Deutsche Minderheit

Selbsthilfe: Mehr Mitglieder, wenige Darlehensnehmer

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: DSN

Die Deutsche Selbsthilfe Nordschleswig hat auf der Jahreshauptversammlung Bilanz gezogen. Ein großer Teil der Mittel wird wegen der Kosten angelegt.

Obwohl die Zahl der Darlehensnehmer der Deutschen Selbsthilfe Nordschleswig (DSN) im vergangenen Tätigkeitsjahr gestiegen ist, haben nur 7 Prozent der Mitglieder ein Darlehen, und nur 24 Prozent des Vermögens sind verliehen. Diese Feststellung machte Carsten Petersen, DSN-Vorsitzender auf der Jahreshauptversammlung, die am Donnerstag im Haus Nordschleswig stattfand.

„Für die derzeitigen Aktivitäten der Selbsthilfe ist unsere Kapitalgrundlage von über 10 Millionen Kronen zu hoch“, berichtet Petersen weiter. „Deshalb müssen wir den Rest, also den überwiegenden Teil, gewinnbringend anlegen, denn unsere Kosten müssen gedeckt werden“, erklärt er. Diese Entscheidung wurde schon 2016 getroffen, und die DSN hat seither zwei gleichgroße Pools bei der Kreditbank und der Sydbank. Durch die Zusammenlegung der Mittel von Selbsthilfe, Erbenkonto und Kreditgarantieausschuss konnten jeweils 7,5 Millionen Kronen angelegt werden.

Enttäuschende Zinsen

Etwas enttäuschend seien die 2,5 Prozent Zinsbetrag im vergangenen Jahr jedoch, weil es sich um ein gutes Wertpapierjahr handelte, analysiert der Vorsitzende die Situation. Die sei jedoch enttäuschend, wie er meint. „Deshalb wollen wir die nächsten zwei Jahre abwarten und sehen, wie sich die Situation der Anlagepakete weiter entwickelt“, sagt er über den Vorstandsbeschluss.

Erfreut zeigt sich Carsten Petersen allerdings über die steigende Zahl von Mitgliedern, die 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 37 gestiegen ist und nun bei 1.161 Mitgliedern liegt. „Allerdings handelt es sich dabei vorrangig um passive Mitglieder“, wie er berichtet. Er hoffe aber, dass die in naher Zukunft in aktive Mitgliedschaften umgewandelt werden.

Mitglieder werben

Insgesamt hat die DSN 84 aktive Darlehensnehmer mit einer durchschnittlichen Restschuld von 29.000 Kronen. Im Jahr zuvor waren es 72 Darlehensnehmer mit durchschnittlich 33.000 Kronen Restschuld.
Das Zinsniveau ist von 4 auf 3,5 Prozent gesenkt worden. „Das kann natürlich nicht mit dem derzeitigen Stand der Hypothekenzinsen konkurrieren, aber für die bewilligten Zwecke, hauptsächlich Verbesserungen am Haus, für Autos und für die Tilgung teurerer Kleinstkredite, ist dieses Niveau unschlagbar günstig“, berichtet Petersen
weiter.

Für die Zukunft ist das erklärte Ziel der DSN, so der Vorsitzende, mehr Mitglieder zu werben und mehr Darlehen zu vergeben. Für den Vorstand wurden Ulf Terp, Gerhard Mammen und Rasmus Hansen wiedergewählt, und auch die Revisoren Hans Heinrich Matzen sowie Hans Christian Bock wurden für ein weiteres Jahr im Amt bestätigt.

Mehr lesen