Raus in die Natur

Rohrdommel: Klingt wie Flasche leer

Rohrdommel: Klingt wie Flasche leer

Rohrdommel: Klingt wie Flasche leer

Nordschleswig
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Moore bieten vielen Tieren ein Zuhause, da gibt es für den Menschen immer wieder etwas Spannendes zu sehen – und Eigenartiges zu hören. Foto: Karin Riggelsen

Die Natur in Nordschleswig erwacht, und das Interesse an ihr ist gestiegen, seitdem die Menschen im Land in ihren Möglichkeiten arg reduziert sind, ihre Freizeit zu gestalten. Wer sich vor die Haustür begibt, hat jetzt Gelegenheit, einen ungewöhnlichen Vogel kennenzulernen, der klingt, als ob jemand in eine leere Weinflasche bläst.

Sein Ruf klingt zunächst nicht nach mitteleuropäischen Gefilden, erinnert eher an die Vertonung eines Hollywood-Schinkens, der im Dschungel spielt, oder, wie Hans Tonnesen, Naturvejleder aus Tondern, es beschreibt, „als ob jemand in eine leere Weinflasche bläst“. Dieser Ruf der Rohrdommel lässt sich abends im Söllstedter Moor (Sølsted Mose) vernehmen. Das renaturierte Hochmoor ist für Hans Tonnesen „ein ganz spannendes Gebiet“, ein Muss, wenn man in der Osterzeit ein wenig Zeit in der freien Natur verbringen möchte. Wer dort lieber morgens das Moor erkunden möchte, könnte dort die majestätischen Kraniche zu Gesicht bekommen.

Wiedauschleuse – da muss man hin

Ein weiteres Muss im Westen Nordschleswigs ist für Hans Tonnesen, dem es richtig Spaß macht, Schülern beiderseits der Grenze die Natur näherzubringen, natürlich die Wiedauschleuse. „Da gibt es nichts, da muss man hin“, sagt er. Anfang April werden Naturinteressierte dort auf eine große Anzahl von Watvögeln aus Afrika oder Südeuropa treffen, die auf ihrer jährlichen Wanderung Station im Watt machen, bevor es für sie weitergeht. Ins Auge fallen könnte dann auch der Löffelreiher mit seinem weißen Gefieder, der sich in Nordschleswig nun das ein oder andere Mal blicken lässt.

Fast ein Urwald

Schließlich, als dritten Tipp, obwohl es Tonnesen zufolge noch viele, viele mehr gibt, nennt der Naturführer den Drawitter Wald (Draved Skov). Der sei zwar kein Urwald, so Tonnesen, aber naturnaher Wald. Bäume, die umfallen, bleiben liegen, das sorgt für ein reiches Tierleben.

Einen letzten Hinweis hat Hans Tonnesen aber noch: Die Tønder Marsk Initiative hat über 50 Kilometer Wanderrouten in der Kommune geschaffen, inklusive Naturhütten, die drehbar sind, sodass Übernachtungsgäste sich galant aus dem Wind herausdrehen können. Was im Westen des Landesteils sicher keine schlechte Idee ist, wo der Wind doch recht frisch werden kann.

Die Tour nach Westen lohne sich auch für die Ostküstenbewohner, versichert Tonnesen. Wer lieber im Osten bleiben möchte, für den hat Jane Frellesen, Naturvermittlerin von der Kommune Sonderburg (Sønderborg), natürlich auch ein paar gute Tipps zur Hand.

Das Buschwindröschen – ein Frühjahrsbote am Waldesboden Foto: Helge Möller

Abwechslungsreiche Landschaft auf Nordalsen

Ein reiches Vogelleben gibt es in der Kommune auch. Um es zu erleben, schlägt Jane Frellesen vor, einmal zum Mjels See (Mjels Sø) oder Bundsee (Bund Sø) zu fahren, eine besonders abwechlungsreiche Landschaft bietet sich dem Auge des Betrachters. Grün sind die Wälder zwar noch nicht, aber trotzdem einen Besuch wert, denn „in dieser Woche sollten sich die Buschwindröschen zeigen“, weiß Frellesen. Blühen sie in großer Zahl, ist das ein Hingucker, der das Herz erfreut.

Für Wandertouren schlägt sie natürlich den Gendarmenpfad (Gendarmsti) vor. Sportlich wird es im Kollunder Wald, in dem es recht ordentlich rauf und runter geht, auch wenn die Strecke vergleichsweise kurz ist.

 

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