Deutsche Minderheit

NRV-Vorsitzender wurde nach Ehrungen selbst geehrt

NRV-Vorsitzender wurde nach Ehrungen selbst geehrt

NRV-Vorsitzender wurde nach Ehrungen selbst geehrt

Nordschleswig
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Jesper Lund (l.) nahm die Ehrung für seine Frau Ulla entgegen, die 1503 Kilometer gerudert war. Werner Güttel erhielt eine Ehrung für 4.000 Ruder-Kilometer. Der NRV-Vorsitzende Günther Andersen (Bildmitte) wurde nach den Ehrungen selbst mit dem goldenen Ehrenzeichen geehrt. Daniel Andersen nahm den Breitensport-Preis für den Deutschen Ruderverein Gravenstein entgegen. Der Preis für Wanderrudern ging an den Deutschen Ruderverein Norderharde und wurde von Angelika Feigel entgegengenommen. Foto: Dirk Thöming

Der Verbandstrainer Marc-Oliver Klages bedauerte bei der NRV-Jahreshauptversammlung, dass es zu wenige Jugendliche in den Vereinen gibt.

Bei der Jahreshauptversammlung des Nordschleswigschen Ruderverbandes (NRV) kam es gleich am Anfang im Bootshaus in Hadersleben zu einer kleinen Überraschung. Als der Vebandsvorsitzende Günther Andersen die diesjährigen Ehrungen vergeben hatte, erhob sich der Ehrenvorsitzende Dieter Hallmann und steckte Andersen selbst das Ehrenzeichen in Gold für seinen langjährigen Einsatz im Verband und im Verein Germania Sonderburg an sein Revers.

„Die deutschen Rudervereine in Nordschleswig und der deutsche Ruderverband verdanken dir sehr viel“, sagte Hallmann zur Begründung. Auch er erhielt einen kleinen Dank in Form von zwei Flaschen Wein für die Betreuung der Ruderhütte in Heissagger. Wanderruderwartin Angelika Feigel ging auf die vielen bevorstehenden Aktivitäten des Verbandes ein, bedauerte aber, dass eben die Strandhütte in Heisagger zu wenig genutzt wird. Hier liegen zwei Vereinsboote bereit, falls ein Ausflug auf die offene Förde und Ostsee gewünscht ist. Die Hütte hat acht Betten. „Wir könnten bei befreundeten Vereinen Werbung für dieses Angebot machen. Schade, dass es so wenig genutzt wird“, sagte sie. Infos über die Hütte gibt es jetzt auch in Postkartenform.

Als Highlight des Jahres hob Angelika Feigel die bevorstehende Fahrt nach Neu Ruppin vom 21. bis 25 Juli hervor, die als Fahrt für ganz Familien geplant ist und somit auch für Anfänger geeignet.

Nachwuchsarbeit

Günther Andersen machten seinen Jahresbericht (wir berichteten) gegenüber den 36 stimmberechtigten Verbandsmitgliedern kurz, indem er auf die schriftlich versendete Fassung verwies. „Ich gehe davon aus, dass es jeder gelesen hat“, sagte er. Der Verbandstrainer Marc-Oliver Klages ging in seinem Bericht auf die 20 Siege ein, die die Regatta-Ruderer des NRV beziehungsweise der Regatta-Abteilung Nordslesvigsk Roklub im vergangenen Jahr eingefahren haben. Der Trainer bedauerte allerdings, dass es zu wenige Jugendliche in den Vereinen gibt, die sich am Training beteiligen. Klages ist, über vier Tage verteilt, in jedem Verein einmal die Woche zum Training anwesend. „Ein einzelner Termin ist dabei zu wenig. Es müsste einen zweiten Tag geben, damit mehr Jugendliche das Angebot annehmen können“, sagte er.

Gegenüber dem Nordschleswiger erklärte er genauer, dass es Sache der sechs NRV-Vereine sei zu entscheiden, wie die Idee umgesetzt werden kann. Eventuell könnten die Vereine das zusätzliche Training ehrenamtlich selbst betreuen. Sabina Hansen vom Deutschen Ruderverein Hadersleben schlug vor, nicht nur in den deutschen Schulen für die Rudervereine zu werben, sondern auch bei verwandten Sportarten. „Meine Tochter geht schwimmen. Wie wäre es, wenn wir in ihrem Verein mal fragen. Die Jugendlichen könnten dabei dann auch gleich Deutsch lernen“, sagte sie. Der Vorsitzende sagte, der Sache solle nachgegangen werden.

Eine Debatte gab es auch zur Anmerkung des Trainers, dass in den Ruderhäusern fast schon mehr Kajaks liegen als Ruderboote. Bei einem Besuch im Bootshaus in Hoyer seien 23 Kajaks und 22 Ruderboote gezählt worden, „die aber nicht alle ruderbereit waren“. Im Bootshaus in Apenrade waren es 25 Kajaks und 24 Ruderboote. „Du kannst ja nicht Boote gegen Plätze aufrechnen“, sagte Rüdiger Bartling von Apenrader Ruderverein dazu. Die Kajaks gehörten auch nicht alle zum Verein, sondern lägen da nur. „Wenn schon Kritik, dann bitte auch fundiert“, so Bartling.

Sowohl der NRV als auch Nordslesvisk Roklub müssen eine neue Kassierin finden. Mette Olsen will das Amt niederlegen. Der Vorstand erhielt von der Versammlung die Zustimmung, innerhalb eines halben Jahres einen Nachfolger zu finden. Solange wird die Kasse von Mette Olsen kommissarisch weiter geführt. Ansonsten gab es zu verschiedenen Funktionen Wiederwahlen.

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