Wahlen 2017: Bilanz

Die SP kommt auf 9.708 kommunale Wähler

Die SP kommt auf 9.708 kommunale Wähler

Die SP kommt auf 9.708 kommunale Wähler

Vejle
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Ruth Candussi
Ruth Candussi (Archivbild). Foto: Karin Riggelsen

Die Schleswigsche Partei analysiert das teils enttäuschende Wahlergebnis bei der Kommunal- und Regionalwahl.

Die Schleswigsche Partei hat es mit ihren acht Kandidaten um Spitzenkandidat Gösta Toft nicht in den Regionsrat geschafft. Das Wahlbündnis mit Christdemokraten, Folkeflokken und Retsforbundet reichte nicht aus, um genügend Stimmen für ein Mandat zu vereinen.

Insgesamt kamen die vier Parteien nur auf 10.902 Stimmen: Schleswigsche Partei 5.278, Christdemokraten 4.781, Folkeflokken 423 und Retsforbundet 420. Dem Wahlbündnis fehlten am Ende 4.410 Stimmen zu einem Mandat.

„Wir haben unser Wahlziel nicht erreicht“

„Wir haben erwartet, dass wir 6.000 oder mehr bekommen, und die Christdemokraten hätten nicht unter 5.000 bekommen dürfen“, sagte ein niedergeschlagener Gösta Toft am Mittwoch dem Nordschleswiger. „Das Ergebnis ist enttäuschend, wir haben unser Wahlziel nicht erreicht. Es ist nicht gelungen, das gute Ergebnis aus Sonderburg mit herüberzuziehen, und auch in den anderen drei Kommunen haben wir nicht zugelegt. Gleichzeitig sind unsere Wahlbündnis-Partner hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben.“

Toft war am Mittwoch in Gramm dabei, seine Wahlplakate wieder einzusammeln. In der Nacht zu Mittwoch machte es ein Rechenfehler in Vejle plötzlich möglich, dass die anderen Parteien der SP zu einem Mandat gratulierten. „Die kamen und haben uns beglückwünscht. Aber dann stellte sich raus, dass es ein Fehler war. Aber es war schön zu sehen, dass sich die anderen Parteien gefreut hätten“, lacht Gösta Toft.

„Nun kennen auch viele andere Menschen außerhalb Nordschleswigs die SP“

Er sieht die 5.278 Stimmen und den gesamten Wahlkampf dennoch als Erfolg an, „denn nun kennen auch viele andere Menschen außerhalb Nordschleswigs die SP“, so Toft. Doch die Strategie sei nicht aufgegangen. „Wir müssen nun analysieren, woran es lag.“

Waren es die Inhalte, mit denen die Wähler nichts anfangen konnten? „Nein, an unseren Inhalten lag es ganz sicher nicht. Wir haben uns für ein nahes und zusammenhängendes Gesundheitswesen starkgemacht. Und für Nahkrankenhäuser nach dem Vorbild Tonderns. Dafür haben wir viel Zuspruch erhalten. Aber man muss natürlich einsehen, dass es außerhalb von Nordschleswig zunächst schwer für uns ist, Aufmerksamkeit zu erhalten. Es war das erste Mal, dass wir angetreten sind. In der Minderheit bin ich einigermaßen bekannt, aber die Mehrheit kennt mich eher weniger. Das war nun aber ein guter Anfang, und wir werden sehen, wie wir darauf aufbauen können“, so Toft.

„Viele lokale Gründe“

Mit Blick auf die Kommunalwahl in Nordschleswig, bei der die SP insgesamt 9.708 Stimmen holte, fragte der Nordschleswiger die Parteisekretärin Ruth Candussi am Tag nach den Wahlen: Woran lag es, dass die SP nicht noch mehr Wähler überzeugen konnte? Immerhin holte Spitzenkandidat Stephan Kleinschmidt in Sonderburg alleine 4.944 persönliche Stimmen. In Tondern waren es 1.240 SP-Stimmen, in Apenrade 1.974 und in Hadersleben 701. In Sonderburg insgesamt 5.793.

„Es gibt viele lokale Gründe, die hineinspielen. In Tondern beispielsweise hatte Jørgen Popp Petersen 2013 wegen des Protestes gegen die Randstreifen viele persönliche Stimmen von Bauern geholt.“ Mit 10 Mandaten (Hadersleben 1, Tondern 2, Sonderburg 5 und Apenrade 2) sei die SP in den Stadträten deutlich stärker vertreten als zuvor, so Candussi.

Die Top 10 der SP-Kandidaten auf einen Blick

Welche Kandidaten der Schleswigschen Partei haben am meisten Stimmen der Wähler auf sich vereinen können?

1. Stephan Kleinschmidt, Sonderburg, 4.944
2. Jørgen Popp Petersen, Tondern, 629
3. Erwin Andresen, Apenrade, 453
4. Kurt Andresen, Apenrade, 362
5. Carsten Leth Schmidt, Hadersleben, 249
6. Louise Thomsen Terp, Tondern, 203
7. Lasse Tästensen, Apenrade, 190
8. Käthe Freiberg Nissen, Apenrade, 109
9. Gerhard Bertelsen, Sonderburg, 103
10. Hans-Iver Kley, Hadersleben, 93

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