen zuständig. Die Vereine der deutschen Minderheit, gesammelt unter dem Dach des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig (DJN), nutzen jedoch auch die Sporthallen der deutschen Schulen sowie die Sporthalle und das Schwimmbad in Tingleff, die dem DJN gehören.

DIF hatte eine Umfrage unter 48 Kommunen im Land gemacht. Von 34 kam die Antwort, dass es mehr Sportler geben könnte, wenn die Rahmenbedingungen verbessert würden. Das sei jedoch schwierig, heißt es von den Kommunen, weil die Regierung die Investitionsdeckelung vorgibt, und das führe unter anderem dazu, dass, so erklärte Esben Danielsen, Direktor bei Lokale og Anlægsfonden, dem Entwicklungsfonds des Kulturministeriums, „die Sportanlagen bei den Kommunen weit unten auf der Prioritätenliste stehen.“

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