10.000 Hektar Wald

Nordschleswigs Wälder kamen glimpflich davon

Nordschleswigs Wälder kamen glimpflich davon

Nordschleswigs Wälder kamen glimpflich davon

Dirk Thöming
Apenrade/Aabenraa
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Per Lorenzen Förster bei der staatlichen Naturverwaltung, Naturstyrelsen, in Nordschleswig/Sønderjylland Foto: Dirk Thöming

Der Förster Per Lorenzen von der staatlichen Naturverwaltung Naturstyrelsen stellt fest, dass die Dürre in Nordschleswig allmählich überwunden zu sein scheint.

Der Klimawandel scheint da zu sein – die Wetterextreme häufen sich. Die Meteorologen von Danmarks Meteorologiske Institut (DMI) gehen aktuell davon aus, dass es, wenn es im November nur durchschnittlich regnet, den nassesten Herbst seit 1967 gibt. „In den ersten beiden Herbstmonaten, September und Oktober, hat es so viel geregnet wie in drei normalen Monaten in einem Herbst“, so DMI.

Der totale Gegensatz dazu war die anhaltende Dürre des Jahres 2018, als der Regen den Sommer über ausblieb. Förster Per Lorenzen von der staatlichen Naturverwaltung, Naturstyrelsen, in Nordschleswig/Sønderjylland stellt aber fest, dass der Wald trotz allem glimpflich davongekommen ist.

„Tatsächlich ist aber erst jetzt wieder ein Stand erreicht, der als normal gelten kann“, sagt er mit Blick auf die nach 2018 tief ausgetrockneten Böden. Der Förster stützt sich dabei nicht auf Messungen, sondern auf eigene Beobachtungen von Wasserläufen, Feuchtgebieten und dem Wasserstand in Gräben.

Gräben und Wasserlöcher waren bis vor Kurzem immer noch ausgetrocknet. Erst jetzt ist der Wasserstand wieder so, wie wir es gewöhnlich kennen.

Per Lorenzen

Bäume seien in Nordschleswigs Wäldern durch die Trockenheit zum Glück nicht in großem Stil geschädigt worden. „Dass die Bäume gestresst sind, merkt man daran, dass sie in diesem Jahr mehr Früchte tragen“, sagt er. Unter anderem die vielen Bucheckern sind, wie bereits berichtet, auffällig. Ansonsten hätten die Bäume Robustheit gezeigt.

„Bis es zu nachhaltigen Schäden kommt, müsste es mehrere trockene Jahre hintereinander geben“, so Lorenzen. Im Übrigen sei es „kein reiner Zufall“, dass die Bäume mit dem Schrecken davongekommen sind: „Wir sorgen dafür, Wälder mit einer großen Artenvielfalt von Bäumen anzupflanzen. Das minimiert das Risiko, dass ganze Bestände eingehen“, so der Förster.
Auf Nordalsen seien im Frühjahr des vergangenen Jahres 100 Hektar Wald mit etwa 400.000 Setzlingen bepflanzt worden. „Überwiegend Eichen, aber auch 25 andere Arten. Die Eiche ist hart im Nehmen, und den Setzlingen geht es gut.“, sagt Per Lorenzen.

10.000 Hektar Wald

  • Naturstyrelsen Sønderjylland kümmert sich um etwa 10.000 Hektar Wald.
  • Dies entspricht etwa 12 bis 14 Prozent der Landesfläche in Nordschleswig/Sønderjylland.
  • Von den 400.000 Setzlingen auf Nordalsen wird laut Förster Per Lorenzen letztlich nur ein Bruchteil überleben können, weil sich die stärksten Bäume durchsetzen sollen.

Gestresste Bäume tragen viele Früchte

Auf vielen Straßen bilden sie zurzeit eine dunkle Schicht aus Bucheckern, die von den Bäumen auf den Asphalt oder erst mit einem vernehmbaren „Klack“ auf die Dächer von durchfahrenden Autos fallen. „Aber nicht nur die Buchen tragen in diesem Jahr extrem viele Früchte. Das Gleiche trifft für viele andere Baumarten zu und ist eine Folge des Sommers 2018“, erklärt Förster Per Lorenzen von der staatlichen Naturverwaltung, Naturstyrelsen, in Nordschleswig/Sønderjylland.

Per Lorenzen mit einer Handvoll Bucheckern Foto: Dirk Thöming

Der für Nordschleswigs Wälder zuständige Förster erklärt, dass die anhaltende Trockenheit des vergangenen Jahres die Bäume „gestresst“ hat. Die Bäume reagierten in solchen Fällen mit einer Überproduktion an Früchten, weil sie ihre Existenz bedroht sehen und die Art gerettet werden soll.

„Das hat die Natur schön eingerichtet“, so Lorenzen. Obwohl Bäume nicht Jahr um Jahr in Stress gesetzt werden dürfen, sieht der Förster den Baumbestand in den Wäldern Nordschleswigs nicht als bedroht an.

Da müssten schon einige extreme Ereignisse aufeinander folgen, bis die Bäume ernsthaft Schaden nehmen.

Per Lorenzen

Im Übrigen seien generell nicht lange anhaltende Trockenheit oder Regenperioden das größte Problem für die Bäume, sondern dauernde Wechsel von einem ins andere Extrem. „Die Wurzeln müssen sich immer auf Trockenheit oder Nässe einstellen, und wenn der Wechsel zu schnell oder häufig vor sich geht, kommen sie nicht hinterher“, so der Förster.

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